Artikel mit dem angegebenen Tag "CDU"

Bildungsschmarozer

Brave Kinder finden im Winter Süßigkeiten in ihren Stiefeln. Böse Kinder hingegen eine Rute. So jedenfalls in Norddeutschland. Was finden  Masterstudenten, die sich entscheiden sich weiterzuqualifizieren und noch ein paar Jahre an der Universität bleiben? Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Vielleicht sollte man damit anfangen, was Bachelorstudenten überhaupt bekommen. Immerhin sind sie die Basiszutat für die Masterstudentenbackmischung. Am Freitag findet die nächste Evaluierung des Bologna-Prozesses statt. Das ist der Prozess indem die alten Studiengänge, wie Diplom und Magister, durch Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt worden. Geschaffen werden sollten effizientere, international vergleichbarerer und unkompliziertere Studiengänge. Früher haben die Unis alle ihr eigenes Süppchen gekocht. Die Reform konnte das erfolgreich ändern. Inzwischen kochen sie unterschiedliche Nudelsoßen, aber haben es noch nicht geschafft sich auf Bolognese zu einigen. Die Studiengänge sind unübersichtlicher denn je. Vielerorts verzweifeln am Creditpoint System nicht nur die Studenten, sondern auch die Dozenten. Das scheint sich auch in der internationalen Vergleichbarkeit niederzuschlagen, zumal es schon schwer ist seine Studienleistungen an einer Uni im gleichen Bundesland anerkannt zu bekommen. Diejenigen Studenten, die ihren straffen Zeitplan schaffen und in sechs Semestern schaffen, haben zwar nicht so viel gelernt, wie die alten Studiengänge, sind aber schneller fertig. Dumm nur, dass der Bachelor an vielen Unis auf 8 Semester erweitert wird. Dort bleibt ein niedrigerer Bildungsabschluß mit ähnlichem Zeitaufwand wie früher. Für mich ist die Bologna-Reform ein von der Wirtschaft diktierter bildungspolitischer Kurs. Leider denkt die Wirtschaft nur kurzfristig, während die Studenten länger etwas von ihrer Ausbildung haben müssen. An ihnen wurde ausprobiert, wie man ein wirtschaftsnahes Studium gestalten kann. Wie viele bei so einer Operation am offenen Herzen auf der Strecke bleiben, ist nicht wichtig. Auch heute noch rufen die Unternehmen „Mehr Praxis!“. Das an einer Uni theoretisiert wird, passt wohl nicht zum Bild einer akademischen Anstalt. Die Unternehmen wollen möglichst Junge, möglichst praxisnahe Zahnräder, die in ihr Getriebe passen, ohne selbst viel Kosten und Mühen anzuwenden. Also praktisch wie eine Berufsausbildung, ohne das Risiko selbst zu tragen. Nachdem das Abitur in Deutschland standard wurde, musste ein neuer Bildungsgrad geschaffen werden, um sich von der Masse zu unterscheiden. Da sich natürlich alle von der Masse unterscheiden wollen, studieren inzwischen sehr viele junge Menschen. Aber ist das wirklich Sinn der Sache? Braucht jemand, der als Grafikdesigner Werbebanner erstellt, ein Kunststudium? Muss wirklich irgendein Studium im Lebenslauf stehen, um einen Job zu bekommen? Mit etwas Zynismus sehe ich eine Zeit auf uns...

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Mit voller Kraft in den Untergang

Man, war das eine Woche. Ich gehöre, trotz allem, eher zu den gemäßigten Bloggern. Ich schreibe zwarüber so ziemlich alles, aber zweifle nicht gleich die sexuelle Ausrichtung anderer Leute an und denke auch nicht, dass alle Menschen schlecht sind, außer Mutti. Trotzdem habe ich eine Wut im Bauch, dieüber ein bloßes Aufflammen von Agression hinaus geht. Ich habe mich schon immer unregelmäßig kritischüber die politische Situation geäußert. Wo früher demokratietheorethische Fragen standen, kam dann das blanke Entsetzenüber Stoiber, Schäuble und von der Leyen. Das Entsetzen ist inzwischen mehr eine fassungslose Ratlosigkeit. Ich vertraue nur zwei Dingen in unser Demokratie. Wobei man auch nicht von einem wirklichen Vertrauen reden kann, sondern eher von einer positiven Haltung. Ich denke, dass Bundesverfassungsgericht ist eine der demokratischsten Intitutionen, die wir haben und dann ist da noch Wiki-Leaks. Wiki-Leaks sammelt geheime Dokumente und Informationen, wie zuletzt einen Teil des Vertrags zur geplanten Maut. Natürlich, darf man diesen Informationen nicht blind glauben, aber durch Wiki-Leaks kommt vieles zu Tage, was die Politik im demokratischen Prozess selbst offenlegen müßte, aber dann lieber doch nicht tut. Ansonsten kann ich nicht sagen, dass ich an eine Person oder Instution in diesem Land wirklich glaube. Zu recht. Mit Politikern wie Schäuble, Stoiber, Koch, von der Leyen oder Christina Köhler in den fordersten Reihen politischer Vertretung, ist das auch kein Wunder. Diese Woche ging es wirklich heiß her. Es begann am Montag damit, das von der Leyen das Internet mit der Entdeckung neuer Kontinente verglich. Als die Europäer die Neue Welt entdeckten, haben sie Gesetzlosigkeit, Gewalt und das Recht des Stärkeren abgeschaft. So habe es durchaus „positive Rückkopplungen“ für die Ureinwohner gegeben. Jemand sollte mal ihr Geschichtsverständnis prüfen. Ja, die armen, kulturlosen Inka und Indianer. Die waren ja nichts ohne uns. Von der Leyens Schluß daraus war, dass die Internet-Nutzer genausowenig (also gar nichts) zu befürchten haben, wie die Ureinwohner Amerikas. Ganz tief drinnen, fühle ich mich jetzt wirklich beruhigt. Sicher. Dann kam der Herr Stahl, dessen Name wohl Programm ist. Den Polizisten in NRW geht es furchtbar, darum brauchen sie Gestapo-ähnliche Befugnisse. Aber, er hat nicht vor, sie in Gestapo umzubenennen, Polizei reicht völlig. Stahl forderte eine bessere Videoüberwachungöffentlicher Plätze, das Recht Computer und Mailverkehr zuüberwachen und den neuen Typus des billig-Polizisten, der unbewaffnet für (noch) weniger Geld, einfache polizeiliche Tätigkeitenübernehmen kann. Aber mit soetwas ist er ja auch in guter Gesellschaft. De Maziére lies am Donnerstag auch seine...

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Der Schäuble ist tot, es lebe der Schäuble

Wie bringt man sein Land nach Vorne? Viele würden wahrscheinlich sagen: Eine starke Wirtschaft. Die innovativen unter Ihnen würden bei einer guten Bildung anfangen. Aber wir sind hier in Deutschland und scheinen das anders zu sehen. Jedenfalls unsere gewählten (oder auch nicht) Vertreter. De Maizière sieht das > so <. Auf die Schuleübertragen würde sein Ansatz wie folgt aussehen: Die beste Schulform wäre auch ein Internat, ausgestattet mit allsehendenüberwachungskameras. Es gäbe viele Strafen, denn je drakonischer die Strafen, desto besser die Schüler. Außerdem wäre jede Strafe erlaubt, denn die Debatte muss nicht darüber geführt werden, was erlaubt ist, sondern wie oft es angewandt wird. Für mich klingt das ein wenig nach dem Chinesischen Nationalzirkus, aber wenig danach, wie man ein ganzes Land nach vorne bringt. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem kleinen Stück Hoffnung zur Kenntnis genommen, dass de Maizière auf inneren Frieden statt innerer Sicherheit setzen will. Heute drängt sich mir der Gedanke auf, dass er diesen inneren Frieden mit Morphium im Trinkwasser erreichen will oder durch die Lobotomie von aufsässigen Bloggern, vorrausgesetzt, sie wird nur in Maßen angewandt. Ließt man den Artikel auf Heise.de zwischen den Zeilen, dann könnte man das Innenministerium auch in Schäubleministerium oder Reichskontrollbehörde umbenennen. Die Mittel müssen also den Verbrechen angepasst werden. Jeder Bürger scheint unter Generalverdacht zu stehen, besonders wenn man den folgenden Abschnitt ließt: „Bei 6 Millionen Straftaten im vorigen Jahr,über 140 Millionen Festnetz- und Mobiltelefonanschlüssen und mehr als 43 Millionen Erwachsenen ab 14 Jahren, die online sind, seien 5300 Verfahren sehr maßvoll“ @ Heise.de Immerhin stellt er die Verfahren allen Bürgern gegenüber. Aber in Kombination mit: „Maß in der Anwendung ist wichtiger für den Grundrechtsschutz als manche Debatte bei der Gesetzgebung.“ @ Heise.de und: „Für de Maizières Geschmack wird aber auch zu vielüber die rechtsdogmatische Begründung für Grundrechtseingriffe diskutiert und zu wenig darüber, wie viele Menschen davon betroffen sind.“ @ Heise.de zeigt sich ein demokratischer Albtraum. Der Zweck heiligt die Mittel und jedes Gesetz darf gemacht werden, man muss es ja nicht oft benutzen. Wenn das die Ethik unseres Landes darstellt, möchte ich dass sowohl Minister Jung als auch jeder andere Verantwortliche für den tragischen Bundeswehrangriff auf die Tanklaster keine negativen Konsequenzen zu spüren bekommen. Immerhin deckt sich das mit der Denkweise unserer Regierung. .: MC Frontalot – I hate your Blog...

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Nachrichtenrunde

Huhu, man lese einfach nur die beiden Artikel in Kombination. Die Krankmacher @ Spiegel Online Die Sozialverbände mobilisieren gegen höhere Gesundheitskosten @ Spiegel Online .: Paramore – Misery Buisness...

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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Wahl ist vorbei. Die Stimmen sind gezählt, die Ergebnisse werden analysiert und Merkel kann nun endlich wieder aufhören zu Menscheln.  Sie sah zuerst etwas unbeholfen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse aus. Sollte sie sich jetzt freuen, dass sie weiterhin Mutter der Nation ist, die Miss Tschörmänie? Oder graut es ihr vor Westerwelle und seiner erstarkten FDP? Ja Guido ist Angelas Steigbügelhalter zum guten wie zum schlechten. Egal was Negatives passiert war, nichts ist an Merkel haften geblieben. Im Gegenteil die guten Dinge sind ihr sogar nachgeflogen. Merkel, die sich erst gegen Konjunkturhilfen und die Einmischung des Staates in die Wirtschaft gewehr hatte, ist jetzt Heldin der Finanzkrise. Wie geht das weiter? Jetzt steht neben ihr nicht mehr eine zerstrittene SPD sondern eine starke FDP. Das Ergebniss der FDP wird gefeiert, trotzdem muss man beachten, dass sie stimmentechnisch ungefähr so weit hinter der SPD ist, wie diese hinter der CDU. Auch wenn viele das als Indiz des Sieges des Neoliberalismus sehen, muss ich da widersprechen. Ich denke es sind viele wirtschaftlich liberalere Wähler von CDU und auch von der SPD zur FDP abgewandert. Die CDU ist nicht mehr dieselbe wie zu Kohls Zeiten, genausowenig wie die FDP. Unter Merkel ist die CDU um einiges sozialdemokratischer geworden. Sie erinnert mich an eine SPD mit klassischen christlichen Grundfesten. Aber genau sagen, was die CDU nun ist, kann ich nicht. Ich denke nur, dass die CDU Bundestagsfraktion unter nicht das widerspiegelt, was die traditionellen CDU Wähler wollen. Genauso wie die FDP meinem Empfinden nach sozialer geworden ist. Viele Menschen, die die FDP gewählt haben, haben sie für den Forschritt gewählt, den sie verkörpert. Für den Weg in eine moderne Zukunft, aber nicht in eine unmenschliche. In Zeiten der Finanzkrise ist es in de FDP erstaunlich still um neoliberale Themen geworden, und wesentlich lauter um Inhalte wie innere Sicherheit, Internetzensur usw. Woran liegt das? An der Piratenpartei, an einem Interesse der FDP an den Themen oder daran, dass liberale Märkte im Moment eher ein Schimpfwort ist? Es ist wohl, wie immer eine Mischung aus allem. Die FDP hat schnell bemerkt, dass ich mit dem Thema Wähler fangen lassen. Besonders die Wähler, die die Piraten wählen wollten, aber es wegen Tauss oder der frische der Partei nicht konnten. Dabei war Westerwelle, so wie viele andere FDP Mitglieder, nicht mal anwesend bei der Abstimmung um die Internetzensur. Der Generationskonflikt ist deutlich spürbar. Wahlkampf wirdüber die...

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