Ich dachte ja immer, dass mir irgendwann eine Sicherung durchbrennt, aber so wie es jetzt gekommen ist, war das ganze nicht gedacht. Ich war immer wieder krank, wenn das eine vorbei war, kam das Nächste. Das ganze hat mich ziemlich mit genommen. Ich wurde deprimiert und lethargisch auf der einen Seite und intolerant und aggressiv auf der anderen. Aus meiner Uni-Freude wurde im Laufe der Zeit eine Existenzangst. Erfolge kann ich nicht mehr verbuchen, nicht dass ich keine hätte, aber mir erscheint alles, was ich tue wertlos und ungenügend. Ich meine, ich hab trotz Krankenhaus meine Zwischenprüfung geregelt bekommen, bekam auf die Hausarbeit eine 1,3 und leiste wirklich gute Arbeit. Nur zieht das ganze an mir spurlos vorbei. Dafür wiegt die Tatsache, dass ich schon im 6. Semester und gerade so auf der Hälfte bin, sehr viel schwerer. Es zieht mich runter, begräbt mich unter sich und paralysiert mich. Das klingt theatralisch, fühlt sich aber trotzdem so an. Genau wie dieser Blog hier. Ich weiß, dass ich schreiben kann. Ich habe mir und vielen anderen Leuten geholfen, aber mir reicht das nicht mehr, um mir das Gefühl geben zu können, dass ich was kann. Wenn ich jetzt noch über den Stress der letzten paar Jahre rede, höre ich mich gleich an als wäre ich suizid gefährdet.
Kommen wir vom deprimierten psychischen zum angegriffenen physischen. Wie gesagt, ich bin andauernd krank. Jetzt kuriere ich gerade eine Gehörgangsentzündung aus, nachdem meine Bindehautentzündung abgeklungen war. Wegen der ganzen Erkrankungen wurden jetzt zum zweiten mal in diesem Jahr meine Blutwerte von oben bis unten durchgecheckt. Mir wurde so viel Blut abgenommen, dass es für einen mittleren Vampirclan gereicht hätte. Außerdem wurde ich, eben wegen den Immunproblem das zweite Mal auf HIV geprüft.
Das Ergebnis war zum Glück dasselbe wie letztes Mal. Bezieht man die anderen Tests mit ein, dann waren meine Blutwerte überragend gut. Mein Immunsystem ist fitter als ein normales, gesundes. Warum bin ich dann immer wieder und immer mehr krank? Kommen wir doch mal zurück zu meiner deprimierenden Einleitung dieses Eintrags. Dass ich unter dem Stress leide, ist mir klar und daran versuche ich was zu ändern. Aber das ganze nimmt auch noch eine weitere Wendung. Den ganzen Mist kann man auch unter einer Sache abhaken. Burnout-Syndrom. Da es keine offensichtlichen physischen Ursachen gibt, liegen psychische Nahe. Durch mein Verhalten und meine Symptome, liegt das Burnout Syndrom oder etwas ähnliches am nächsten. Also werde ich mich auf Anraten meines Arztes mal untersuchen lassen. Eine Stressabbau Therapie habe ich mir selbst ja schon nahe gelegt.
Da das Internet die Quelle allen Wissens ist (vorsicht Sarkasmus), habe ich mal einen Burnout-Selbsttest der Uni-Hamburg gemacht. Ich weiß, dass Selbsttests ungefähr so sinnvoll sind, wie Beziehungstests aus der Bravo. Trotzdem zeigt es eine gewisse Tendenz. Bei mir war die Tendenz, dass ich zur Gruppe der gefährdesten 5% gehöre, was schon ein kleines Zeichen ist. Naja das heißt wohl, dass ich anders mit Stress und Arbeit umgehen muss. Mir auch mal Ruhe gönnen sollte und am besten sehe, was ich mache.
Erstmal muss ich rausfinden, was Ruhe genau bedeutet. Das Wort war mir neu
.: Stone Sour – Reborn :.