Artikel mit dem angegebenen Tag "Elite Unis"

Jetzt ist wird's finster

Wieder mal aus der Kategorie: (fast) ohne Worte. Mich ereilte gerade folgende Mitteilung eines Dozenten. (…) da am Freitag zeitweise der Strom am Historischen Seminar abgeschaltet wird, treffen wir uns im Studiendekant.(…) Wie dem ganzen Seminar wird der Strom abgedreht? Frei nach dem Motto: Wer Freitags arbeitet, ist selbst schuld. Ganz abgesehen davon, dass das zeigt, wie abhängig wir von Strom sind – Historiker oder nicht. Zwar kann ich mit dem Laptop ein paar Stundenüberbrücken, aber auch der funktioniert nur mit Strom. Aber wer dreht denn den Strom in der Vorlesungszeit ab. Zum Glück kann uns der Dozent durch Vitamin B in ein andere Gebäude verlagern. .: Emilie Autumn – What if...

Mehr

How to be elite?

So, die Bauchschmerzen müssen warten. In Digireg hat mich wieder ein Stein angestoßen, um einen Beitrag zu schreiben. Es geht um das neue Logo, der StreitnizLeibniz Universität Hannover. Abgesehen davon, dass ich die Zahlenreihe durchaus hübsch finde, gefällt mir der Rest des Logos und dessen Charakter nicht. Die Bedeutung ist bei genauerem hingucken klar. Das Universalgenie Leibniz legte den Grundstein für die Informatik, die universelle Kommunikation und auch alle computergestützten Wissenschaften. Es geht hier nicht um Kekse, sondern den Versuch der Uni Hannover sich mit Leibniz als etwas herausragendes zu legitimieren. Hier wird sich auf den Grundstein einiger Wissenschaften berufen, aber durch den engen Fokus des Logos auch viele andere Wissenschaften außen vorgelassen. Es scheint ein bisschen den Charakter eines „Wir gehören zur Elite“ Logos zu haben. Allerdings finde ich die Scheinheiligkeit dieses Versuchs durchaus ketzerisch. Während sich auf einen großen Wissenschaftler berufen wird, werden angehende Wissenschaftler von der Uni geworfen, weil ihr Studiengang den falschen Namen trägt. Statt der Lehre scheint sich diese Uni dem Prestige verschrieben zu haben. Worum geht es hier eigentlich? Die Forschung, gute Standards oder pubertäre Profilierung? Schade, dass wir nicht Leibniz fragen können. Ich denke nicht, dass er verstanden hätte, warum Wissen auch den richtigen Namen tragen muss. Ist Leibniz ein Vorbild für die Universität Hannover oder deren ganz persönliche Prostituierte? .: Garbage – Androgyny...

Mehr

Die Zeit war schön, ihr könnt jetzt gehn

Heute Morgen habe ich gerade einen Eintragüber die letzten Tage verfasst.über die Erhöhung der Lebenskosten und allem möglichen aktuellen Scheiß, der einem das Leben erschwert. Das zweite Phänomen neben der Verteuerung aller Dinge ist, dass alles schneller gehen muss. Im Zuge dessen hat unsere Regierung auch den Bachelor Studiengang eingeführt. Englische Namen klingen immer modern und international. So wollen wir ja sein. Im Zuge dessen wurde der Studieninhalt auch verändert. So verändert, dass man in kurzer Zeit eine Menge tun muss, ohne etwas dabei zu lernen. So ist es zumindest bei uns in Geschichte. Ich bin einer der letzten Magister Studenten. Es liegt auch schon alleine am Namen „Magister“. Das ist lateinisch. Tote Sprachen vermitteln keine Tradition des Wissens, sondern wohl eher Stillstand. So hilft ein neuer Begriff, ein neuer Name immer bei Umschichtung alter Zustände. Sie endgültig zu lösen und zu verbessern, wäre wohl zu kompliziert. So versauern die Schüler unserer Schulen immer noch in einem Uralten System, das mit neuen Namen undüberbrückungslösungen versucht modern zu erscheinen. Der Vergleich ist etwas hart, aber heute bin ich besonders kaltblütig. Im Moment kommt es mir so vor, als wären wir Magister die Nazis des Bildungssystems. Keiner mag uns, wir stehen alleine und dumm da und man versucht uns zu vernichten. Eine Politik der Verdrängung herrscht nicht nur in unserem Vergangenheitsbild, sondernüberall. Aber wir kann man etwas verdrängen, das noch existiert? Sehr schwer. Darum wird mit den Magistern gemacht, wozu der Staat beim Rechtsradikalismus nicht die Eier hat. Es wird verboten, boykottiert und ausradiert. Magisterstudenten sind ja auch die größeren Probleme unseres Staates, größer zumindest als Rechtsradikalismus oder Vergangenheitsbewältigung. Was ich damit sagen will? Heute in der Uni war ein Schriftstück ausgehängt, das sich wie folgt zusammenfassen läßt: „Alle Magister müssen bis zum 01.04.09 scheinfrei sein, danach werfen wir euch raus.“ Das sind noch 3 Semester. Das wäre auch so schon knapp, aber ich bin im Rückstand. Im Rückstand durch meine 6 Semester dauernde Tortur mit der Gallenblase. Im Rückstand durch die Ignoranz von Fr. RK. Im Rückstand durch meine manchmal mangelnde Motivation. Jetzt muss ich in 3 Semestern 4 Scheine in Geschichte machen. Dazu noch das Praktikum und die Exkursion. Mit Glück und Anstrengungen wäre das schaffbar. Dazu kommen aber noch 2 Scheine in Politik, eine Zwischenprüfung und dann noch das ganze Hauptstudium. Ich bin jetzt im 7. Semester, liege 2 Semester zurück wegen meinem Krankenhausaufenthalts und allem was damit...

Mehr

Akademiker

Öfters mal was neues. Ich habe heute nach fünf Semestern das erste Mal den Bus zu Uni verpaßt. Da bleibt Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Denkt euch einfach dieüblichen einführenden Entschuldigungen. Ich habe leider viel um die Ohren. Es stellt sich mir mal wieder die Frage nach der Art und Weise der Durchführung meines Studiums. Ich habe mich damals entschieden für Wissen zu Studieren, weil ich Wissen, wirkliches Wissen als kostbar ansehe. Das mag zwar im Gegensatz zu meiner ausgiebigen Spielerei und unkonventionellen Arbeitsweise stehen, aber das sieht nur so aus. Ich möchte das tun, was mir im Leben wichtig ist und suche ständig nach einer Rechtfertigung dafür. Warum? Weil ich so, wie ich bin, nicht homogen mit dem gesellschaftlichen Idealbild bin. Dabei würde sich erst einmal die Frage stellen, wer denn ein gesellschaftliches Ideal definiert, und ob man als Teil der Gesellschaft nicht das Recht hat sein Ideal selbst zu definieren. Die Gesellschaft ist die Summe der Individuen. Obwohl ein allgemeines Leitbild von der präsentesten oder kulturell einflußreichsten Gruppe gebildet wird, fließt auch das ankantende, rückgradlose oder radikale Individuum mit ein. Man hinterläßt immer eine kleine Kerbe im Ganzen und schafft durch die Konfrontation mit einem Ideal ambivalente Erfahrungen bei allen Beteiligten. Also traut man sich Individuum zu sein, trägt man seinen Teil zur Schaffung und Veränderung eines Idealbildes bei. Frei nach einem risikoreichen Trial and Error verfahren. Praktisch der Bruteforce Angriff auf die Formel für das perfekte Miteinander. Das bedeutet scharf gesagt, daß auch Mörder ihren Platz in der Gesellschaft haben. Sie haben uns gezeigt warum eine solche Handlung schlecht und zu verurteilen ist. Das führt uns zum nächsten Schritt. „Verurteilen“ bedeutet, daß zwar jedes Individuum auf eine Weise zur Veränderung oder Bestätigung eines gesellschaftlichen Ideals beiträgt, aber dieses Individuum seine Handlung damit nicht rechtfertigen kann. Des Weiteren müssen wir das gesellschaftliches Idealbild und die gesellschaftliche Realität mit der nötigen Trennschärfe betrachten. Damit meine ich, daß wenige wirklich ein Ideal erreichen, weil es nicht in ihren Möglichkeiten steckt. Andere aber streben diese Ideale auch gar nicht an. Damit kommen wir auch endlich zum Ende des einleitenden Komplexes. Warum sollte man Idealbilder anstreben? Selbst als Individuum wider aller Norm, leistet man seinen teil zu einem veränderten Ideal bei. Sofern auch nur ein einziger Mensch die Existenz eines anderen Berührt, nimmt er einen, wenn auch mikroskopischen, Einfluß auf sein Leben. Jeder sollte den Weg gehen, der ihn glücklich...

Mehr