Artikel von ChaosPhoenix

Ebbe und Flut

Ebbe und Flut

Das Leben dreht sich immer ein wenig im Kreis, bewegt sich in bestimmten Zyklen. Manche davon bekommen wir nicht vollständig mit. Von der Geburt bis zum Sterbebett ist zum Beispiel einer, den wir nur bei anderen vollständig beobachten können. Andere haben wir schon hinter uns. Ein immer wiederkehrender Zyklus ist laut Desmond Morris „Halt mich fest“, „lass mich los“, „lass mich allein“, wie bei aufwachsenden Kindern sehr schön zu beobachten ist. Bedürfnisse und Wünsche ändern sich mit den Lebensphasen und jeder durchläuft diese drei Phasen immer wieder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Oft wird gesagt, man trennt sich, weil man sich auseinander gelebt hat. Man fühlt sich mehr als Freunde oder Geschwister. Das Gefühl kenne ich gut. Das hatte ich nicht nur bei Sophie, auch bei anderen Frauen schon. Aber eben phasenweise. Das wichtigste ist für mich, sich nicht darauf zu konzentrieren, sondern es zu beobachten und zu akzeptieren. Irgendwann geht es dann wieder. Manchmal nach ein paar Wochen, manchmal nach einigen Monaten. Lieben zu können, heißt den Wandel akzeptieren zu müssen. Auch den Wandel des eigenen Herzens. Nichts ist ewig, auch kein Gefühl und auch kein negatives Gefühl. So kam es auch immer wieder zu „Halt mich fest“ Phasen bei mir, auch nachdem schon länger „lass mich los“ und manchmal „lass mich alleine“ den Ton angaben. Wer diesen Wandel nicht akzeptieren kann, kann keine dauerhafte, glückliche Beziehung führen. Sorgen und Panik zerstören alles. Wenn wir Ebbe und Flut beobachten, befürchten wir ja auch nicht, dass das Wasser irgendwo in einen magischen Abfluss läuft. Jedenfalls nicht nachdem man es ein paar mal beobachtet hat. Aber meistens scheint heute das Vertrauen und die Ruhe für so eine Beobachtung zu fehlen. Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass sich bei uns die Wegwerfgesellschaft auch auf zwischenmenschliche Beziehungen erstreckt. Das ist schade, weil unser Leben, unsere Erfahrungen und unsere Erinnerungen durch diese kurze Zeit begrenzt ist, die wir Leben dürfen. Für mich ist der Wandel in einer Beziehung von Vorteil. Wenn man sich liebt (wie auch immer die Definition ist) und in einer der nicht so anhänglichen Phasen ist, kann man die Zeit doch gut für das eigene Leben nutzen. Man konzentriert sich wieder auf das Individuum, das man ist. In einer späteren Phase, wenn die Bedürfnisse befriedigt sind, kommt man sich wieder näher. Nicht jede Beziehung macht das mit, nicht jeder Partner ist damit glücklich. Aber wenn beide den Wandel akzeptieren, ist es...

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Über Liebe/ Über Uns #update

Über Liebe/ Über Uns #update

Die Beiträge der letzten Tage sind schon fast ein kleines Buch oder eine Abhandlung darüber, wie ich mit allem Umgehe. Was ich denke und versuche anders zu sehen. Über eine Sache habe ich bis jetzt wenig nachgedacht und das ist die Liebe an sich. Das wäre dann auch das nächste logische Kapitel in meinem Verarbeitungsmarathon. Aber es hat sich gezeigt, dass ich an dem Punkt sehr wenig zweifle, sehr wenig daran ändere. Ich sehe Liebe heute noch genauso, wie vor zwei Jahren, wie vor sechs Jahren, wie vor acht Jahren. Ich fühle mich höchstens, selbst durch die Trennung, bestätigt. Ich kann nur davon sprechen was ich denke, was Liebe ist. Kein Gefühl ist stärker, komplexer, verwirrender und vielfältiger. Liebe steht für mich nicht im Gegensatz zu sexueller Anziehung und Schmetterlingen im Bauch, aber es ist für mich etwas anderes. Ich flirte sehr gerne, lerne sowieso gerne Menschen kennen und wenn daraus dann Schmetterlinge und guter Sex entstehen, dann ist das doch etwas Schönes. Aber Liebe kommt später. Liebe entsteht, wenn die Schmetterlinge langsam verschwinden. Wenn man über den Punkt der puren Leidenschaft hinaus ist. Wer das jetzt unromantisch, vernünftig und langweilig findet, hat unrecht und ich hoffe, ich kann das gut genug darstellen. In jeder Beziehung gibt es den Punkt an dem die Schmetterlinge dauerhaft oder zeitweise weg sind. Das ist ein Punkt vor dem ich Angst habe, ein Punkt an dem ich auch zwei, vielleicht drei Mal in meinem Leben war. Bei einer acht-jährigen Beziehung kommt das natürlich auch vor. Genauso wie es vorkommt, dass man auch Gefühle für jemand anderen entwickelt, von einer gewissen Anziehung bis hin zu Schmetterlingen. Warum sollte man in einer Beziehung bleiben, wenn die Gefühle woanders zeitweise intensiver sind? Das kann ich niemandem sagen, ich kann wieder nur sagen, wie es für mich ist. Ich habe irgendwann von der Vorstellung losgelassen, immer Schmetterlinge haben zu wollen. Was desillusioniert klingt, war einer der größten Segen für mich. Meine Ansprüche sind nicht niedriger geworden, aber meine Erwartungen haben sich geändert. Durch diese innere Freiheit konnte sich das Gefühl in mir von Schmetterlingen zu tiefer Verbundenheit, Mitgefühl und Vertrauen entwickeln. Zu Liebe. Eine Liebe, an die ich keine Erwartungen habe. So hat sich die Liebe immer entwickelt. Wenn ich mehr mit mir Probleme hatte, habe ich kaum gespürt, dass da etwas ist, außer einer guten und beruhigenden Gewohnheit. War ich freier und offener, habe ich mich...

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Über Glück… und Crack

Über Glück… und Crack

Ich glaube was alle Menschen im Leben vereint ist das Streben nach Glück. Wir alle wollen glücklich sein. Jeder hat dafür seinen eigenen Weg und die eigenen Methoden, um das zu erreichen. Viele suchen ihre Erfüllung in einer Partnerschaft, andere in Hobbies oder in der Arbeit. Selbst Workaholics und Schwerverbrecher wollen am Ende nur irgendwie Glück erreichen. Im Ziel sind wir Menschen gleich, doch der Weg ist eben oft unterschiedlich. Nicht jeder Weg führt zum Glück, viele sind Täuschungen. Wir tun vieles, um unsere Ängste zu lindern. Aber sind das wirklich Wege zum Glück oder gehorchen wir nur unserer Angst? Stattdessen ist es oft sinnvoller sich der Gründe der Ängste zu stellen und ihr damit den Nährboden zu entziehen. Wahres, echtes Glück darf keinen Ängsten gefolgt sein. Aber was ist es denn, was uns wirklich glücklich macht? Die Frage muss am Ende jeder für sich selbst beantworten. Jedem Menschen bereiten andere Sachen Vergnügen. Ich habe Spaß an Videospielen, am Kochen, an Sex, an Märchenfilmen und an vielen anderen Dingen. Manchmal konkurieren diese Sachen mit anderen Dingen. Sei es Spaß gegen Spaß oder wie es öfter ist: Spaß gegen Arbeit. „Muss ja“ gibt es für mich nicht. Wir alle könnten zu Hause bleiben und den ganzen Tag entweder Sturm der Liebe oder Youporn gucken. Wir tun es aber nicht. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Glück und Vergnügen. Uns kann etwas Vergnügen bereiten und trotzdem nicht glücklich machen. Glück oder glücklich sein ist etwas langfristiges. Glück braucht immer wieder Zuwendung, Arbeit und Vernunft. Es sind oft die langweiligen, vorsichtigen Entscheidungen, die uns glücklich machen. Eines der einfachsten Beispiele ist wohl, ob man fremd geht. Für den Moment kann es ein Vergnügen sein, aber später wird es uns auf die eine oder andere Weise belasten und eben nicht glücklich machen. Glück entsteht aus den langfristigen, wohl überlegten Entscheidungen. Zwar glaube ich auch, dass man manchmal einfach Springen muss und nicht immer nur vorsichtig gehen kann. Aber ich glaube das Springen, das ich meine, ist kein hinwegsetzen über Vernunft und Zweifel, sondern eher ein eingehen von Risiken und ein Trotzen der Ängste. Glück braucht eben Arbeit, Vergnügen nicht unbedingt. Vergnügen ist wie Crack. Wenn man sein Leben darauf aufbaut, lebt man immer von Dosis zu Dosis und zwischendurch fällt man tief. Wir fangen an unser Leben vollzustopfen mit Freunden, Hobbies und positiven Ablenkungen. Was natürlich nicht falsch ist, aber wegen der Gründe...

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Schmerzhafte Lehren

Schmerzhafte Lehren

Manchmal ist einfach alles Scheiße. Heute ist so ein Tag. Eigentlich war gestern Scheiße. Aber Mist genug dafür, dass heute auch kaputt ist. Wenn jemand, dem ich gut getan und Hoffnung gegeben, mich tief verletzt, Möge ich ihn zu meinem höchsten Lehrmeister machen. – 6. Vers zum Üben des Geistes Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass ich diesen Satz in der letzten Zeit zitiere. Er hilft mir mich auf mich zu konzentrieren. Ich gebe zu, dass ich ihn nicht ganz verstehe. Aber für mich bedeutet er zwei Sachen. Man kann annehmen, was man bekommt, auch das Schlechte. Und man kann aus dem, was man eigentlich nicht möchte, etwas positives machen indem man etwas lernt. Jedes Problem ist eine Schulung in Geduld, Mitgefühl und Ausdauer. Durch die Probleme überdenke meine Positionen. Darum gebe ich gerne zu, dass die Trennung viele positive Sachen ausgelöst hat. Die Trennung war dafür nicht nötig, Sie war aber der Auslöser. Alles hätte auch anders passieren können. Aber es ist nun mal im Moment so. Wer weiß was morgen ist und was gestern war, ist schon vorbei. Aber es gibt einige Fragen, die noch an mir nagen. Auch wenn die Antworten darauf weder wichtig sind, noch etwas ändern. Manchmal will man ja auch keine Antwort. Am Ende macht es aber keinen Unterschied. Ich kann mir sagen, dass ich beiden Situationen etwas positives abgewinnen kann. Das geht sogar gut, meine Einstellung hat sich in den letzten Monaten geändert. Auf der Neustartseite stehen acht Jahre Spaß, Arbeit und Liebe. Das ist ein Viertel meines Lebens, das ich mit ihr verbracht habe. Die Sachen, die ich jetzt schon gemerkt habe, ist viel davon, was einen Neustart vielversprechend machen würde. Dazu gehören aber zwei und das ist auch gut so. Die Abschließen-Seite hat auch viele gute Gründe. Vor allem immer Gründe, die mehr handfest wirken als „acht gute Jahre“. Das ist immer einfacher zu sagen, ich mag die und die Situation nicht. Ich mag es nicht, wenn sie das sagt. Glück, ist manchmal ein sehr diffuses Gefühl. Vergnügen und Spaß sind da einfacher, weil sich das meistens auf einzelne Situationen bezieht, genau wie Ärger. Das Spiel hat Spaß gemacht, das Gespräch hat mich geärgert. Aber Glück ist ein langfristiges Gefühl. Dazu schreibe ich aber die Tage was. Ich werde einige Sachen nicht vermissen. Alleine ist es immer einfacher, jedenfalls der Alltag. Dafür ist er aber auch schöner. Zu zweit...

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Über das Anhaften und den klebrigen Geist

Über das Anhaften und den klebrigen Geist

Meine größte Charakterschwäche ist das Anhaften. Also der Wunsch Situationen, Menschen, Ideen und Dinge festzuhalten. Dazu gehört das Klammern an Menschen genauso wie sich von Wahrheiten abzulenken. Ich habe früher in Beziehungen immer sehr geklammert und war, generell aufs Leben bezogen, ein ziemlicher Kontrollfreak. Ich dachte, wenn ich mir die größtmögliche Mühe gebe und immer das richtige tue, wird alles klappen. Selbst wenn man immer das richtige tun könnte, hätte das nicht funktioniert. Das Leben hängt nie von einem alleine ab. Keine Beziehung hängt nur von zwei Menschen ab. Grundsteine für den eigenen Erfolg können von anderen gelegt werden. Fallen für eine Beziehung entstehen schon bevor man sich kennengelernt hat. Alles ist vergänglich. Das ist eine Tatsache gegen die ich mich immer noch wehre. Jede Situation ist vergänglich, jeder Gegenstand ist es, jeder Mensch und jede Beziehung. Selbst wenn eine Freundschaft oder eine Liebe bis zum Tod hält, verändert sie sich genau wie die Menschen. Man empfindet nicht mehr so wie am Anfang, neben Schmetterlinge kommt ein tiefes Gefühl des Vertrauens. Irgendwann brennt vielleicht kein Feuer mehr, dafür ist es wie Sonnenschein, der einen wärmt, schützt und nährt. Aber Veränderung kann man nur akzeptieren, wenn man die Vergänglichkeit akzeptiert. Das Leben kann man nur akzeptieren, wenn man sich der Endlichkeit aller Dinge bewusst ist. Wenn ich die Menschen auf der Straße sehe, merke ich, dass Veränderung gut ist. Stellen wir uns einmal vor, jede Situation würde ewig währen. Wir würden nicht mal von A nach B kommen. Wir würden immer Kinder sein, im gleichen Restaurant sitzen oder ewig streiten. Aber auch auf weniger extremer Ebene ist es gut, dass alles endet. Selbst das schönste Gespräch wird irgendwann langweilig. Würde nichts enden, würden wir uns auch nicht weiterentwickeln. Nicht nur die guten Dinge sind vergänglich, sondern auch die schlechten. Nach jeder Zeit, kommt eine andere. Schlechtes wird nicht unbedingt durch Gutes abgelöst, aber auch Schlechtes endet. Eben deswegen ist Anhaften schädlich. Es produziert Leid, weil man sein Herz an Dinge heftet, die endlich sind. Aber was heißt das für den Alltag? Soll man immer gleich aufgeben? Für nichts kämpfen? Ich habe den richtigen Weg nicht gefunden. Aber natürlich soll man sich für Dinge und Menschen einsetzen. Das ist aber der schmale Grad. Für etwas arbeiten, aber nicht daran kleben. Ist man sich der Vergänglichkeit bewusst, werden auch Alltagssituationen zu etwas besonderen. Man kann vielleicht Ärger eher ziehen lassen, weil man...

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