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	<title>Wahn der Gedanken</title>
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	<description>Liebe deinen inneren Freak</description>
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		<title>Life happens</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 09:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebes Tagebuch, ich habe lange schon keinen richtigen Tagebucheintrag mehr geschrieben und jetzt bin ich wieder in der richtigen Stimmung dafür. Ich sitze draußen und mir ist kalt. Bei 9°C im T-Shirt ist das auch nicht anders zu erwarten. Allerdings drängt sich mir die Frage auf, was kann man erwarten und woran bin ich selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/05/7110182883_62202fc604_c.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2840" title="Careful now please" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/05/7110182883_62202fc604_c-300x200.jpg" alt="Badger begging for food" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Liebes Tagebuch,</p>
<p>ich habe lange schon keinen richtigen Tagebucheintrag mehr geschrieben und jetzt bin ich wieder in der richtigen Stimmung dafür. Ich sitze draußen und mir ist kalt. Bei 9°C im T-Shirt ist das auch nicht anders zu erwarten. Allerdings drängt sich mir die Frage auf, was kann man erwarten und woran bin ich selbst Schuld. Beruflich bin ich immer noch in diesem Zustand irgendwo zwischen schwerelos und Streckbank. Mein Minivertrag an der Uni macht mir Spaß, gibt aber nicht viel Geld her. Dann arbeiten wir noch daran das Forschungsprojekt zu bekommen, über das ich dann auch meine Doktorarbeit schreiben würde. Aber die Mühlen mahlen langsam und so zieht die Zeit ins Land. Ich kann nicht mit meiner Doktorarbeit anfangen bevor ich nicht weiß, ob das klappt oder nicht. Genauso wenig bewerbe ich mich jetzt weiter, wo ich die Chance habe etwas Eigenes zu machen. Das blockt alles aber auch die Stipendien. In den meisten steht, dass ich nichts dazu verdienen darf. Also was nun?</p>
<p>Eine Möglichkeit wäre in den Sack zu hauen und mir einen dämlichen Job zu suchen, wie jeder andere auch. Die andere Möglichkeit wäre durchzuhalten und sehen was rauskommt. Auch wenn ich immer mehr zu Nummer eins tendiere, will ich weiter durchhalten, andernfalls war alles umsonst. Richtig unzufrieden macht mich auch nur die private Situation. Von zu Hause arbeiten ist nicht unbedingt schön und das was man sich vorstellt. Es fehlt der Abstand, um gut arbeiten zu können, jedenfalls wenn viel passiert. Zum einen Nerven mich die Katzen im Moment furchtbar und ein- oder aussperren ist dabei auch keine Lösung. Zum anderen stören mich menschliche Beziehungen. Das klingt schrecklich, ist aber so. Ständig klingelt das Telefon, Freunde, Mieter, Familie. Ich bin ziemlich gut im Ignorieren, was ich aber nicht ignorieren kann oder möchte ist, wenn es einem Freund wirklich schlecht geht und er anruft. Leider passiert zeitweise vier Mal am Tag.</p>
<p>Ich kann einfach oft keinen klaren Gedanken fassen. Aber klare Gedanken sind das, was ich hier machen muss. Ich muss selbstständig arbeiten, eigene Ziele und Projekte machen. Jeder Tag an dem ich nichts tue, ist ein Tag an dem ich weiter weg davon bin, einen guten Job zu haben. Das verstehen zwar viele, Verständnis hat aber fast keiner. Arbeit für die man nicht bezahlt wird, ist keine Arbeit. So denken zumindest viele. Aber ich mache mir viel Arbeit und es ist etwas, das mich hoffentlich weiterbringt.</p>
<p>Da bin ich auch etwas empfindlich. Die Male, die ich von meiner Familie gehört habe, dass ich etwas gut gemacht habe und man stolz auf mich ist, kann ich an einer Hand abzählen. Ich habe gelernt mir das Gefühl selbst zu geben, allerdings bin ich gerade auch ein Arsch zu mir selbst, also fällt das auch aus. In einem Teil meiner Familie bin ich als Akademiker fast so angesehen wie ein Massenmörder (der Arbeitet wenigstens mit den Händen). Was mich dazu  bringt, dass meine Oma seit 8 Wochen ein Pflegefall ist, da sie sich die Hüfte angebrochen hat. Die letzten Wochen waren nicht leicht, vor allem auch wegen den familiären Spannungen, weil durch so einen Fall die Familienteile zusammenkommen, die lieber nichts miteinander zu tun haben. Wer pflegt Oma, wie wird Oma gepflegt, erholt sie sich noch? Und dazu noch viel Ignoranz und böse Absichten.</p>
<p>Oma ist jetzt wieder zu Hause seit Freitag, braucht aber viel Hilfe, weil sie keine Lust auf die Reha hat und einfach zu faul ist. Das klingt jetzt wieder hart. Aber meine Oma ist nicht die niedliche kleine Frau mit Keksen und Milch, auch wenn sie so aussieht. Sie hat absichtlich viel Leid verursacht und ist glaube ich nur netter geworden in den letzten paar Jahren, weil ihr alles andere zu anstrengend ist. Seit diesen paar Jahren steht sie auch bei mir auch besser da, einfach ist es trotzdem nicht. Oma ist faul und manipulativ auf der schlechten Seite und ängstlich und unselbständig auf der guten Seite. Seit gut 10 Jahren bezahlt sie alle möglichen Leute dafür das zu tun, wozu sie keine Lust hat. Beispielsweise habe ich immer für sie eingekauft, bis ihr Arzt gesagt hat, dass sie das selbst tun soll und kann, weil sie noch fit ist. Was macht sie? Sie kauft sich wen zum Einkaufen. Wenn man nicht ihrer Meinung ist, versucht sie Geld als Druckmittel zu nehmen. Ich selbst bin solange ich in diesem Schwebezustand bin wieder abhängig von ihrem Geld und das gefällt mir gar nicht. Zum einen, weil ich auf eigenen Füßen stehen will, zum anderen, weil ich meinen eigenen Kopf habe. Aber ich bin ihr dankbar und will ihr helfen. Manchmal frage ich mich nur, ob das so ist, weil sie inzwischen netter geworden ist oder ich auch gekauft bin.</p>
<p>Zurück zum Thema. Oma geht allem aus dem Weg, das sie nicht mag. Dazu gehören auch Ärzte und Essen. Jetzt ist sie durch ihren Bruch in der Situation, dass sie es nicht kann. Zum einen macht sie sich dadurch Luft, dass sie die Wut an den Leuten auslässt, die ihr helfen wollen. Zum anderen stellt sie sich einfach quer, weswegen ihre Reha auch länger dauert als sie müsste. Sie lagert alles was geht auf andere Leute aus und merkt nicht, wie sie uns damit das Leben schwer macht. Ich will helfen, aber wie hilft man wirklich? Indem man ihr dabei hilft die Anweisungen der Ärzte zu umgehen? Wohl kaum.</p>
<p>Im Moment muss sie noch einen Rollator zum laufen gehen (weil sie in den ersten Wochen die Therapie verweigert hat). Der passt nur leider an einigen Plätzen nicht durch die Wohnung. Aber der Freund meiner Oma, ihr helfen wollte und ein paar Möbel verrücken könnte, wurde für die Idee verbal überfahren. Jetzt kommt sie nicht ins Bad oder aufs Klo. Ihre Lösung:&#8221;DANN GEH ICH HALT NICHT AUFS KLO!&#8221;. Was wohl dafür gesorgt hat, dass sich der Freund jetzt den Stress nicht mehr macht. Verständlich.</p>
<p>Während alle aus ihrem Teil der Familie immer etwas Wichtiges zu tun haben, sind wir für meine Tante einfach billige Ressourcen, die eingeplant werden. So soll ich Oma ohne viel zu fragen Donnerstagmorgen wecken und ihr eine Tablette geben. Zum einen habe die Ruhe an meinen freien Tag im Moment nötig. Allerdings helfe ich wie gesagt gerne und das alles wäre auch kein Problem, wenn ich nicht wie eine Ressource behandelt werden würde und noch wichtiger: Es kontraproduktiv wäre. Oma soll wieder alleine zu Hause wohnen und nutzt diesen Vorfall jetzt, um noch weniger selbst machen zu müssen. Tablette nehmen? Es ist doch viel schöner, wenn das jemand für sie macht. Ich weiß genau, wenn ich es nicht tue, nimmt sie die Tablette gar nicht. Wenn ich es tue, macht sie es nie selbst. Was tue ich jetzt?</p>
<p>Solche Fragen stelle ich mir in den letzten 6 Wochen nur noch. Meine Doktorarbeit ist seitdem kein Schritt weiter gekommen und andere Projekte auch eher wichtig. Ich kann mich nicht um sie kümmern und nur weil ich zu Hause bin, werde ich in Besitz genommen. Aber ich arbeite hier und bin eigentlich gar nicht da. Das große Problem ist denke ich immer noch, dass die Leben der Helfenden Oma egal sind. Sie sieht nur sich selbst. Das liegt nicht an ihrem Alter, so war sie schon immer. Sie ist nicht hilflos oder senil, sie weiß genau was sie tut. Das gibt jedem Helfen einen schlechten Beigeschmack. Aber helfen tut man, weil man sie auch immer noch mag.</p>
<p>Nebenbei passiert noch alles Mögliche andere. Katzenbabies vor der Tür, verschwundene Katzen, Geburtstage, Todesfälle. Leben passiert. Im Moment freue ich mich nur sehr wenig darüber, weil ich bei dem ganzen Kram mir vorkomme, als hätte ich kein Platz in meinem Leben für mein Leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Von Rechts nach Links</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 14:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wegen der aktuellen Debatte über den Umgang mit rechtem Gedankengut, muss ich auch mal meine Meinung loswerden. Generell geht es darum, wie mit rechtsradikalem Gedankengut umgegangen werden soll. In diesem Fall geht es genauer darum, ob beispielsweise &#8220;Mein Kampf&#8221; in Deutschland wieder verkauft werden kann. Das schlimme an der Debatte ist nicht das Thema, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/6321569841_f9cfd8d070_z.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2829" title="Raben im Nebel" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/6321569841_f9cfd8d070_z-300x200.jpg" alt="Raben im Nebel auf einem Baum" width="300" height="200" /></a>Wegen der <a title="Piraten gegen Rechts" href="Http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/piraten305.html" target="_blank">aktuellen Debatte</a> über den Umgang mit rechtem Gedankengut, muss ich auch mal meine Meinung loswerden. Generell geht es darum, wie mit rechtsradikalem Gedankengut umgegangen werden soll. In diesem Fall geht es genauer darum, ob beispielsweise &#8220;Mein Kampf&#8221; in Deutschland wieder verkauft werden kann.</p>
<p>Das schlimme an der Debatte ist nicht das Thema, sondern die Debatte selbst. Als Deutsche haben wir ein großes Problem mit der Schuld am Holocaust umzugehen, so dass wir bei jedem Gespräch über das Thema empört die Arme in die Luft werden und jeden als Nazi bezeichnen, der eine eigene Meinung hat. Es findet kein Gespräch statt, es werden keine Argumente ausgetauscht und sich nur gegenseitig beleidigt. Ich bin für einen Verkauf des Buches an Volljährige und will hier mal darlegen warum. Es kann sein, dass ich meine Meinung später ändere, da ich mich gerne von anderen Argumenten überzeugen lasse.</p>
<p>Ich denke den Verkauf des Buches zu ermöglichen, würde zur Entmystifizierung Hitler&#8217;s beitragen. Das Buch zeigt deutlich wie wirr und fernab jeder Realität Hitler war. Ich kann mir kaum vorstellen, dass durch eine freie Verfügbarkeit des Buches die Menschen auf einmal alle Rechtsradikal werden. Genauso wenig wie Shooter automatisch Amokläufer erzeugen. Letztendlich sind Bücher  anderer Massenmörder frei erhältlich und ich finde es scheinheilig wie beispielsweise mit China umgegangen wird, wenn man die Taten von Mao in Betracht zieht.</p>
<p>Die völlige Tabuisierung eines Themas schafft für mich genau das, was die Befürworter vermeiden wollen: Raum. Man kann keine Argumente entkräften, sich den Ideen stellen, um sie zu widerlegen, ohne in eine gesellschaftliche Grauzone zu treten. Natürlich freuen sich unsere braunen Idioten ein Loch den Bauch, wenn man mit &#8220;Mein Kampf&#8221; in der Öffentlichkeit rumlaufen kann. Aber die wirklichen Rechtsradikalen haben es entweder sowieso zu Hause oder gelesen &#8211; Verbot hin oder her.</p>
<p>Das wichtige ist, dass man auch den Gegnern Zugang zum Wissen gibt. Wie soll man sonst vollständig verstehen, warum man dagegen ist? In Europa (außer Deutschland) sind seit langem die rechten Parteien auf dem Vormarsch. Ich denke es liegt weniger daran, dass man dort &#8220;Mein Kampf&#8221; kaufen kann, sondern dass viele Probleme mit Fremdenfeindlichkeit gelöst werden. Wir Deutschen haben eine schlimme Erfahrung gemacht, deren Lehre uns im Moment davor bewahrt auf nationaler Ebene die rechten Parteien wieder aufstreben zu lassen. Aber wie lange hält diese Erfahrung vor? Wann folgt durch ein Tabu ein vergessen der Ursachen?</p>
<p>Wenn ein einziges Buch einen Ausbruch von rechtsradikaler Gesinnung auslöst, dann haben wir nichts gelernt. Ich möchte Fremdenfeindlichkeit keinen Raum geben und genau deswegen finde ich grundsätzliche Verbote und ein Schweigen falsch. Durch Tabus überwindet man die Angst vor dem eigenen Schatten nicht, sondern gibt ihm macht über sich und macht ihn größer.</p>
<p>Edit:</p>
<p>Ach wie jetzt? <a title="Mein Kampf wird Schulbuch" href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,829502,00.html" target="_blank">Rechtsradikale, überall Rechtsradikale!</a></p>
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		<title>Von hier nach weg</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 21:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier steh ich nun, sechs Monate nachdem ich meine wissenschaftliche Karriere angefangen. Karriere, das ist so ein Wort, das automatisch Erfolg vermittelt. Selbst eine gescheiterte Karriere klingt eher nach einem Unglück und danach, dass man zumindest vorher Erfolg hatte. Ich fühle mich nicht so, als hätte ich etwas Großes erreicht. In den letzten Monaten habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/7021527797_85f8e1c419_c.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2826" title="Lichter im Dunkeln" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/7021527797_85f8e1c419_c-300x200.jpg" alt="Zwei Kerzen im Dunkeln" width="300" height="200" /></a>Hier steh ich nun, sechs Monate nachdem ich meine wissenschaftliche Karriere angefangen. Karriere, das ist so ein Wort, das automatisch Erfolg vermittelt. Selbst eine gescheiterte Karriere klingt eher nach einem Unglück und danach, dass man zumindest vorher Erfolg hatte. Ich fühle mich nicht so, als hätte ich etwas Großes erreicht. In den letzten Monaten habe ich Fortschritte gemacht, aber der Durchbruch ist mir nicht gelungen. Soll ich mir jetzt sagen, dass es erst sechs Monate waren? Dass ich unmittelbar nach meinem Abschluss die Chance auf einen kleinen akademischen Job hatte? All das sind positive Aspekte, aber die Zeit für einen kleinen Zwischenstopp ist gekommen.</p>
<p>Die Zeit in der Uni als HiWi/WiMi/Donzenten-Eintopf hat mir viel gegeben. Ich habe in vielen Bereichen Erfahrungen gesammelt und gemerkt, dass ich kann, was ich da mache und besser werde, je mehr ich es tue. Mir fehlt noch viel Routine, aber ich habe gemerkt, dass ich eine Exkursion, sowieso Seminare planen und durchführen kann. Wenn auch mit Raum zur Verbesserung. Kurz gefasst: Es hat sich ganz viel auf persönlicher Ebene verbessert und verändert. Aber wirklich weiter gekommen bin ich nicht. Ich habe viele Talente, kann einiges und nicht viel richtig. Gerne sehe ich mich als ein Jack of all Trades. Aber dadurch bin ich auch schlecht formbar und kann mich oft nicht selbst im Zaum halten.</p>
<p>Ich bin ein Historiker, ein digitaler Humanist, ein Webscientist, ein Erinnerungskulturtheorethiker und ein Spielerforscher. Als Historiker, der sich mit elektronischen Medien auseinandersetzt, bin ich immer noch ein Sonderling. Als Erinnerungskulturtheorethiker, der diese auch gerne auf das Internet, passe ich in kein gern gesehenes Schema und die Spieleforschung nimmt sowieso keiner ernst. Vor allem, in Deutschland &#8211; so fühlt es sich zumindest an. Ich höre schon einen Chor von Leuten mitleidig auf einer Violine spielen und dabei &#8220;Ohh pooor you&#8221; zu hauchen. Ich habe mir diese Richtung selbst ausgesucht. Ich stehe zu den Themen, bin gut in Ihnen, finde sie wichtig und denke, dass es uns als Menschheit mehr voran bringt, als wäre ich der nächste Sparkassen Angestellte oder BWL Student geworden.</p>
<p>Wenn man keine ausgetretenen Pfade geht, sondern sich selbst versucht einen Weg durch das Dickicht zu schlagen, weiß man noch viel weniger wo man am Ende wieder rauskommt. Vor allem fällt es anderen schwer Menschen einzuordnen, die durch das Raster fallen. Was anders ist, ist zwar nicht automatisch schlecht, aber mindestens unbequem,  da man sich Gedanken machen muss. Für Gedanken ist aber nicht immer Platz. Die Personalabteilung, die unter hunderten Bewerbungsschreiben erstickt, hat kaum Raum zu experimentieren. Das ist verständlich, aber falsch. Verschiedene Perspektiven  bereichern die Arbeit. Unterschiedliche Blickwinkel sind nicht wichtiger als fachliche Expertise, aber Ideeninzest dient nicht der Innovation.</p>
<p>Ich glaube daran, dass Geisteswissenschaften einen großen wirtschaftlichen Nutzen haben. Außer einem indirekten, durch die Ausbildung von Menschen und der Verbesserung gesellschaftlicher Probleme, gibt es auch direkte Anwendungsgebiete. Die Verbindung von Marketing und Sozialwissenschaften ist offensichtlich. Aber es gibt auch Schnittpunkte zwischen Informatik und Geschichte. Zwischen Soziologie und Anwendungsentwicklung. Betrachten wir die erinnerungskulturelle Forschung, die sich damit beschäftig, wie Informationen wahrgenommen, verstanden und weitergegeben werden. Dort ergeben sich unterstützende Punkte für die Gebiete Werbung und Webscience, um nur mal zwei zu nennen. Informatik verarbeitet Wissen, die Geschichtswissenschaft analysiert und verwaltet es. Egal ob man eine Botschaft im Internet verbreiten will oder den kulturellen Einfluss des digitalen Wandels untersucht, hier hat die Geschichtswissenschaft Dinge beizutragen. Hier habe ich Dinge beizutragen. Genauso der Bereich Gamestudies, der sich mit der Analyse und Wirkung von Spielen beschäftigt. Ihr Spiel möchte eine bestimmte Atmosphäre aufbauen, sich komplex Anfühlen und vom Spieler so wahrgenommen werden, wie sie gemeint ist. Ich hätte da ein paar Vorschläge. Usability spielt in der Informatik eine wichtige, aber vernachlässigte Rolle. Wie wird die beste Erfahrung für den Nutzer geschaffen? Ich kann dazu Lösungsansätze aus den Gamestudies liefern. Falls sie jetzt denken, dass man jedes Programm damit zwangsläufig zu Angry Birds macht, haben sie noch mehr Grund sich bei mir zu melden.</p>
<p>Ich habe viele neue Ideen, die alle auf altem Wissen und Innovation beruhen. Kann ich damit garantiert alles besser machen? Wohl kaum, aber je besser ich werde, je mehr Chance ich habe zu testen, zu lernen und zu schaffen, desto besser werden auch meine Ideen. Ich denke schon, dass ich damit einen nicht allzu geringen wirtschaftlichen Wert habe. Und das als Geisteswissenschaftler.</p>
<p>Sofern jetzt nicht durch Zauberhand die Arbeitsplatzangebote in meine Mailbox flattern, muss ich aber sehen, wie ich weiter machen. Ich gebe das Ziel der wissenschaftlichen Karriere nicht auf. Es muss doch möglich sein, sich irgendwo einbringen zu können. Außerdem will ich mich ständig weiterentwickeln, also werde ich eine kleine Geschichte schreiben und gucken, ob die jemand kaufen will. Ich weiß nicht, ob ich ein Talent für Belletristik habe, aber mir wird immer wieder gesagt, ich soll es doch mal versuchen. Wenn man nichts versucht, passiert auch nichts und Ideen zum Schreiben habe ich genug. Mir fallen immer wieder Fetzen für Geschichten ein und die müssen auch mal raus, sonst werde ich noch Stück für Stück wahnsinnig. Ansonsten heißt das nächste Ziel: Doktorarbeit.</p>
<p>Ich denke es ist das Richtige für seine Überzeugung einzustehen. Allerdings macht das selten satt und ich möchte irgendwann nicht mehr Leben, wie ein Student. Wann meine Grenze erreicht ist, weiß ich nicht. Es hängt stark von diesem Jahr ab und eher von den nächsten Monaten. Außerdem fehlen mir manchmal die Sicherheit und der Rückhalt. Wann ich mal gehört habe, dass jemand stolz auf mich ist oder ich etwas richtig gut gemacht hab, kann ich an einer Hand abzählen. Aber in meinem Leben gebe ich die Richtung vor und sollte deshalb nicht so angewiesen auf die Bestätigung anderer sein.  Ich möchte vorankommen, besser werden und wenn schon nichts anderes, dann mindestens mich selbst bewegen. Das Leben ist zu kurz für alles, das ich lernen und verstehen will. Und auch zu kurz dafür das Leben anderer nachzuahmen. Wo ich lande? Keine Ahnung. Immer wird erwartet, dass man sein Leben durchplant, schon mit 10 auf der richtigen Schule ist, damit man mit 24 nach dem Studium im richtigen Job ist. Aber das Leben ist immer im dicksten Nebel und wir bewegen uns nur auf Sicht. Wir orientieren uns von einem Punkt zum nächsten, immer soweit wir sehen können. Wo wir wirklich ankommen, was wir unterwegs finden und wie es dort aussieht, sehen wir erst am Ende.</p>
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		<title>Der Digitale Widerstand</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 13:35:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wann kam eigentlich das letzte Mal etwas wirklich Gutes im Fernsehen? Vor allem etwas, dass man nicht schon im Internet, Kino oder auf DVD gesehen hat? Die meisten guten Sachen kommen jedenfalls nach Deutschland und werden hier nicht produziert &#8211; höchsten schlecht übersetzt. Was ist mit Musik? Wie viele wirklich kreative Musiker gibt es noch? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/7021524997_003cc1b702_z.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2815" title="House eating Monster" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/04/7021524997_003cc1b702_z-300x217.jpg" alt="Hause mit Graffitti" width="300" height="217" /></a>Wann kam eigentlich das letzte Mal etwas wirklich Gutes im Fernsehen? Vor allem etwas, dass man nicht schon im Internet, Kino oder auf DVD gesehen hat? Die meisten guten Sachen kommen jedenfalls nach Deutschland und werden hier nicht produziert &#8211; höchsten schlecht übersetzt. Was ist mit Musik? Wie viele wirklich kreative Musiker gibt es noch? Wie viele Lieder drücken wirklich aus, was ihr fühlt?  Solange man nicht auf RTL2 oder Casting-Shows steht, ist man außen vor. Wie sieht es mit Politik aus? Wer interessiert sich für Politik? Wer nicht und warum nicht? Politik geht jeden an. Aber wer fühlt sich von der Politik noch berücksichtigt?</p>
<p>Die Gesellschaft klafft auseinander. Nicht nur zwischen Arm und Reich oder Modern und Konservativ, sondern auch zwischen Online und Offline. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Im Technologischen, wie Gesellschaftlichem. Und das Brechen, das Brechen tun wir. Wir sind die Jungen, die Alten, die Außenseiter, die Hipster, die Nerds, die Couchpotatoes und die Drama Queens. Wir arbeiten als Lehrer, sind Schüler und Rentner, schuften an der Kasse, am Band, Schreiben über Gott und die Welt oder verkaufen Versicherung. Wir sind alle und wir sind keiner. Keine Schublade ist groß genug, aber gemeinsam haben wir, dass wir digital Leben. Wir arbeiten online, schaffen Welten aus Bits &amp; Bytes,  sind vernetzt, teilen, konsumieren, remixen und vor allem: Wir produzieren. Youtube, Vimeo, Scribd, Flickr, Deviantart, Blogger, WordPress, Reddit, Soundcloud, Github, sourceforge &#8211; unsere Kreativität füttert das Web. Natürlich auch mit viel Müll, aber hat jemand in der letzten Zeit Deutschland sucht den Superstar geguckt? Produziert wird fast nur noch für den Mainstream, was ihn nicht anspricht hat wenig Chance. Aber während wir unser Geld irgendwo in einem Büro verdienen, versuchen wir der Welt etwas von uns mitzugeben. Wir singen, zeichnen, schreiben und manche von uns schaffen etwas ganz Großes. Hier entstehen <a title="Minecraft" href="http://www.minecraft.net/" target="_blank">Spiele, die sonst keine Chance</a> gehabt hätten, <a title="Dr. Horrible's Sing a long BLog" href="http://drhorrible.com/" target="_blank">Serien, keiner ausstrahlen wollte</a> und <a title="Day 9" href="http://day9.tv/" target="_blank">Genres, die vorher keiner kannte</a>. Das Netz ist unser Medium, unser Werkzeug und unser home ground. Darum verteidigen wir es und nicht damit wir in einer kostenlos Kultur folgen können.</p>
<p>Wir sind nicht dumm, wir wissen genau, dass Spiele, Filme und Musik produziert werden müssen. Deswegen geben wir auch <a title="Double fine @ kickstarter" href="http://www.kickstarter.com/projects/66710809/double-fine-adventure" target="_blank">unser Geld dafür</a>. Wir haben nichts dagegen, dass jemand Reich und Berühmt mit einer Idee wird. Wir wundern uns höchstens warum Unternehmen, die von uns gerettet werden mussten, heute wieder große Gewinne machen und wir immer noch für sie zahlen. Wir fragen uns warum bei der Zukunft gespart wird, damit aus viel Geld viel mehr Geld werden kann. Warum man mit Kultur das größtmögliche Geld gemacht werden muss. Warum man nur Investitionen macht, die kurzzeitige Gewinne bringen, anstatt den Wohlstand einer ganzen Generation zu sichern. Warum wird wenig in die Bildung investiert, wenn Innovation ein Land voran bringt und vor allem auch Geld in die Kassen spült. Wir fordern freie Bild nicht, weil wir für Arbeit nicht zahlen wollen, sondern weil es notwendig für die Zukunft ist. Was ist wenn jemand, der eine weltverändernde Idee gehabt hätte diese nie bekommt, weil er sich keine Bücher leisten konnte? Ist es das Risiko wirklich wert?</p>
<p>Wir sind nicht einfach dagegen, wir zeigen nur, dass es auch anders geht. Anstatt nur rumzumaulen schaffen wir unsere eigenen Angebote, entwickeln uns parallel zum Standard, obwohl wir Teil der normalen Gesellschaft sind. Auch wenn uns oft das Bild des Eigenbrötlers oder beinahe Amokläufers anhaftet, sind wir doch fast ganz normale Menschen in normalen Jobs. Wir wollen nur mehr, vielleicht etwas anderes und oft gerne etwas ändern. Egal ob das etwas Politisches ist oder einfach nur vernünftige Spiele zu vernünftigen Preisen haben wollen. Darum sind wir auch keine richtige Gruppe, durchziehen alle Kreise, alle politischen Ausrichtungen und alle möglichen Religionen und Philosophien. Wie schon gesagt, wir sind oft nicht einfach dagegen, sondern wollen etwas anders. Es ist einfach gegen etwas zu sein, als intern etwas ändern zu können. Wenn man gegen die Katholische Kirche ist findet man schneller Freunde, als wenn man in der Katholischen Kirche etwas umstrukturieren möchte. Wir nutzen das Netz als unser Sprachrohr, weil wir sonst nicht zu Wort kommen. Wer ist die Netzgemeine? Was will sie? Es gibt genauso wenig eine Netzgemeinde mit gemeinsamen Zielen, wie alle Einwohner einer Stadt das selbe wollen. Aber wir wollen gehört werden, wir wollen einfach weiter leben, wir wollen, dass man uns unseren Raum lässt.</p>
<p>Je mehr Inhalte wir selbst produzieren, desto mehr müssen klassische Produzenten uns beachten. Je mehr wir unsere Ideen nach außen tragen, desto mehr müssen sie auf unsere Stimme hören. Die Piraten sind mit der Idee geboren etwas zu ändern. Egal, ob man ihre Ziele verfolgt oder nicht &#8211; sie finden Anklang durch ihre netzorientierte Einstellung. Wir sollten stolz sein auf alles was wir machen. Wir reden, diskutieren, streiten, flamen und schwatzen &#8211; wir sehen nur nicht einfach zu. Wir können im Weg stehen, in Hindernis sein mit dem man Kompromisse eingeht. Wir sind wer wir sind und das Netz ist unser Medium.</p>
<p>Wir sind der digitale Widerstand.</p>
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		<title>Über Gauck und die Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 17:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich in meinem eigenen Universum natürlich wichtig bin und mich schon mehrere Leute gefragt haben, wie ich denn zum Thema Gauck stehe, setze ich mich hier mal kurz damit auseinander. Für einen ausgefeilten Artikel mit Belegen und Referenzen habe ich leider gerade keine Zeit, trotzdem hoffe ich, dass hier ein wenig Inhalt für euch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/02/5974214461_b1f750d96d_z.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2801" style="margin-left: 5px; margin-right: 15px;" title="HDR Turm" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/02/5974214461_b1f750d96d_z-300x170.jpg" alt="Ein Turm mit Wolken" width="300" height="170" /></a>Da ich in meinem eigenen Universum natürlich wichtig bin und mich schon mehrere Leute gefragt haben, wie ich denn zum Thema Gauck stehe, setze ich mich hier mal kurz damit auseinander. Für einen ausgefeilten Artikel mit Belegen und Referenzen habe ich leider gerade keine Zeit, trotzdem hoffe ich, dass hier ein wenig Inhalt für euch geboten wird.</p>
<p>Joachim Gauck war für mich bei der letzten Nominierung des Bundespräsidenten die beste Wahl. Im Gegensatz zu Wulff schien er Charakter zu haben und damit auch mehr zu sein als eine Marionette. Inzwischen hat sich Wulff  beim Spielen in seinen Seilschaften verheddert und selbst erhängt. Jetzt ist Gauck wieder im Gespräch und wird mit aller Wahrscheinlichkeit unser neuer Bundespräsident werden. Einerseits ist er wesentlich besser als unser Interimspräsident Seehofer, andererseits bin ich alles andere als glücklich. Den Joachim Gauck den ich früher in ihm gesehen habe, gibt es heute nicht mehr. An der Stelle des Verteidigers der Demokratie steht für mich heute ein antiquierter, verbitterter Mann. Wie kam es dazu?</p>
<p>2010 war Gauck für mich durch seine Arbeit bei der &#8220;Stasi-Unterlagen-Behörde&#8221; ein Begriff, seine Initiative &#8220;Gegen Vergessen &#8211; Für Demokratie&#8221; verstärkte den Eindruck eines aufrichtigen Demokraten. Aber gerade in den letzten zwölf Monaten wandelte sich das Bild stark, da meine Ansichten von seinen stark abweichen. Gauck betitelte die Kapitalismusdebatte durch die Occupy Wallstreet Bewegung als <a title="ANTIKAPITALISMUSDEBATTE IST UNSÄGLICH ALBERN" href="http://www.zeitverlag.de/pressemitteilungen/joachim-gauck-antikapitalismusdebatte-ist-unsaglich-albern/" target="_blank">unsäglich albern</a>. Gut, vielleicht sieht er weniger die Aussage, sondern das vielleicht als Laienhaft zu beschreibende Auftreten der Protestanten oder die dort durchaus vorhandenen Hippies, die gar nicht mehr so richtig auf diesem Planeten zu sein scheinen. Vielleicht ist das nicht seine Art Protest und er kann dabei nicht auf die grundlegende Botschaft schauen. Allerdings widerspricht er dieser Annahme selbst. Denn Sarrazins Aussagen <a title="Gauck attestiert Sarrazin &quot;Mut&quot;" href="http://www.tagesspiegel.de/politik/integration-gauck-attestiert-sarrazin-mut/3685052.html" target="_blank">fand er mutig und lobte seine offene Sprache</a>, selbst wenn er nicht vollkommen seiner Meinung ist. Also kann er das ganze abstrakter betrachten. Findet er also Protest albern, wenn es seinen Ansichten widerspricht?</p>
<p>Darüber hinaus redet er auch immer wieder über Innenpolitische Themen. Zum einen scheint er als ehemaliger Verwalter der Stasi-Akten keine Gefahren in der Vorratsdatenspeicherung zu sehen, während er sich gegen die Tätigkeit von Wikileaks wendet.  Zu seinen Lieblingsfeindbildern gehört die LINKE, er sprich sich wiederholt für eine Überwachung durch den Verfassungsschutz aus. Aber wie steht er denn zur NPD?</p>
<p>Alles in allem hat sich durch diese Beispiele mein Bild von Gauck geändert. Für mich ist er kein Freiheitskämpfer mehr, sondern ein verbitterter Veteran. Gauck scheint durch seine Zeit in der DDR gezeichnet und kann auch jetzt nicht von der LINKEn lassen. Als Demokrat müsste er Proteste als Ausdruck des Volkes befürworten, macht sich aber darüber lustig, wenn es nicht seine Meinung wiederspiegelt. Er schützt den Kapitalismus, vielleicht weil er das Gegenmodel zum System der DDR ist. Gauck ist kein demokratischer Patriot sondern ein Kämpfer gegen die DDR. Der Kampf wird mit allen Mitteln geführt, nicht nur mit demokratischen. Wie ein traumatisierter Kriegsveteran scheint er nicht zu merken, dass der Kampf vorbei ist, genau wie die DDR. Natürlich ist Linksextremismus genauso eine Gefahr, wie Rechtsextremismus, allerdings hilft es nicht an einem alten Weltbild festzuhalten und Phantome zu sehen.</p>
<p>Wenn Gauck der Mann ist für den ich ihn mal gehalten habe, wird er öffentlich zur Diskussion Stellung nehmen.</p>
<p>Nachtrag:</p>
<p>Ich habe gerade gesehen, dass bei der Sueddeutschen ein <a title="Sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/umstrittene-aeusserungen-ueber-occupy-und-sarrazin-was-gauck-wirklich-gesagt-hat-1.1288683" target="_blank">neuer Artikel</a> erschienen ist. Dort schreibt Frau Haimerl, dass Gaucks Aussagen auf den Erfahrungen mit der DDR basieren und kommt zum Ergebnis, dass: 
		<div class='et_quote'>
			<div class='et_right_quote'>
				Es ist gerade seine Vergangenheit, das Erleben eines diktatorischen Systems kommunistischer Prägung, das Gauck moralische Kompetenz verleiht.
			</div>
		</div>
	</p>
<p>Dem Stimme ich nicht zu. Als Bundespräsident muss man kompromissfähig sein und Probleme aus vielen Winkeln betrachten können. Wenn man durch eine Erfahrung, wie ich es auch beschrieben habe, extrem geprägt ist, verliert man die Perspektive. Das ist so wie einen Akrophobiker als Bergführer zu nehmen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Förderung nach Darwin</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abgesehen von dem Ziel im wissenschaftlichen Umfeld nicht nur zu arbeiten, sondern auch damit Geld zu verdienen, liegt meine Doktorarbeit an. Das Thema steht noch nicht fest, darum kümmere ich mich in der späteren Märzhälfte. Es wird aber um digitale Medien und Erinnerung gehen. Entweder sehr methodisch um die digitale Tradition von Wissen oder um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2792" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/02/6321984098_7e7f3a0a95.jpg"><img class="size-medium wp-image-2792  " title="Path" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/02/6321984098_7e7f3a0a95-300x286.jpg" alt="Wohin führt der Weg?" width="300" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">Wohin führt der Weg?</p></div>
<p>Abgesehen von dem Ziel im wissenschaftlichen Umfeld nicht nur zu arbeiten, sondern auch damit Geld zu verdienen, liegt meine Doktorarbeit an. Das Thema steht noch nicht fest, darum kümmere ich mich in der späteren Märzhälfte. Es wird aber um digitale Medien und Erinnerung gehen. Entweder sehr methodisch um die digitale Tradition von Wissen oder um die Geschichtsdarstellung in Videospielen. Dabei beschränke ich mich weder auf traditionell geschichtswissenschaftliche Perspektiven, noch darauf festzustellen, dass Videospiele sowieso nicht akkurat sind. Müssen sie das überhaupt sein? In jedem Fall wird die Arbeit interessant, auch für Nicht-Historiker, und ich hoffe, dass sie auch gut wird.</p>
<p>Aber wider erwarten geht es hier nicht um meine Doktorarbeit, sondern wie schon im ersten Satz, um Geld. Selbst ohne kostenintensive Forschung braucht man Geld zum Schreiben einer Doktorarbeit. Auch in wissenschaffender Askese lebt man leider nicht von Luft und Liebe (aber auch nicht ohne!). Neben den unabdinglichen Treibstoffkosten, wie Kaffee und Tee, wird noch Geld für andere Lebensmittel, Miete usw. benötigt.  Das bedeutet man die Arbeit entweder neben der Arbeit oder bekommt ein Stipendium.</p>
<p>Stipendium. Das klingt gut, nicht nur wegen des autoritären, lateinischen Klangs und auch nicht erst seit der Einführung der Studiengebühren. Ein Stipendium soll die autonome Forschungsarbeit ermöglichen, ohne auf etwas angewiesen zu sein, um sich ganz auf die Wissenschaft konzentrieren zu können. Klingt gut, ist es auch. Wenn man eines bekommt. Stipendien sind keine Breitenförderungen und sollen es auch nicht sein. Da inzwischen gefühlt jeder Abitur machen muss, egal ob er es nun braucht oder nicht, sollte nicht auch noch jeder seinen Doktor machen. Eine Förderung von Wissen ist immer großartig, aber ob damit wissen gefördert werden würde, ist zu bezweifeln.</p>
<p>Natürlich sollen nur sehr gute Menschen gefördert werden, Stipendien sind eine sehr gezielte Maßnahme für Einzelfälle. Aber wie entscheidet man, wer gut genug ist? Eine gute Studien/ Forschungsleistung wäre das Nächstliegendste, ist aber im Grunde nebensächlich. Was vor allem zählt sind ehrenamtliche Tätigkeiten, politische Aktivitäten und die richtigen Hobbies. Die meisten der Stipendien werden von Wirtschafts-, Religions- oder Politikverbänden gefördert, irgendwo muss das Geld schließlich herkommen. Gefiltert werden die Kandidaten dann danach, ob sie dem Profil entsprechen. Für Atheisten fallen z.B. zwei große Förderer direkt flach. Keine organisierten Hobbies als Kind? Nur vor dem PC gesessen und Programmieren gelernt? Oder vielleicht auf der Straße mit Freunden gespielt? Pech gehabt. Man fördert den Nachwuchs, der so ist, wie man selbst. Eine Art ideologischer Inzest.</p>
<p>Die meisten Stipendien fördern nicht die Wissenschaft, sondern formen Nachwuchs nach eigenen Vorstellungen. Wie soll sich so Wissenschaft weiterentwickeln? Natürlich ist es gut sozial engagierte Menschen zu fördern. Aber ist man wirklich ein guter Mensch, weil man sich in irgendeinem Verein organisiert hat? Wer glaubt, dass das keiner nur für den Lebenslauf macht, hatte leidet wohl unter dem erwähnten Inzest. Außerdem was für Menschen werden da gefördert? Menschen die Zeit haben sich nebenbei noch mit anderen Sachen zu beschäftigen. Also keine Menschen, die nach dem Studium bis in die Nacht arbeiten müssen. Keine Menschen, die aus einer zerrütteten Familie kommen und keine Menschen, die lieber noch bis in die Nacht weiter Forschen. Also genau die Menschen, die kein Stipendium wirklich nötig haben. Ich möchte keine abgesicherten Gutmenschen mit Helferkomplex fördern, sondern Wissenschaftler. Das Forschen selbst  führt (hoffentlich) zu einer Verbesserung der Welt. Als Forscher ist mir jemand lieber, der zu Hause rumsitzt und sich weiterbildet, der Mitten in der Nacht aufsteht, weil er eine Idee hatte und nicht jemand, der morgens um 5 Uhr Brötchen für Obdachlose schmiert.</p>
<p>Solche Menschen gehören auch gefördert, aber nicht vor dem Hintergrund einer wissenschaftlichen Arbeit. Spätestens, wenn sie einen richtigen Job haben oder Vollzeit forschen sind sie aus den Suppenküchen verschwunden, aber wer fördert die, die bleiben? Dafür ist kein Geld da, die Arbeit ist auch nur vor einem sozialen Hintergrund wertvoll und nicht vor einem wirtschaftlichen. Auch ohne Stipendien werden eher die bereiche gefördert, die einen direkten wirtschaftlichen Sinn haben. Viele Physiker wissen bei uns schon nicht mehr wohin mit dem Geld, so dass sinnlos Geräte angeschafft werden und sogar Master-Studenten bezahlt werden. Aber die Geisteswissenschaften sind meist selbst schuld. Anstatt an einem Strang zu ziehen, finden sich oft nettere Gespräche und größere Gemeinsamkeiten auf einer Nahost-Friedenskonferenz.</p>
<p>Ein Stipendium werde ich wohl auch nicht kriegen. Brauche ich auch nicht, es wäre ein netter Bonus. Solche Themen machen mich trotzdem sauer. Egal ob im wissenschaftlichen oder im privaten Sektor, alles entwickelt sich anscheinend an der Realität vorbei. Allerdings ist das kein Wunder, wenn man nur die Menschen hört und fördert, die die eigene Realität bestätigen.</p>
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		<title>Gegen Windmühlen mit pipa in den Augen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 09:51:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern erlangte Ansgar Heveling im Internet einen gewissen Grad der Berühmtheit. Der Jurist, der weder als Urheberrechtler  des Rechtsausschusses im Bundestag, noch als Mitglieder Enquete-Kommission Internet bisher groß im Mittelpunkt stand, ist jetzt mit seinem Beitrag Thema vieler netzpolitischer Schlagzeilen. Wobei &#8220;Schlagzeilen&#8221; durchaus bildlich zu verstehen ist, denn die meisten versuchen ihn irgendwo zu treffen. Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2775" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/01/6720463377_38e2250a01.jpg"><img class="size-medium wp-image-2775  " style="margin-left: 5px; margin-right: 15px;" title="Oh noes" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/01/6720463377_38e2250a01-300x199.jpg" alt="Schmollende Sophie" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">I can haz no kandy?</p></div>
<p>Gestern erlangte Ansgar Heveling im Internet einen gewissen Grad der Berühmtheit. Der Jurist, der weder als Urheberrechtler  des Rechtsausschusses im Bundestag, noch als Mitglieder Enquete-Kommission Internet bisher groß im Mittelpunkt stand, ist jetzt <a title="Ihr werdet den Kampf verlieren" href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html" target="_blank">mit seinem Beitrag</a> Thema vieler netzpolitischer <a title="Kommentar zum Kulturkampf im Netz @taz.de" href="http://www.taz.de/Kommentar-zum-Kulturkampf-im-Netz/!86695/" target="_blank">Schlagzeilen</a>. Wobei &#8220;Schlagzeilen&#8221; durchaus bildlich zu verstehen ist, denn die meisten versuchen ihn irgendwo zu <a title="CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,812249,00.html" target="_blank">treffen</a>. Heute ist der Tag danach. <a title="Hevelingfacts auf Twitter" href="https://twitter.com/#!/search/%23hevelingfacts" target="_blank">#Hevelingfacts</a> wurden auf <a title="Chaosphoenix Facts" href="https://twitter.com/#!/ChaosPhoenx/status/164035481141653504" target="_blank">Twitter</a> gesammelt, seine Seite gehackt, gespottet und gelacht. Doch was bleibt? Entweder tritt er nach und es erscheint noch ein Pro-Heveling Artikel in einer Welt.de-Kolumne oder es wird ganz schnell wieder still um den Abgeordneten aus Wahlkreis 111.</p>
<p>Was ist passiert? Ansgar Heveling (CDU) prophetzeit das Ende des Web 2.0 und der damit verbundenen &#8220;verlorenen&#8221; Generation. Er schreibt &#8220;Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!&#8221; und übersieht in seinem möchtegern geekigen Text, dass auch das Digitale zur bürgerlichen Gesellschaft gehört. Dabei stellt er fest, dass wir netzaffinen Menschen uns in einem Herr der Ringe ähnlichen Kampf gegen das Böse sehen und die klassische Gesellschaft mit Mordor gleichsetzen. Auf diesem Weg wird aber unser digitales Blut vergossen werden. Er beschwört den Geist der französischen Revolution herauf, durch den die Bürger sich Wohlstand erarbeiten konnten. Wobei er geistiges Eigentum mit Geldwerten gleichzusetzen scheint und damit der französischen Revolution einen ungeahnten kapitalistischen Charakter gibt. Die Menschen sollen sich gegen die digitale Revolution wehren, bevor nur noch Trümmer von der Zivilisation übrig sind.</p>
<p>Was Don Quijote zu einem liebenswert-tragischen Helden macht, ist hier nur noch traurig. Auch wenn Heveling wieder aus dem Fokus der Aufmerksamkeit verschwindet, löst er sich nicht in (heißer) Luft auf. Er ist weiterhin Mitglied des Bundestages und zwei wichtiger Internet relevanter Gremien. Dort wird er weiterhin mit PIPA in den Augen <a title="SOPA und PIPA" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittene-anti-piraterie-gesetze-us-kongress-legt-sopa-und-pipa-vorerst-auf-eis-1.1263420" target="_blank">vorerst gescheiterten US Gesetzesinitiativen wie SOPA</a> nachtrauern. Ich denke nicht, dass er der einzige mit dieser Einstellung ist und diese Menschen formen unser digitales Kulturmedium mit. Das ist einer der großen Unterschiede zu den Vereinigten Staaten. Dort hat man erkannt, dass das Internet zur Gesellschaft gehört. Man ist sich der Wichtigkeit bewusst und so kämpfen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft um die Kontrolle des Netzes. Hier wird der Kampf oft noch mit Heugabeln und Fackeln ausgetragen. Es ist ein Kampf der von Angst und Panik genährt wird, als wären wir auf dem Niveau von <a title="Heinrich Kramer @Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Kramer" target="_blank">Heinrich Kramer</a> stehengeblieben. Selbst die Wirtschaftsverbände, wie die GEMA, sehen das Internet mehr als Feind und nicht als Einnahmequelle, was wohl dazu führt, dass wir in absehbarer Zeit eher kein Hulu-Äquivalent haben werden. Wir erzählen lieber, dass jeder, der gegen ein mögliches Zensurgesetz vorgeht Kinderschänder ist &#8211; oder noch schlimmer: Raubkopierer.</p>
<p>Was Heveling aber sehr schön demonstriert hat, ist wie Geschichte als Legitimation für eine Meinung dient. Er sieht seinen Protest gegen die digitalen Demonstranten im Geiste der Französischen Revolution während wir im Geiste der Popkultur stehen. Wenn man die Revolution als Kampf um das Geistige Eigentum darstellt, weint irgendwo ein Staatstheoretiker, vielleicht auch ein Historiker, wenn er den Beitrag überhaupt mitbekommt. Geschichte überdauert und wehrt sich nicht. An Heveling wird die Erinnerung schneller schwinden als an die Französische Revolution. Trotzdem wird Geschichte immer genutzt werden, um seiner Perspektive durch Tradition eine Basis zu verschaffen. Wo sind die Historiker, die für eine Richtigstellung sorgen könnten, auch ohne auf Regale voller Bücher zu weisen. Historiker können für eine Vermittlung von Geschichte sorgen. Der Frage, ob das zu den Aufgaben von Historikern gehört, folgt die Frage danach wer es sonst tun soll. Allzu gern beschweren wir uns über die Darstellungen von Laien und begründen unser Schweigen damit, dass wir sowieso missverstanden werden.  Also noch ein Mal: Wenn nicht wir, wer dann?</p>
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		<title>Zerschlagworten</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 16:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Geruch der Blätter, das Rascheln der Seiten – Bücher haben einen Charme, der den digitalen Verwandten fehlt. Abgesehen davon hat ein Buch eine bestimmte Form, es ist eine Ordnungseinheit. In Romanen, Fachbüchern und Sammelbänden finden sich thematisch geordnete Beiträge in einem praktischen Format. Genau wie auf einer Website zu einem Thema. Das Medium ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2764" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/01/6172337130_b7b69b7099.jpg"><img class="size-medium wp-image-2764" title="Reality is Broken" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/01/6172337130_b7b69b7099-300x199.jpg" alt="Mann mit Buch in der Hand" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Can&#39;t be!</p></div>
<p>Der Geruch der Blätter, das Rascheln der Seiten – Bücher haben einen Charme, der den digitalen Verwandten fehlt. Abgesehen davon hat ein Buch eine bestimmte Form, es ist eine Ordnungseinheit. In Romanen, Fachbüchern und Sammelbänden finden sich thematisch geordnete Beiträge in einem praktischen Format. Genau wie auf einer Website zu einem Thema. Das Medium ist anders, die Gebrauchslogik aber ähnlich. Aber wofür brauchen wir das wirklich? Bücher sind für den wissenschaftlichen Gebrauch veraltet. Ebooks und andere digitale Formate sind nicht viel besser. Warum? Die Wenigsten werden bei einem Roman den Schluss zuerst lesen. Die Reise ist dort das Ziel, ein Teil der Erfahrung. Aber wissenschaftliche Texte liest man nicht wie Romane. Zwar ist die Methode, mit der die Ergebnisse gefunden wurden, wichtig, aber man wird selten das ganze Buch lesen, falls man selbst nur einen Teilbereich des Themas behandelt. Deshalb liest man ganze Bücher quer, in der Hoffnung möglichst schnell die wichtigen Informationen zu finden und die unwichtigen herauszufiltern. Die Gefahr beim Filtern Fehler zu machen ist dabei äußerst präsent. Im besten Fall verliert der Forscher dadurch Zeit, im schlechtesten das ganze wissenschaftliche Projekt.</p>
<p>Auf der Suche nach einer Alternative vergessen wir für einen Moment umfassendere Formate und denken nur noch an Texte. Einzelne Seiten werden zu einem langen, fortlaufenden Text, der nur noch in Absätze getrennt ist. Übliche Orientierungspunkte wie Seitenzahlen und Kapitel entfallen. Das ganze Buch als solches existiert nicht mehr, sondern nur noch unendlicher Inhalt. Eine schreckliche Vision, kann man zu Recht einwenden. In diesem Zustand würde jede Übersicht zusammenbrechen und das Arbeiten um Vieles schwerer. Also zurück zum Buch? Nein, wir haben uns erst vor kaum 600 Zeichen von diesem getrennt und so schnell gebe ich nicht auf.  Wir brauchen also neue Bezugspunkte, die Seitenzahlen und Kapitel ersetzen, um uns zurecht zu finden.</p>
<p>Lange Texte enthalten unterschiedliche Sinneinheiten und manchmal unbeabsichtigt versteckte. Diese Einheiten sind einzelne Abschnitte in denen ein bestimmter Gedanke erläutert wird. In einer größeren Arbeit umreist man meist in einem Abschnitt den Stand der Forschung, um sich dann im zweiten Schritt davon abzugrenzen und im dritten seinen Ansatz besser verdeutlichen zu können. Diese drei Sachen können wiederum zum einleitenden Teil der Arbeit gehören und jeder für sich wiederum in kleinere Teile zerstückelt werden. Hierbei handelt es sich um methodische Einheiten, aber das gilt auch für sinnstiftende Inhalte. In einem Buch über Brote kann es in einem (wenn nicht in vielen) Kapiteln um Mehl gehen. Dort wird dann in einzelne Mehlarten und Pflanzen unterschieden. Geht man noch tiefer, können bestimmte Anbaugebiete untersucht werden. Neben den Pflanzen kann es aber auch um den politischen Hintergrund gehen. Gibt es hohe Zölle? Ist das Gebiet politisch stabil? Es ist einfach vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Ein scheinbar simples Thema kann beliebig erweitert werden. Mit dem Betrachtungswinkel ändern sich auch welche Informationen  relevant sind, der benötigte Hintergrund und Vergleichshorizont. Das zeigt, dass man bei einem groben Thema wie Brot sowohl in die direkte Tiefe gehen kann, als auch parallele Wege wie Ursprungsländer und politische Entwicklungen. Wichtig ist, es gibt immer einen groben Zusammenhang und das explizite Detail. In einem Sammelband sind auch immer wieder Beiträge zu finden, bei denen man sich wundert, wie sie in die Reihe passen. Aber meist verfügen auch diese über eine komplexe Verbindung zum Thema.</p>
<p>Was ist nun, wenn diese vielen einzelnen Teile für sich stehen und mit anderen Bruchstücken anderer Arbeiten zusammen analysiert werden könnten? Es ist üblich ganze Bücher zu verschlagworten, um sie mit anderen Büchern in einen Kontext bringen zu können. Anstatt diese Methode auf ganze Bücher anzuwenden, kann man einzelne Abschnitte, Texte, Sinneinheiten indexieren. So bekommt ein Abschnitt über die Brotproduktion die Schlagworte Brot, Produktion, Maschinen etc. während ein anderes Brot, Frankreich, Demokratie usw. bekommt. Man versieht Abschnitte mit Tags, genauso wie man heute Bilder und auch Musik taggt.</p>
<p>Eine heute übliche Textsuche durchsucht den Volltext nach Worthäufigkeiten und errechnet dann anhand von speziellen Algorithmen das Ergebnis. Dabei wird aber nicht der Sinn eines Textes oder einzelner Textteile erfasst. Mit einer sinnvollen Indexierung einzelner Textteile würde die Struktur eines Textes ausgesplittert werden, sie würden zerschlagwortet werden und für sich stehend gefunden werden können. So kann man auch interdisziplinär Erkenntnisse erlangen, die einem sonst verschlossen geblieben wären, da auch Texte durchsucht werden, bei denen die Ausbeute gering wäre oder wo keine Informationen erwartet wurden. Das Taggen von Texten erlaubt es einfacher einzelne Textstellen miteinander zu vergleichen, um durch die Gegenüberstellung neues Wissen zu erlangen. Was sind denn wissenschaftliche Arbeiten sonst als zumindest teilweise eine Collage fremder Arbeiten? Fußnoten sind nur analoge Links auf andere Beiträge.</p>
<p>Auch eine schöne neue Welt ist nicht ohne Probleme. Das größte Problem am Taggen sind die Tags selbst. Sie dürfen nicht variabel sein, sondern in ihrer Bedeutung klar definiert. Gute, eindeutige Tags zu schaffen ist schwerer als man vielleicht denkt. Zum einen müssen sie möglichst genau sein, zum anderen darf es auch nicht so viele geben, dass keine Beziehungen mehr hergestellt werden können. Für die Tags müsste es eine Art Stammbaum geben, der ihre Verwandtschaft miteinander festlegt. Aber das ist kein neues Problem, sondern ein bekanntes. In Bibliotheken gab es schon immer das Problem, dass man ein Buch nicht finden konnte, obwohl es da war. Man hat einfach unter dem falschen Schlüsselwort gesucht. Seitdem es kaum noch Zettelkataloge gibt und eine Art assoziatives Suchen (verwandte Bücher stehen nebeneinander) durch schlechte Suchmaschinen ersetzt wurde, ist das Problem nur größer geworden.</p>
<p>Zum anderen besteht durch das Aufbrechen der Textlogik durch die Zerschlagwortung die Gefahr einzelne Abschnitte aus dem Kontext zu reißen. Aber auch das ist nichts neues. Bücher werden wie beschrieben hastig quer gelesen, um zum wichtigen Kern zu kommen. Dabei können genauso wichtige Punkte übersehen werden und auch im neuen System dürfen Bücher immer noch als ganzes betrachtet werden. Wie bei jeder neuen Betrachtung alter Gegebenheiten sollte uns klar sein, dass wir schon immer mit Medienkompetenz und -kritik arbeiten müssen. Daran ändern auch neue Zugänge nichts.</p>
<p>Das größte Problem ist die Frage, wer taggen soll und wie. Wie kann man alte Texte rückwirkend taggen? Wer bestimmt die Tags? Aber keine Antworten zu kennen darf uns nicht daran hindern Fragen zu stellen und Ideen gleich wieder wegzuwerfen. Bücher sind für den wissenschaftlichen Gebrauch veraltet. Ebooks und andere digitale Formate sind nicht viel besser, da sie zwar das Problem der Verfügbarkeit lösen, aber nicht viele neue Zugänge bieten. Wir müssen uns weiter entwickeln, anstatt die Logik veralteter Formate auf moderne Begebenheiten zu kopieren.</p>
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		<title>Gewohnheit</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 09:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In Meinem Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wäsche]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Jahr 2012 riecht zwar noch sehr neu, aber trotzdem habe mich schon daran gewöhnt. Wieder ein neues Jahr, wieder der Kampf meiner Augenlider unter Schmerzen die verkrusteten Augen zu öffnen, wieder das Bedürfnis den ersten Tag des Jahres doch lieber im Bett und vor allem liegend zu verbringen. Nein hier muss ich zugeben, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2705" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/chaosphoenix/5974764954/in/set-72157627502043198/"><img class="size-medium wp-image-2705" title="Cthulhuversity" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2012/01/5974764954_772e813af2-300x215.jpg" alt="HDR Bild der Uni Hannover" width="300" height="215" /></a><p class="wp-caption-text">Cthulhuversity</p></div>
<p>Das Jahr 2012 riecht zwar noch sehr neu, aber trotzdem habe mich schon daran gewöhnt. Wieder ein neues Jahr, wieder der Kampf meiner Augenlider unter Schmerzen die verkrusteten Augen zu öffnen, wieder das Bedürfnis den ersten Tag des Jahres doch lieber im Bett und vor allem liegend zu verbringen. Nein hier muss ich zugeben, dass ich für besseren Content die Unwahrheit erzähle. Dieses Silvester war ruhig, weil unsere Gäste krank waren und so einem Abend voller Völlerei und Maßlosigkeit gerade noch entkamen. Daraufhin mussten wir die Völlerei der anderen übernehmen und konnten vor Essen kaum noch trinken. Wobei es angenehm war den Abend mit Kuscheln zu verbringen, anstatt sich gegenseitig die Haare halten zu müssen.</p>
<p>Mal etwas anders zu machen, gegen seine Gewohnheit anzukämpfen, ist etwas Gutes. Entgegen der allgemeinen Meinung, aber auch nicht immer. Gewohnheit hilft uns auch den Alltag zu überleben und nervige Dinge zu akzeptieren. Andernfalls wäre unser tägliches Leben so angenehm, wie sich bäuchlings über ein Nagelbrett zu ziehen.</p>
<p>Gewohnheit ist angenehm. Allerdings auch zu angenehm, man vergisst dadurch die Dinge, die man eigentlich auch mal ändern wollte. Der Wäscheberg vor meinem Kleiderschrank ist ein gutes Beispiel dafür. Die Schichten sind akribisch sortiert und geordnet, alles hat seinen Platz, es ist eher ein Termitenhügel als ein Klumpen Dreck. Zumindest bilde ich mir das ein. Allerdings wäre wesentlich sinnvoller einen größeren Kleiderschrank zu kaufen, anstatt Kleidung immer im Wäschelimbo zu haben. Wo sind eigentlich meine Socken?</p>
<p>Aber das ist halt Gewohnheit. Der Berg ist eben da, er war auch schon immer da, muss er wohl auch sein. Eine geographische Konstante, wie der Mount Everest oder der Zuckerhut. Genauso wie mir vor ein paar Tagen auffiel, dass wir die Lichtschalter im Flur immer noch nicht renoviert haben. Das liegt zum einen daran, dass ich das nicht selbst kann und zum anderen wollten wir warten bis wir den Flur renovieren. Gut, das mit dem Flur ist jetzt wesentlich weiter nach Hinten gerückt, warum machen wir also die Lichtschalter nicht? Gewohnheit.</p>
<p>Vielleicht bin ich auch eher mit den größeren Problemen beschäftigt und fange ungern klein an. Das Wohnzimmer braucht endlich einen neuen Boden und das Schlafzimmer sieht aus, als hätte man sich Requisiten aus jeder Frauentausch und Bauer sucht Frau Folge gekauft und das wäre ihr Museum. Bitte fragt mich gar nicht erst nach der Küche. Gewohnheit hält die Dinge in meinem Kopf überschaubar. Ist das nun gut oder schlecht? Die Antwort ist genauso klar wie logisch: Jein. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss den Wäscheberg besteigen.</p>
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		<title>Merry Xmas</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 16:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In Meinem Kopf]]></category>

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		<description><![CDATA[Merry christmas everyone. No matter if you celebrate or not. Another years is nearing it&#8217;s end and be happy you&#8217;ve beaten it. No matter how well or how bad you are, don&#8217;t try to think of what you&#8217;ve lost or could have had. You&#8217;ve gained more than you had when you started this life, and [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2011/12/2363077587_09cbd74839.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2712" title="Knospe im Schnee" src="http://www.wahn-der-gedanken.de/wp-content/uploads/2011/12/2363077587_09cbd74839-150x150.jpg" alt="Knospe im Schnee" width="150" height="150" /></a>Merry christmas everyone. No matter if you celebrate or not. Another years is nearing it&#8217;s end and be happy you&#8217;ve beaten it. No matter how well or how bad you are, don&#8217;t try to think of what you&#8217;ve lost or could have had. You&#8217;ve gained more than you had when you started this life, and you&#8217;ve got more than when you&#8217;ll leave.</p>
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