Okt 27

Vor ein paar Monaten hätte ich diesen Eintrag so begonnen:

Es ist mitten in der Nacht und ich schlafe nicht, weil ich Dir tausend Gedanken schick…
- Die Toten Hosen: Herz brennt.

Aber die Zeiten ändern sich wohl, so wie sich alles einfach ändert. Es ist nicht alles Gold was glänzt und manchmal ist eine Ente einfach nur eine Ente, eine Ente. Verwirrt? Ich auch und vorallem desillusioniert. Ich müßte eigentlich schon schlafen, aber ich bin gerade erst nach Hause gekommen. Es gibt nur wenige Dinge, die mich vom Schlafen abhalten. Da weder die Uni noch ein Spiel daran Schuld hat, ist es wohl die Familie oder eine Frau. Die Familie ist es jedenfalls nicht.
Alle, viel zu sehr umhütete, Solidarität bei Seite gelassen, frage ich mich warum ich mir immer so viel mühe gebe. Gut sie tut das auch (da ist sie ja wieder, die Solidarität), aber nie wenns wichtig ist. Ich habe mal gesagt, daß die Gründe für eine Tat genauso wichtig sind, wie die Tat selbst. Manchmal sind Taten aber so fucking annoying, daß I don’t give a damn about it.
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Okt 23

Öfters mal was neues. Ich habe heute nach fünf Semestern das erste Mal den Bus zu Uni verpaßt. Da bleibt Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Denkt euch einfach die üblichen einführenden Entschuldigungen. Ich habe leider viel um die Ohren.

Es stellt sich mir mal wieder die Frage nach der Art und Weise der Durchführung meines Studiums. Ich habe mich damals entschieden für Wissen zu Studieren, weil ich Wissen, wirkliches Wissen als kostbar ansehe. Das mag zwar im Gegensatz zu meiner ausgiebigen Spielerei und unkonventionellen Arbeitsweise stehen, aber das sieht nur so aus. Ich möchte das tun, was mir im Leben wichtig ist und suche ständig nach einer Rechtfertigung dafür.

Warum?

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Okt 12

Seufz, ich komme mit dem Schreiben nicht mehr hinterher. Nicht mal mit dem Denken. Im Moment passiert eines nach dem Anderen und ich habe gerade zu Zeit zum Atmen und zum Kuscheln. Also allen denen ich es noch nicht gesagt habe, ich bin wieder Gesund. Der Test um den es ging war ein HIV Test. Die Anzeichen sprachen dafür, daß ich eine starke Immunschwäche habe und da war das natürlich der erste wahrscheinliche Schuldige. Nun dem war aber nicht so, ich hatte einfach Pech.

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Okt 6

Es ist das hier jetzt das Ende aller Tage für mich? Diese Frage wird die nächsten Tage meine Begleiterin sein. Vorgestern habe ich mir ein schönes, kleines Moleskine Notizbuch gekauft. Ich liebe gutes Papier, darum konnte ich nicht anders. Sehr zum leidtragen meines Portemonais. Das geht aber kaputt, also wird es nicht mehr lange leiden.
Gestern begann ich das Notizbuch mit einem ähnlichen Eintrag wie diesem hier. Der Anfang eines guten Buches, einer guten Geschichte, läßt Freiraum für Phantasie und Möglichkeiten. Sehr treffend also, stellt sich mir seit gestern die Frage: Soll das hier das Ende sein?

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Okt 3

…manchmal auch ein Grund für Kopfschmerzen. Ohne gute, keine schlechte Seite. Richtig, das Leben ist kein Ponyhof. Somit wäre dann die Quote an leeren Weißheiten auch erfüllt. Manchmal hilft eben nichts weiter. Wenn man sich liebt, heißt das für mich, daß man sich so liebt wie man ist. Mit den guten und den schlechten Seiten, das Ganze, das man ist. Wir sind (fast) alles Menschen und als solche eher nicht perfekt. Ich erwarte von niemandem Perfektion. Ich erwarte, daß der Mensch ist, der man ist. Perfektion anzustreben ist zwar ein ambitioniertes Ziel, aber man sollte von sich selbst und von anderen eben diese nicht erwarten. Besonders Gefühle sind weder einfach noch perfekt. Sie sind menschlich, genau wie ich hoffentlich ein Mensch bin. Ich habe gute und schlechte Tage, ich mag Dinge genau wie ich Andere nicht leiden kann.
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