Artikel mit dem angegebenen Tag "Macht"

Verbieten statt Verhindern

Den folgenden Artikel habe ich Freitag geschrieben, aber heute erst fertig gemacht. Aber er kommt ja passend zum Gesetzesentwurf. Es gibt Momente, da fällt mir auch nicht mehr viel ein. Jetzt zum Beispiel muss ich mich wesentlich mehr darauf konzentrieren keine geifernden Hasstiraden zu schreiben, als auf den eigentlichen Text. Ab heute treten wir in die Fußstapfen sämtlicher moderner, faschistischer Diktaturen und Filtern das Internet. Gut – faschistische Diktaturen und Australien. Aber wie Zensurparanoia voranschreiten kann, zeigt Australien ganz gut. Heute die Kinderpornos und morgen die ganze Welt. Natürlich muss auch hier erstmal die Demutsbekundung erfolgen: Ich verabscheue Kinderpornos und die Täter gehören bestraft. Nur das eine, also die Kinderpornos, hat mit dem anderen, dem Internetfilter, wenig zu tun. Noch ein Mal von Vorne. Das liebe Supermädel und dieübermutter Ursula hat wieder ihre alte Leyer vorgespielt, um ein erneutes Mal die Welt zu verändern. Nachdem ihre erhöhten Zuschüsse für Familien aus den Frauen immer noch keine Gebärmaschinen gemacht haben, legt sie sich dieses Mal direkt mit der Demokratie an. Der neue Feind heißt Internet, nein noch nicht direkt, sondern Kinderpornographie. Immerhin sind solche Bilder und Videos im Internet an jeder Ecke frei verfügbar, weswegen man mit den normalen rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr weiterkommt. Darum hat sie die großen Provider an einen Tisch gebeten und alle, die nicht mitmachen, sind Kinderpornographen. Die Schweine. Unterzeichnet wurde ein Vertrag zur Sperrung von Inhalten, die das BKA vorgibt. Dabei hatte sie es so eilig, das sich nicht auf ein entsprechendes Gesetz warten konnte. Vielleicht hätte ja auch das kinderpornographieschützende Bundesverfassungsgericht etwas dagegen gehabt. Demokratie und der ganze Kram, der einem bei so was immer den Tag verdirbt. Nein nein, dann lieber nach faschistischer „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ Mentalität ordentlich auf den Putz hauen. Aber recht hat sie damit, weder im Bundestag, noch bei den Providern widerspricht ihr jemand. Der Chaos Computer Club und die normalen Internet Nutzer sind sowieso pervers, auf die muss man nicht hören. Genausowenig, wie man auf irgendjemanden hören muss. Wenn ein LKA sagt, dass die Sperre nur für die Demokratie bedenklich ist, für die Kinderpornographen aber nicht, dann gibt das Zensursula wenig zu denken. Auch nicht, dass solche Bilder kaum im Internet sind, sondernüber Handynetze oder private Server verteilt werden. Außerdem ist eine Sperre des DNS Servers sowieso nutzlos, da man die Server nochüber ihre IP erreichen kann. Worum geht es dann der Zensursula? Denkt...

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Der Sinn des Lebens, mal wieder.

Vielleicht liegt es daran, dass mein Kopf vollkommen verschnupft ist und ich durch Sauerstoffmangel eine Bewusstseinserweiterung erfahre, aber es ist mal wieder kurz Zeit, umüber den Sinn des Lebens zu spekulieren. Ich versuche auch kürzere Sätze zu machen, als den vorherigen. Geschafft. Wenn ich an Philosophie denke, denke ich zuerst an die Antike und die Wiedergeburt dieser in der Renaissance. Zwar gab es im Mittelalter sehr viel religiöse Philosophie, aber zuerst denke ich eben an die anderen beiden Epochen. Falls das auf mangelndes Wissen meinerseits zurückzuführen ist: Entschuldigung. Ich glaube, dass auch zum Nachdenken ein paar Vorbedingungen erfüllt sein müssen. Man braucht die Freiheit und Zeit, ein Thema und auch eine gewisse geistige Leistungsfähigkeit. Um sich Fragen zu stellen, braucht man die Zeit dafür. Je mehr Zeit man hat, desto mehr Fragen kommen auf. Brot und Spiele ist ein antikes Konzept, um die Leute zufrieden zu stellen und vom Denken abzuhalten. Heute wären das wahrscheinlich eher Alkohol und Pornos, aber das Konzept ist sehr flexibel. Alles in allem will ich sagen, dass ich denke den Menschen muss es besonders gut oder besonders schlecht gehen, um viel zu philosophieren. Natürlich versiedet das nicht in durchschnittlichen Zeiten. Je besser es uns geht und je mehr Möglichkeiten wir haben, desto eher denken wir darüber nach, was wir mit unserer Zeit anfangen sollten. Das setzt uns in unserer leistungsorientierten Zeit unter den Druck nicht nur das Richtige zu tun, sondern das Bestmögliche aus einer wirtschaftsorientierten Sicht. Wenn man mit demüberleben beschäftigt ist, hat man keine Zeit oder auch keine Wahl darüber nachzudenken, was man denn gerne tun würde. Während man früher tun musste, was dasüberleben sichert, tut man heute etwas und weiß nicht, was dabei rauskommt. Viele Menschen Arbeiten und können ihrüberleben damit nicht sichern. So wie man früher eine schlechte Ernte hatte, kann heute eine Krise eines globalen Konzerns, regional das Leben verderben. Auch wenn man in unserem (!) Teil der Welt selten verhungern muss, der Feind istüberall. Manager, Politiker, Amok-laufende Schüler, Bart-und-Turban-Träger oder die Kollegin, die deinen Job will – das Unheil scheint manchmal unausweichlich. Auch wenn an den Feindbildern nicht viel dran ist, Turbane machen keine Terroristen und die Kollegin war vielleicht einfach nur scharf auf dich, die allgemeine Angst und Verunsicherung (nicht die Band), ist schon spürbar. Was ist also das Richtige? Was ist das Sicherste? Das Bedürfnis nach Sicherheit verdrängt oft die Frage nach einem Sinn. Was soll...

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(Aus)Bildungs-Faschismus

Ich bin alles, nur nicht durchschnittlich, damit meine ich nicht, dass ich unterdurchschnittlich groß oderüberdurchschnittlich schwer bin. Mein Lebenslauf ist alles andere als gradlinig. Wobei die Idee der Gradlinigkeit von Leuten in einer Wirtschaft aufkam, die diese Gradlinigkeit oft selbst nicht bieten können. Ich habe vor der Uni versucht einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Für einen optimistischen Grünschnabel wie mich, stellte das damals kein Problem dar. Dachte ich zumindest, denn in Wirklichkeit sah das anders aus. In dem Jahr kamen damals 103 Bewerber auf 1 Ausbildungsplatz in Hannover, wie ich später mal in einem Artikel gelesen habe. Nach vielen, sehr vielen Bewerbungen, kamen wenige Bewerbungsgespräche und gar kein Ausbildungsplatz. Mir wurde gesagt, dass ich mit 19 zu alt bin, dass ich leider keine berufliche Erfahrung vorweisen kann und auch ab und zu, dass ich mit meinem Abiturüberqualifiziert bin. Die Logik dahinter scheint aber eine andere zu sein. Meine Monteure meintenöfter zu mir, dass sie auch keine Abiturienten nehmen, weil der Betrieb (so wie es bei mir auch gewesen wäre) nur eine Zwischenstation ist. Viele Studieren danach oder machen sich selbstständig, die wenigsten bleiben. Eine Ausbildung sei zu teuer dafür, dass der Betrieb danach nichts davon hat, meinten sie. Das Jahr war gelaufen, da ich mich nur zum Wintersemester auf einen Studienplatz bewerben konnte. Im nächsten Jahr, war ich dann frischer Student für Angewandte Informatik in Hannover. Ich merkte relativ schnell, dass trotz des Interesses am Thema das Studium nichts für mich ist. Wozu Wissen verarbeiten, wenn niemand mehr etwas weiß? Außerdem hatte ich das immer stärker werdende Gefühl, dass der Bachelorstudiengang ein Versuchsprojekt war und ich die Laborratte. Darum wechselte ich zu den Geschichts- und Politikwissenschaften. Ich hatte noch die Wahl zwischen dem Magister- und dem Bachelorstudiengang und entschied mich aufgrund meiner Erfahrung für den Magisterstudiengang. Die nächsten Semester waren toll. Für mich wußte ich, dass ich mich richtig entschieden hatte. Die Uni ist eine eigene Welt und nicht wie eine Schule. Man lernt erst beim Studium Dingeüber das Studieren selbst, die mindestens genauso wichtig sind, wie der eigentliche Studieninhalt. Dazu gehören vorallem interne Dinge. Dozenten und Mitarbeiter sind keine homogene Gruppe, die in Liebe, Friede und Eintracht lebt. Sie diskutieren miteinander, arbeiten gegeneinander und streiten ab und zu auch wie kleine Kinder. Es bilden sich Lager, Gruppen die sich unterstützen und ihre Interessen durchbringen, auch wenn diese schlechter für die Studenten sind. Es geht manchen um Macht und nicht...

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