Artikel mit dem angegebenen Tag "Inovation"

Zwischen Idiotie und Ideen

Es ist mal wieder so weit, wie jedes Jahr, findet gerade die Games Convention statt. Auf der Spielemesse werden neben den neuesten Spielen und Spielchen auch wichtige industrierelevante Dinge besprochen. Wie jede Branche fragt sich die Spieleindustrie natürlich, wohin es in Zukunft gehen soll. Während die Umsatzstärkste Branche der Kulturindustrie zwar immer größere Gewinne macht, sieht man langsam, dass die Entwicklung auf der Strecke blieb (für mich seit gut 7 Jahren). Und auch, wie in jeder anderen Industrie,  hat jeder seinen Sündenbock, seine Sicht und seinen oft schon an Blindheit erinnernden Knick in der Logik. Auf der einen Seite sind Menschen wie Steve Meretzky, die sich für mehr Innovation und bessere Narration aussprechen. Die Spiele auch heute noch als Kulturgut ansehen, denn gerade wo sie ihre Akzeptanz im Kulturkreis bekommen, ist das kaum noch für die Entwickler selbst wichtig. Auf der anderen Seite stehen Leute wie Cevat Yerli von Crytek. Er sieht die Zukunft der Spiele in besserer Technik, realistischerer Grafik und macht die Konsolen als Bremse für die Entwicklung aus. Außerdem müssen Spiele effizienter und billiger Hergestellt werden, um eine höhere Qualität zu erreichen. Das würde man z.B. mit dem Auslagern von arbeitsintensiven Prozessen in Billiglohnsektoren schaffen. Meiner Meinung nach haben natürlich Leute wie Steve Meretzky Recht. Jedenfalls so lange, wie Menschen wie Yerli darauf pochen, dass Raubkopierer an allem Schuld sind. Seiner Meinung nach hat Crysis sich so schlecht verkauft, weil es nur kopiert wurde. Dass es durch einen hübschen aber schlechten Engine auf 90% aller PCs unspielbar war, hatte natürlich nichts damit zu tun. Auch nicht, dass der Kopierschutz nicht mal Originale erkannt hat. Selbst wenn man es konnte, hat man, besonders bei niedrigen Details, gemerkt, dass das Spiel nichts kann. Die KI war dumm wie stroh und die Story war so flach, dass sie nicht mal der KI gefallen hätte. Außerdem sehe ich nicht ein, Prozesse auf Billiglohnprogrammiersklaven auszulagern. Man könnte sich einfach auch mehr Ideenüber Konzepte machen und den Gewinnanteil der Publisher verkleinern. Ich sehe schon eine Zeit kommen, in der statt Baumwohle Code angebaut wird. .: Weid al Yankovic – All about the Pentiums...

Mehr

Curse of the Lichking

So zweiter Artikel in der planlosen Zeitüberbrückungs-Aktion. Eben im Gespräch mit Gecko fiel mir, mal wieder, etwas auf. World of Warcraft an sich, ist gar nicht so schlimm. Auch als erfahrener Online-Rollenspieler hat es mir Spaß gemacht, auf eine andere Weise. World of Warcraft hat seinen Platz. Das Problem ist nicht World of Warcraft selbst, sondern die Spieler mit ihrer „was ich von Mama nich kenne dat essich auch nicht“ Engstirnigkeit und die Publisher/ Entwickler, die natürlich etwas vom großen Kuchen abhaben wollen. Es ist gut für Spiele, wenn sich der Spieler gleich an bekannten Elementen orientieren kann. Damit man Anhaltspunkte hat, um sich zurechtzufinden und einzuarbeiten. Jedes neue Spiel, versucht etwas neues zu bieten, ansonsten gäbe es auch keinen Grund ein altes durch ein neues zu ersetzen. Konzepte, die sich wirklich von anderen Spielen abheben, werden aber meistens im Laufe der Entwicklung stark beschnitten. Es wird streamlined, wie es so schön heißt, praktisch wird es aber hauptsächlich mainstream-freundlicher gemacht. Alle Ecken und Kanten, werden abgeflacht. Damit es eben nicht aneckt, sondern für jeden eine problemlose Erfahrung wird. Ecken und Kanten machen aber den Charakter eines Spiels aus. Spiele müssen Schwierigkeiten bieten, die es zuüberwinden geht. Spiele stellen einen vor Probleme, die gelöst werden müssen, um dann am Ende zu belohnen. Eine Charakterentwicklung in einem Rollenspiel ist auch nichts anderes, als investierte Arbeit, um etwas zu erreichen. Diese Ecken und Kanten vermitteln aber kaum noch unterschiede zwischen einzelnen Spielen, wenn sie zu flach sind. Alles spielt sich gleich, alle Probleme sind die gleichen und die mechanismen sind auch gleich. Sogar Diablo 3 sieht inzwischen aus wie World of Warcraft (Farbe, Charaktermodelle). Innovation und Unterschiede werden durch einen starken streamlining-process abgelöst. Soul Calibur verliert den die Marke auszeichnenen Story Modus, Fallout 3 wird vom rundenbasierten Rollenspiel, zum Shooter, Nintendo macht Harvest Moon statt Zelda. Dabei ist World of Warcraft sehr gut im tarnen mancher Prinzipien. Ich finde immer noch nicht, dass man viel können braucht, um erfolgreich zu sein. World of Warcraft regelt das anders, man braucht viel Zeit. Klar in MMORPGs war der Zeitaufwand immer ein Schlüssel zum Erfolg, aber bei WoW ist es praktisch die einzig wahre Ressource zur Entwicklung. Wer mehr Zeit hat, wird nicht wie früher nur schneller besser, sondern Zeit ist das einzige Element des Besser-Werdens. Gabe von Penny Arcade hat vor 3 Jahren etwas gesagt, was die Entwicklung der Spiele kennzeichnen sollte (hier gucken)....

Mehr