Artikel mit dem angegebenen Tag "Historiker"

(Aus)Bildungs-Faschismus

Ich bin alles, nur nicht durchschnittlich, damit meine ich nicht, dass ich unterdurchschnittlich groß oderüberdurchschnittlich schwer bin. Mein Lebenslauf ist alles andere als gradlinig. Wobei die Idee der Gradlinigkeit von Leuten in einer Wirtschaft aufkam, die diese Gradlinigkeit oft selbst nicht bieten können. Ich habe vor der Uni versucht einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Für einen optimistischen Grünschnabel wie mich, stellte das damals kein Problem dar. Dachte ich zumindest, denn in Wirklichkeit sah das anders aus. In dem Jahr kamen damals 103 Bewerber auf 1 Ausbildungsplatz in Hannover, wie ich später mal in einem Artikel gelesen habe. Nach vielen, sehr vielen Bewerbungen, kamen wenige Bewerbungsgespräche und gar kein Ausbildungsplatz. Mir wurde gesagt, dass ich mit 19 zu alt bin, dass ich leider keine berufliche Erfahrung vorweisen kann und auch ab und zu, dass ich mit meinem Abiturüberqualifiziert bin. Die Logik dahinter scheint aber eine andere zu sein. Meine Monteure meintenöfter zu mir, dass sie auch keine Abiturienten nehmen, weil der Betrieb (so wie es bei mir auch gewesen wäre) nur eine Zwischenstation ist. Viele Studieren danach oder machen sich selbstständig, die wenigsten bleiben. Eine Ausbildung sei zu teuer dafür, dass der Betrieb danach nichts davon hat, meinten sie. Das Jahr war gelaufen, da ich mich nur zum Wintersemester auf einen Studienplatz bewerben konnte. Im nächsten Jahr, war ich dann frischer Student für Angewandte Informatik in Hannover. Ich merkte relativ schnell, dass trotz des Interesses am Thema das Studium nichts für mich ist. Wozu Wissen verarbeiten, wenn niemand mehr etwas weiß? Außerdem hatte ich das immer stärker werdende Gefühl, dass der Bachelorstudiengang ein Versuchsprojekt war und ich die Laborratte. Darum wechselte ich zu den Geschichts- und Politikwissenschaften. Ich hatte noch die Wahl zwischen dem Magister- und dem Bachelorstudiengang und entschied mich aufgrund meiner Erfahrung für den Magisterstudiengang. Die nächsten Semester waren toll. Für mich wußte ich, dass ich mich richtig entschieden hatte. Die Uni ist eine eigene Welt und nicht wie eine Schule. Man lernt erst beim Studium Dingeüber das Studieren selbst, die mindestens genauso wichtig sind, wie der eigentliche Studieninhalt. Dazu gehören vorallem interne Dinge. Dozenten und Mitarbeiter sind keine homogene Gruppe, die in Liebe, Friede und Eintracht lebt. Sie diskutieren miteinander, arbeiten gegeneinander und streiten ab und zu auch wie kleine Kinder. Es bilden sich Lager, Gruppen die sich unterstützen und ihre Interessen durchbringen, auch wenn diese schlechter für die Studenten sind. Es geht manchen um Macht und nicht...

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Problemlösende Historiker?

Das ist ein Trackback an  Zwergenblick Erstmal: Sehr schön hier 🙂 Wir brauchen mehr Historikerblogs 😉 Ganz abgesehen vom Interesse an Geschichte, studiere ich Geschichte (noch auf Magister) um Probleme besser erfassen und analysieren zu können. Natürlich kann man vor allem aus der Vergangenheit lernen. Viele der heutigen Entwicklungen haben genauso oder soähnlich schon ein mal stattgefunden. Manche Phenomene wie z.B. Fremdenfeindlichkeit kommen oft in bestimmten Situationen auf. So kann man mit dem Wissenüber Vergangenes Zukünftiges abschätzen. Ganz davon abgesehen wird im Studium ein scharfes Auge geschult. Durch die Analyse von historischen Ereignissen lernt man auch heutige Dinge kritisch zu beurteilen. Dann eben auch nicht nur Stichpunkten wie „Ui, das ja blöd“ sondern man findet auch Ursachen und Wirkungen von eben diesen Ereignissen, die manchmal nur blöd scheinen. Und zum Thema Problemlösung in der Geschichtswissenschaft: Es gibt vieles was noch nicht geklärt ist. Auch wenn das Thema mich nicht sehr interessiert, in einem Seminar ist uns aufgefallen, dass wir (und nicht nur wir) keine Ahnung haben, wie Bauern in einem bestimmten Gebiet gedüngt haben. Vielleicht haben sie irgendwoher Dünger importiert und hatten Handelsbeziehungen von denen niemand weiß (aber eher nicht) oder sie haben eine andere Art zu Düngen, die heute niemand mehr kennt, aber vielleicht wirtschaftlich wichtig sein könnte (wohl eher auch nicht ;-)). Aber was ich damit sagen will, es schlummern immer nochüberall kleine Fakten, die auch heute einen großen Einfluss haben könnten. Und ich bin ja auch angehender Politologe (rettet mich!). Politologen lösen strukturelle, gesellschaftliche und natürlich politische Probleme (was ist Politik?). Aber die Wissenschaften brauchen einander. Es gibt Dinge, die Philosophen besser können, die Historiker besser können und die eben Politologen besser können. Zusammen kann man ein sehr genaues Bild einer Situation machen, dass alleine an bestimmten Stellen unscharf wäre. Ein Dozent für Medienpolitik war sehr frohüber die Arbeit der Historiker zu dem Thema, weil durch die Arbeitsweise der Historiker die Fakten viel leichter zu erschließen waren. Bearbeitet und geforscht hat dann der Dozent, aber auf Basis der Arbeit der Historiker. Sooo das war jetzt lang genug 😉 .:  Killswitch Engage – Break the Silence...

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