Über Angst

Angst ist ein wiederkehrendes Thema hier. Vielleicht sogar mein Lieblingsthema, wenn man es so nennen möchte. Ich halte den Angst und den Umgang mit ihr für einen der wichtigsten Aspekte des Lebens. Wir alle haben Angst, immer wieder. Sie ist einer unserer Grundinstinkte und zieht sich durch unser ganzes Leben. Jeder Mensch hat irgendwann an, garantiert nicht nur einmal . Mut zeigt sich meiner Meinung nach nicht in einem Fehlen von Angst, sondern daran, wie man mit ihr umgeht. Es hilft sich darüber klar zu werden was Angst überhaupt ist und wovor man im Moment Angst hat, um mutig zu sein.

Also was ist überhaupt Angst? Ich verstehe Angst als eine Warnung an uns von uns selbst. Angst entsteht, wenn wir Gefahren befürchten, wenn wir etwas nicht verlieren würden oder uns Sorgen um etwas machen. Kurz gesagt: Wir haben Angst zu leiden, egal ob physisch, psychisch oder emotional.

Wir erwarten, bewusst oder unbewusst, etwas Negatives und überlegen, wie wir dem entgehen können. Je weniger vermeidbar und schmerzhafter etwas aussieht desto größer wird die Angst. Sie kann uns bedrücken, sich wie eine Schlinge um den Hals legen und uns die Luft zum Atmen nehmen. Dadurch wird oft alles schlimmer, unser handeln verändert sich. Die ersten Schäden entstehen vielleicht dadurch, dass wir uns irrational verhalten und nicht durch das eigentliche Objekt unserer Angst. Sie ist nicht selten zusätzliches Leid, wenn wir nicht mit ihr umgehen können. Das ist schließlich was Angst gefährlich macht.

Angst kann einen großen Nutzen haben, wenn sie uns als vorsichtige Warnung dient, aber ist vollkommen sinnlos, wenn sie uns nur behindert beschränkt und zusätzliches Leid verschafft. Ich kann immer nur von mir reden und was ich sage hat keine Allgemeingültigkeit. Aber für mich ist es eine Hilfe die Natur der Angst zu begreifen. Angst als Gefühl ist real, ihr Grund allerdings nie. Sie ist immer potentiell. Haben wir beispelsweise Angst davor uns beim Kochen zu verbrennen, endet die sie entweder mit dem Kochen oder mit der Verbrennung. Sie ist immer nur ein Platzhalter für was passieren könnte und löst sich letztendlich auf. Das heißt die Natur der Angst ist immer potentiell, sie ist eine Warnung, mehr nicht.

Als genau das sollten wir sie nehmen: Als (un)freundlichen Hinweis. Wir sollten nicht unser Leben nach ihr richten. Denn genauso wenig wie Du wirklich sagen kannst was morgen passiert, kann es Deine Angst. Sie entspringt immer aus unserer Phantasie und ist nichts abgetrenntes von uns, auch wenn sie sich manchmal wie etwas fremdes anfühlt.

Angst kann man nicht kontrollieren, umso mehr Angst hätte man davor die Kontrolle über seine Angst zu verlieren. Das macht schon rein mathematisch Angst2. Angst kann nur akzeptiert werden und das fällt, wie bei allem, leichter, wenn man sie auch versteht. Jeder Mensch nimmt, meiner Meinung nach, Angst anders wahr, weil sie etwas sehr persönliches ist. Ihre Natur bleibt allerdings gleich. Was passiert, passiert. Angst ändert daran wenig, außer uns auf das Schlechteste vorzubereiten. Aber es bedeutet nicht, dass es auch so eintritt. Oft geschieht auch das Schlechte anders ein als man dachte. Also macht euch nicht verrückt.

1 Kommentar

  1. Schön geschrieben. Wie oft hindert uns die Angst daran, etwas zu tun. Und im Nachhinein ärgern wir uns, dass wir es gar nicht erst versucht haben.
    Ich finde, du siehst das genau richtig. Sie ist ein Hinweis, ein Instinkt, der uns dazu auffordert, aufzupassen. Dieser Hinweis sollte aber kein Stolperstein werden, sondern uns zeigen, wo welche liegen.
    Nur ist sowas immer einfacher gesagt als getan. 😉

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