Jun 29

So hier sollte eigentlich der Bericht über den Kreativanfall der letzten Tage stehen.
Der wurde verschoben.
Ich mache mir Gedanken über Vergangenheit und Zukunft. Wenn ich mit jemandem oder etwas eine schöne Vergangenheit hatte, und es inzwischen schlecht ist. Was zählt dann? Das Jetzt oder das Früher?
Der Mensch ist doch immer noch der selbe. Ist er das wirklich? Wenn ich genauer überlege, ist man nie der selbe Mensch. Jede Sekunde ist man um eine Erfahrung reicher, die einen prägt, wenn auch nicht besonders stark.
Also ist der Mensch nie der gleiche Mensch, wie er eben war, sondern er formt sich neu in jedem Augenblick in dem er lebt.
Aber wird dadurch die Vergangenheit unwichtig? Ich finde es ungerecht zu sagen, daß man hinter jeder Situation einen Schnitt machen soll und den Menschen neu betrachten muß.
Das wäre wohl auch nicht richtig, da ein Mensch sich, in dem Fall, wie ich ihn beschreibe, nicht komplett ändert. Er ändert sich Stück für Stück. Nach wenigen Moment ist es kaum zu bemerken, aber nach Monaten hat man einen Mensch, der sich vielleicht sehr geändert hat. Man bemerkt es nur nicht, da das Puzzle Teil für Teil neugeordnet wurde und so langsam, daß man es nicht gesehen hat.
Nun, wie ist es jetzt mit der Vergangenheit und mit der Zukunft. Ich beurteile einen Menschen auch danach, welche Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Die Erfahrung ist die Vergangenheit mit diesem Menschen. Eine schöne Zeit will man nicht vermissen und projeziert das auf die Person mit der man es erlebt hat. Oder man überträgt Erfahrungen von einem Menschen auf den anderen und mischt sein eigenes Selbstbildnis auch noch hinein. Allen diesen Punkten habe ich mich schuldig gemacht. Ich muß sagen, daß dort nichts sinnvolles rauskommt.
Ich habe jetzt ein Gedankenkonstrukt verschiedener Eindrücke, die wie eine Collage zusammengesucht sind, aber eigentlich keinen eigenen Bezug zueinander haben. Das ist wichtig. Es hat zwar einen Bezug zueinander, aber einen, den ich selbst hergestellt habe. Es gab keinen eigenen Bezug und deshalb ergibt es auch, bei näherer Bertrachtung auch keinen Sinn. Es hat nur zur Folge, daß ich mich nun nicht mehr selbst kenne.
Ich denke man kann, nach einer gewissen Zeit, eine Änderung sehen. Einen Einschnitt, wo eine Sache aufgehört hat; und ein neuer Abschnitt began. Diese Stelle muß man finden und von seinem Bild des Jetzt trennen. Sicher, es ist dieselbe Person, aber nur physisch. Die Erfahrung von früher steckt noch in beiden, aber Umstände haben dazu geführt, daß dieser Teil nun eine andere Rolle spielt.
Man muß sehen, was jetzt noch eine Rolle spielt. Die Umstände des Jetzt fassen, um sie zu verstehen zu können. Ich habe immer das Gefühl, daß ich die Vergangenheit dadurch veruntreue. Das ist aber falsch, wenn die Vergangenheit schon abgeschloßen ist, weil die Situation vorbei, ja vergangen ist, dann veruntreue ich sie nicht mit der Aktzeptanz dieses Faktes. Ich behalte sie im Herzen, ich werde sie nie vergessen, aber sie muß als das gesehen werden was sie ist: Vergangen.
Wenn man das weiß, versteht und einordnet, dann kann die Zukunft beginnen.
Soweit bin ich noch nicht, aber ich kann sagen was ich möchte:

  • Ich möchte Leben
  • Ich möchte mir nicht aussichtslos den Kopf zerbrechen
  • Ich möchte jemanden, der mich versteht
  • Ich möchte frei sein können, um ich zu werden
  • .: Steppenwolf – Born to be Wild :.

    Jun 22

    Jaja, so ist das. Gestern bin ich mit Kopfschmerzen aufgestanden, ging mit Kopfschmerzen ins Bad und es wurde noch viel schlimmer, als ich mich im Spiegel sah.
    Naja einige Stunden und Paracetamol später, ging es mir supi. Gerade als ich draussen zum lernen angekommen war, brach der Himmel über mir zusammen. Als ich dann wieder im Haus angekommen war, hört es auf zu regnen. Warum kann das Wetter sich nicht nach mir richten? Was denkt eigentlich das Wetter was es ist? Erzürnt von dieser ohrfeigengleichen Frechheit stürmte ich hinaus und rief:”War das etwas alles?”
    Mein Nachbar grinste.
    Der Himmel nicht – BoOOom, Donner fuhr vom Himmel und jemand schien Gottes’ Badewanne auszuleeren.
    Zufrieden mit meinem Werk setzte ich mich in meinem Schaukelstuhl an mein offenes Fenster und lernte die nächsten Stunden.

    .: Filter and the Crystal Method – Trip like I do :.

    Jun 20

    Hmpf!
    Ich bin mal wieder völlig unzufrieden. Ich habe zwar 3 Stunden für die Uni kreativ gearbeitet und habe so langsam eine extrem gute Vorstellung über den Themenbereich der Nachzehrer (lacht wenn ihr wollt). Der Aberglauben und seine Entwicklung ist ein sehr interessantes Thema. Besonders, wenn man Analogien zu heutigen Themen findet.
    Naja 3 Stunden? Danach kam mein Nachbar kurz vorbei und ich habe einen Text über Personal Firewalls gelesen, der mich völlig gefesselt hat, da er viele Fragen aufwarf, aber keine Antworten bot. Das sind immer die besten Autoren. Reden, reden, reden – alles ist scheiße, das geht so nicht. Dem Schema verfalle ich zum Glück selten, es ist zwar nicht immer notwendig in einem Text alternativen zu präsentieren, aber es kommt auch darauf an, wie man mit dem Thema umgeht.
    Naja und dann waren noch mal 3 Stunden vorbei und der Tag auch. Muß wohl, wie immer, morgen mehr tun.

    Böp, bin unzufrieden mit meiner Arbeitsleistung.

    .: Die Fantastischen Vier – Keine Lösung :.

    Jun 17

    Sooo viel zu schreiben, so viel zu Sagen und so verdammt wenige Wörter! So langsam habe ich mein Unimotivationsloch überwunden. Wie kam es überhaupt zu Stande? Ich glaube es resultierte aus der Enttäuschen über das Angebot an der Uni, kombiniert mit der Sinnlosigkeit von 90% der zu berücksichtigenden Arbeiten.
    Ich meine, was bringt es anwesend zu sein und zu schlafen.
    Warum ist das besser als sich zu Hause zu erholen und Energie für eine der, leider sehr wenigen, wichtigen Veranstaltungen zu sammel?
    Warum verschwendet man seine Zeit mit der Anwesentheitspflicht bei unsinnigen Kursen, anstatt die Zeit für Hausarbeiten und Referate zu verwenden? Und zwar Arbeiten für Kurse, die wichtig für das persönliche Wissen und die Spezialisierung sind.
    Es sind einfach nur neue Methoden, um schnell studieren lassen zu können und um langzeit Studenten rauszusieben.
    Es gibt natürlich verschiedene Klassen von Langzeitstudenten, so wie auch nicht jeder Soldat ein Mörder ist. Die meisten meiner Dozenten waren für heutige Verhältnisse Langzeitstudenten. Bei den meisten von ihnen verneige ich mich vor ihrem Wissen und ihrem Scharfsinn. Sie haben lange studiert, leider wird von der Länge des Studiums auch immer darauf geschlossen, wie fleissig man ist. Ich hingegen denke, dass ich 1100 Jahre, für mich relevante, Geschichte der Menschheit nicht in meinem ganzen Leben erforschen und lernen könnte, geschweige denn in einem Studium. Aber ich will es versuchen.
    Im Geschichtsstudium geht es für mich darum Wissen zu sammeln, zu verstehen und auch auf heute anwenden zu können. Das ist eine Aufgabe, die nicht in Bahnen gepresst werden kann.

    … als ich mit diesem Gedankengang fertig war, betrat ich endlich den Bus, der mich zu meinem Mittwochsseminar fahren sollte. Ich dankte der Hitze, denn ohne sie wären die ernstgemeinten Komplimente des Busfahrers über meinen Kilt und meine Lederjacke nicht möglich gewesen. Gut für das Ego, wenn man schon ein unsinniges Studium verfolgt.
    Inzwischen habe ich mich an viele Blicke gewöhnt, aber es scheinen auch weniger geworden zu sein in den letzten Jahren. Punk ist ja jetzt in. Ich bin alles andere als ein Punk, aber sie waren sonst die einzigen, die mit relativ großer Häufigkeit auch mal einen Kilt trugen.
    Nun ja. In der Uni angekommen, endlich untger gleichgesinnten, widmete ich mich erstmal 2 Tassen Kaffee und durchforschte danach die Bibliothek. Der Tag war gut, ich hatte einige gute Ideen und brachte sie gleich zu Papier. Einige Diskusionen über AggroMusik und ob man mir unter den Kilt schauen dürfte später, folgte auch mein Seminar. Es war in Ordnung, der erste Teil relativ trocken und der zweite sehr aufbauend.
    Durch irgendeinen Satz wurde bei mir eine Gedankenkette ausgelöst, die für mein Referat sehr wichtig war. Die Buchstaben donnerten nur so auf mein Papier, leider flogen auch die Stifte etwas umher, was mir einige merkwürdige Blick meiner Tischnachbarin einbrachte.
    Dann waren die 4 Stunden auch schon wieder vorbei und ich bewegte mich Richtung Kaufhof. Sehr zum Schock der Haushaltswaren Mitarbeiterinen trug ich meinen Kilt immer noch. Ich hätte ihn natürlich auch ausziehen können, aber das hätte sie wohl noch weniger verkraftet. Die Arme.
    Wie schnell man doch 50€ ausgeben kann.. gut am Ende sind aus meinem geplanten minimal Einkauf wieder ein voller Rucksack und 2 volle Taschen geworden.. aber hey man will ja auch essen.

    Und nun muß ich studieren.
    Möp!

    .: Gorillaz – Feel good inc. :.

    Jun 13

    Heute verstarb einer der Kater mit denen ich aufgewachsen bin. Gismo wurde 9 Jahre alt und wurde eingeschläfert, weil er an Katzenaids erkrankte und es erst bemerkt wurde, als es zu spät war.
    Meine Mutter kam heute vorbei und begrub ihm im Garten.

    Gismo (www.chaosphoenix.de/gallerie/)

    .: Dido – Don’t leave home :.

    Jun 10

    …und alles was mir in dem Moment blieb war ich selbst, und der Rabe, der mich die letzten Minuten begleitete. Ich war wieder Single. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, daß es so nicht weitergeht, für keinen von uns beiden. Ich habe auch Fehler gemacht, sogar sehr große, schwerwiegende. Wenn eine Beziehung scheitert, ist nie nur einer Schuld.
    Der Rabe war bei mir als ich durch den Park wanderte. Gerade nachdem Schluß war krähte er das erste mal über mir. Seitdem begleitete er mich durch den Park, flog von Baum zu Baum und krähte laut.
    Nimmermehr sollte es in einer Beziehung so sein, wie es bei uns war. Wir wollen schauen, ob wir neu anfangen können, ob wir beide alles vergeben können. Ich weiß selbst nicht, ob ich eine neue Chance will. Ich stelle mir so viele Fragen, ob es das wert sei, ob ich es verdiene, ob es gut ist. Und der Rabe krähte.
    Ich wanderte zum Fahrradständer, langsam aber stätig Richtung Straßenbahn. Da kam der Rabe und setzte sich neben mich auf einen Ständer. Ein Rabe begleitet die toten Seelen in ein anderes Reich. Er ist ein Zeichen des Endes, ein Gefährte auf dem Weg; er ist ein Zeichen der Veränderung und vielleicht bringt er auch die Hoffnung auf etwas Neues nachdem Ende.
    Nimmermehr wollte ich jemandem so weh tun. Die Kontrolle über meine, auch so schon bedingt rationale, Handlungsweise verlieren. Ich wollte alles ungeschehen machen und war gleichzeitig erleichtert, dass es ein Ende genommen hat. Es sind keine Verpflichtungen mehr da, vielleicht gibt es eine Fortsetzung, vielleicht auch nicht. Jeder muß für sich selbst entscheiden und keiner nur wegen des Anderen.
    Ich mache Fehler, ich bin kein Kind mehr, aber selbst noch nicht Erwachsen. Ich finde mich bedingt wacher als andere Menschen, aber ich habe noch nicht alles gesehen. Es geschehen schlechte Dinge und ich weiß auch nicht, wie man perfekt eine Beziehung führt, auch wenn ich beziehungsfähig bin. Ich kann noch keine haltende Beziehung führen, sonst hätte ich wohl schon eine. Ich muß noch lernen und üben und es kann nicht klappen. In diesem Moment wurde mir das alles klar. Und der Rabe Krähte.
    Der gerade einsetzende Regen tat gut. Die Erfrischung lenkte von meinem Zorn ab. Als der Zorn ertrank suchte ich Schutz unter dem nächsten Baum, bevor ich ihm es gleich getan hätte. Das Krähen klang inzwischen bekannt. Er schaute mich immer an, aber er gab keine Antwort auf meine Fragen.
    Nimmermehr wollte ich das Gefühl haben mich selbst so sehr zu belügen, wie in den letzten Wochen. Nach dem Streit und ihren Gemeinheiten war es keinem klar, warum ich bei ihr blieb. Warum ich keine neue Beziehung suchte. Ich habe immer gesagt, daß mein Herz das erste Mal aufhört mich zu beraten, dass das Gefühl mich nicht mehr leitet.
    Dann strahlte die Erkenntnis heller als ein sauberer Fleck auf einer Herrentoilette: Mein Gefühl war immer da. Warum blieb ich bei ihr? Ich wußte es nicht, aber ich hatte das Gefühl, daß es so richtig war. Warum gab ich ihr immer eine Chance? Es war keine Blindheit oder falsche Treue, es war das Gefühl, daß mich leitete.
    Es waren bittersüße Stunden seitdem. Einerseits weiß ich nicht, was die Zukunft bringt, und ob wir eine Chance haben, andererseits bin ich wieder mit mir im reinen. Das bin ich, mit den guten und schlechten Seiten.
    Der Phönix kam aus seiner Asche und der Rabe verschwand.

    .: In Flames – Yesters Race :.
    .: Guano Apes – Quietly :.
    .: Killswitch Engage – The End of a Heartache :.
    .: Powerman 5000 – The End is Over :.

    Jun 8

    Hey hey,
    ich hatte letzte Woche so viel zu schreiben, aber konnte gar nichts online stellen, da ich eine Woche kein Internet hatte. Schlimm ist das!
    Ich habe ehrlich gesagt, aber keine lust das alles aufzuzählen. Aber was macht man alles wenn man kein Internet hat? Man denkt zu viel über seine Beziehung nach, man ließt ein Buch komplett (Terry Pratchet: Going Postal), man geht demonstrieren auf der Nord Demo und verkauft dort Bier aus einem Transporter, man fährt mitten in der Nacht mit Freunden zu Kentucky Fried Chicken, man streitet sich immer noch viel zu viel mit seiner Freundin, man vermißt seinen Blog, man geht Kleidung einkaufen, man bereitet sich extrem auf die Uni vor…

    Gut das reicht jetzt. Stellt euch vor, ich hätte alles ausgeschrieben, wie es war!
    Vorallem hatte ich dann gestern auch noch Geburtstag. Kino und Essen war angesagt, mehr nicht. Am Wochenende kommen noch Freunde, aber gefeiert wird erst, wenn die Sonne regelmäßig scheint.

    Heute habe ich einen Shop für Rollenspiel-Hannover eingerichtet, oder eher, ich bin noch dabei. Ihr könnt aber schon hier gucken und bestellen

    Ich mache einfach mal einen Soundtrack von letzter Woche:

    Montag: Black Sabbath – Sabbra Cadabra
    Dienstag: Die Fantastischen Vier – Leben zu zweit
    Mittwoch: Gorillaz – Feel good Inc.
    Donnerstag: Monster Magnet – Space Lord
    Freitag: Blur – Song 2

    Bis bald!

    .: Black Sabbath – Sabbath bloody Sabbath :.