Artikel mit dem angegebenen Tag "Sinnfragen"

Der Sinn des Lebens, mal wieder.

Vielleicht liegt es daran, dass mein Kopf vollkommen verschnupft ist und ich durch Sauerstoffmangel eine Bewusstseinserweiterung erfahre, aber es ist mal wieder kurz Zeit, umüber den Sinn des Lebens zu spekulieren. Ich versuche auch kürzere Sätze zu machen, als den vorherigen. Geschafft. Wenn ich an Philosophie denke, denke ich zuerst an die Antike und die Wiedergeburt dieser in der Renaissance. Zwar gab es im Mittelalter sehr viel religiöse Philosophie, aber zuerst denke ich eben an die anderen beiden Epochen. Falls das auf mangelndes Wissen meinerseits zurückzuführen ist: Entschuldigung. Ich glaube, dass auch zum Nachdenken ein paar Vorbedingungen erfüllt sein müssen. Man braucht die Freiheit und Zeit, ein Thema und auch eine gewisse geistige Leistungsfähigkeit. Um sich Fragen zu stellen, braucht man die Zeit dafür. Je mehr Zeit man hat, desto mehr Fragen kommen auf. Brot und Spiele ist ein antikes Konzept, um die Leute zufrieden zu stellen und vom Denken abzuhalten. Heute wären das wahrscheinlich eher Alkohol und Pornos, aber das Konzept ist sehr flexibel. Alles in allem will ich sagen, dass ich denke den Menschen muss es besonders gut oder besonders schlecht gehen, um viel zu philosophieren. Natürlich versiedet das nicht in durchschnittlichen Zeiten. Je besser es uns geht und je mehr Möglichkeiten wir haben, desto eher denken wir darüber nach, was wir mit unserer Zeit anfangen sollten. Das setzt uns in unserer leistungsorientierten Zeit unter den Druck nicht nur das Richtige zu tun, sondern das Bestmögliche aus einer wirtschaftsorientierten Sicht. Wenn man mit demüberleben beschäftigt ist, hat man keine Zeit oder auch keine Wahl darüber nachzudenken, was man denn gerne tun würde. Während man früher tun musste, was dasüberleben sichert, tut man heute etwas und weiß nicht, was dabei rauskommt. Viele Menschen Arbeiten und können ihrüberleben damit nicht sichern. So wie man früher eine schlechte Ernte hatte, kann heute eine Krise eines globalen Konzerns, regional das Leben verderben. Auch wenn man in unserem (!) Teil der Welt selten verhungern muss, der Feind istüberall. Manager, Politiker, Amok-laufende Schüler, Bart-und-Turban-Träger oder die Kollegin, die deinen Job will – das Unheil scheint manchmal unausweichlich. Auch wenn an den Feindbildern nicht viel dran ist, Turbane machen keine Terroristen und die Kollegin war vielleicht einfach nur scharf auf dich, die allgemeine Angst und Verunsicherung (nicht die Band), ist schon spürbar. Was ist also das Richtige? Was ist das Sicherste? Das Bedürfnis nach Sicherheit verdrängt oft die Frage nach einem Sinn. Was soll...

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