Artikel von März, 2015

Über Angst

Über Angst

Angst ist ein wiederkehrendes Thema hier. Vielleicht sogar mein Lieblingsthema, wenn man es so nennen möchte. Ich halte den Angst und den Umgang mit ihr für einen der wichtigsten Aspekte des Lebens. Wir alle haben Angst, immer wieder. Sie ist einer unserer Grundinstinkte und zieht sich durch unser ganzes Leben. Jeder Mensch hat irgendwann an, garantiert nicht nur einmal . Mut zeigt sich meiner Meinung nach nicht in einem Fehlen von Angst, sondern daran, wie man mit ihr umgeht. Es hilft sich darüber klar zu werden was Angst überhaupt ist und wovor man im Moment Angst hat, um mutig zu sein. Also was ist überhaupt Angst? Ich verstehe Angst als eine Warnung an uns von uns selbst. Angst entsteht, wenn wir Gefahren befürchten, wenn wir etwas nicht verlieren würden oder uns Sorgen um etwas machen. Kurz gesagt: Wir haben Angst zu leiden, egal ob physisch, psychisch oder emotional. Wir erwarten, bewusst oder unbewusst, etwas Negatives und überlegen, wie wir dem entgehen können. Je weniger vermeidbar und schmerzhafter etwas aussieht desto größer wird die Angst. Sie kann uns bedrücken, sich wie eine Schlinge um den Hals legen und uns die Luft zum Atmen nehmen. Dadurch wird oft alles schlimmer, unser handeln verändert sich. Die ersten Schäden entstehen vielleicht dadurch, dass wir uns irrational verhalten und nicht durch das eigentliche Objekt unserer Angst. Sie ist nicht selten zusätzliches Leid, wenn wir nicht mit ihr umgehen können. Das ist schließlich was Angst gefährlich macht. Angst kann einen großen Nutzen haben, wenn sie uns als vorsichtige Warnung dient, aber ist vollkommen sinnlos, wenn sie uns nur behindert beschränkt und zusätzliches Leid verschafft. Ich kann immer nur von mir reden und was ich sage hat keine Allgemeingültigkeit. Aber für mich ist es eine Hilfe die Natur der Angst zu begreifen. Angst als Gefühl ist real, ihr Grund allerdings nie. Sie ist immer potentiell. Haben wir beispelsweise Angst davor uns beim Kochen zu verbrennen, endet die sie entweder mit dem Kochen oder mit der Verbrennung. Sie ist immer nur ein Platzhalter für was passieren könnte und löst sich letztendlich auf. Das heißt die Natur der Angst ist immer potentiell, sie ist eine Warnung, mehr nicht. Als genau das sollten wir sie nehmen: Als (un)freundlichen Hinweis. Wir sollten nicht unser Leben nach ihr richten. Denn genauso wenig wie Du wirklich sagen kannst was morgen passiert, kann es Deine Angst. Sie entspringt immer aus unserer Phantasie und...

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The End of Days

The End of Days

Das mit dem Leben ist so eine Sache. Es bremst für niemanden und auch, wenn es dabei ab und zu jemandem überfährt, ist es gut so. Eben wegen dieser kompromisslosen Art heißt es immer: Das Leben geht weiter. Gut, Deins vielleicht nicht, aber generell schon. Scherz beiseite, auch wenn es manchmal den Anschein hat, die Welt bleibt nicht stehen. Daraus ergibt sich immer Neues, das von selbst weder gut noch schlecht ist. Es ist vielleicht einfach oder unbequem, aber ob es positiv oder negativ ist, hängt zum großen Teil von unserer Einstellung ab. Mir ist zwar in den letzten Monaten viel Schweres passiert, aber fast ausschließlich Gutes. Für mich beginnt jetzt ein neues Leben, nicht nur ein Lebensabschnitt. Schon lange bevor ich single war, zeichnete sich das ab. Allerdings sah es da eher nach einem Abschnitt aus und nicht nach dem Ende aller Tage. Neuer Job, neue Wohnung, keine Frau. Ab April bin ich wieder, was ich am besten kann: Klugscheißer. Ich bin für 3 + 2 Jahre mit einer vollen Stelle an der Hochschule und darf wieder lehren und forschen. Als Sahnehäubchen werde ich für meine Doktorarbeit bezahlt. Ich habe die Arbeit beim NHB gemocht, aber die Stelle ist großartig. Warum ausgerechnet ich so ein Glück habe, weiß ich nicht. Aber als jemand, der jahrelang laut und öffentlich über die prekäre Situation an den Hochschulen gemeckert hat, triffts natürlich mal den Richtigen. Heißt das jetzt man soll nicht jeden Job annehmen, sich nicht unter Wert verkaufen und ordentlich meckern? Ich glaube nicht. Am Ende war es einfach nur Glück, weil ich durch andere glückliche Zufälle das Stellenprofil zu 100% ausgefüllt hatte und mit noch mehr Glück auch darüber hinaus. Dafür muss ich jetzt komplett neue Sachen lernen, bewege mich in einem vollkommen anderen Arbeitsumfeld und weiß nicht, wie das alles funktioniert. Aber ich freue mich sehr auf die Herausforderungen. (Randnotiz für meine Studierenden: Das ist nicht meine erste Hochschule. Ich google euch auch.) Nachdem ich über vierzig Wohnungen angeguckt hatte, bevor mich mal jemand haben wollte und die Wohnung auch hübsch war, habe ich endlich eine gefunden. Innerhalb von zehn Tagen musste ich den Umzug organisieren und bin froh, dass ich so gute Freunde habe. Es gibt Menschen, die setzen für einen alles in Bewegung und dafür danke ich allen. Jetzt habe ich eine schöne, große, stille Wohnung an einem tollen Fleck in Hannover. Drumherum sind ganz viele...

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