So hier sollte eigentlich der Bericht über den Kreativanfall der letzten Tage stehen.
Der wurde verschoben.
Ich mache mir Gedanken über Vergangenheit und Zukunft. Wenn ich mit jemandem oder etwas eine schöne Vergangenheit hatte, und es inzwischen schlecht ist. Was zählt dann? Das Jetzt oder das Früher?
Der Mensch ist doch immer noch der selbe. Ist er das wirklich? Wenn ich genauer überlege, ist man nie der selbe Mensch. Jede Sekunde ist man um eine Erfahrung reicher, die einen prägt, wenn auch nicht besonders stark.
Also ist der Mensch nie der gleiche Mensch, wie er eben war, sondern er formt sich neu in jedem Augenblick in dem er lebt.
Aber wird dadurch die Vergangenheit unwichtig? Ich finde es ungerecht zu sagen, daß man hinter jeder Situation einen Schnitt machen soll und den Menschen neu betrachten muß.
Das wäre wohl auch nicht richtig, da ein Mensch sich, in dem Fall, wie ich ihn beschreibe, nicht komplett ändert. Er ändert sich Stück für Stück. Nach wenigen Moment ist es kaum zu bemerken, aber nach Monaten hat man einen Mensch, der sich vielleicht sehr geändert hat. Man bemerkt es nur nicht, da das Puzzle Teil für Teil neugeordnet wurde und so langsam, daß man es nicht gesehen hat.
Nun, wie ist es jetzt mit der Vergangenheit und mit der Zukunft. Ich beurteile einen Menschen auch danach, welche Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Die Erfahrung ist die Vergangenheit mit diesem Menschen. Eine schöne Zeit will man nicht vermissen und projeziert das auf die Person mit der man es erlebt hat. Oder man überträgt Erfahrungen von einem Menschen auf den anderen und mischt sein eigenes Selbstbildnis auch noch hinein. Allen diesen Punkten habe ich mich schuldig gemacht. Ich muß sagen, daß dort nichts sinnvolles rauskommt.
Ich habe jetzt ein Gedankenkonstrukt verschiedener Eindrücke, die wie eine Collage zusammengesucht sind, aber eigentlich keinen eigenen Bezug zueinander haben. Das ist wichtig. Es hat zwar einen Bezug zueinander, aber einen, den ich selbst hergestellt habe. Es gab keinen eigenen Bezug und deshalb ergibt es auch, bei näherer Bertrachtung auch keinen Sinn. Es hat nur zur Folge, daß ich mich nun nicht mehr selbst kenne.
Ich denke man kann, nach einer gewissen Zeit, eine Änderung sehen. Einen Einschnitt, wo eine Sache aufgehört hat; und ein neuer Abschnitt began. Diese Stelle muß man finden und von seinem Bild des Jetzt trennen. Sicher, es ist dieselbe Person, aber nur physisch. Die Erfahrung von früher steckt noch in beiden, aber Umstände haben dazu geführt, daß dieser Teil nun eine andere Rolle spielt.
Man muß sehen, was jetzt noch eine Rolle spielt. Die Umstände des Jetzt fassen, um sie zu verstehen zu können. Ich habe immer das Gefühl, daß ich die Vergangenheit dadurch veruntreue. Das ist aber falsch, wenn die Vergangenheit schon abgeschloßen ist, weil die Situation vorbei, ja vergangen ist, dann veruntreue ich sie nicht mit der Aktzeptanz dieses Faktes. Ich behalte sie im Herzen, ich werde sie nie vergessen, aber sie muß als das gesehen werden was sie ist: Vergangen.
Wenn man das weiß, versteht und einordnet, dann kann die Zukunft beginnen.
Soweit bin ich noch nicht, aber ich kann sagen was ich möchte:
.: Steppenwolf – Born to be Wild :.

