Last one standing

Hier sind noch einige Postings in der Warteschlange. Angefangen, halbfertig, fast fertig. Und das Posting, das es zuerst auf die Seite schafft, ist ein Schlußmachposting. Nach über acht Jahren ist es mit Sophie und mir vorbei. Eigentlich wollte darüber nichts schreiben, aber das ist einfach, wie ich Dinge verarbeite. Besonders, weil es dieses Mal anders ist. Ich bin ganz anders. Und es tut weh, alle 2 Tage von irgendwem darauf angesprochen zu werden, der noch nicht Bescheid was. Jeder kann mit mir drüber reden und ich trinke gerne ein Bier mit euch allen. Nur dieses „aus Versehen“ ansprechen ist doof. Weil meine Postings immer so lang sind, schaut euch einfach nur den letzten Absatz an.

Enden tun immer weh. Für den Verlassenen sind sie auch immer etwas sinnlos. Deswegen klingt das hier immer wie das Gestammel eines Liebeskranken. Aber das ist es nicht nur. Ich denke nicht, dass ich mich völlig belüge, sogar eher, dass ich mich sehr wenig belüge. Am Ende ändert es gar nichts, getrennt ist getrennt.

Genau deswegen sollte ich mich nicht daran festhalten wie das jetzt geendet. Aber das habe ich trotzdem. Über acht Jahre waren in ein paar Tagen vorbei. Ohne wirkliches Reden. Ich verstehe ihre Gründe. So anmaßend das auch klingt, ich verstehe ihre Gründe vielleicht besser als sie. Viele davon hätte man mit einem Gespräch aus der Welt schaffen können. Aber eben das hat in letzter Zeit gefehlt. Oh ja, das klingt ziemlich selbstbetrügend, wenn ich das hier so lese. Ist es aber nicht. Denn durch die Trennung habe ich mein Selbstbewusstsein wiedergewonnen.

So paradox das auch klingt. Das ist auch der Grund für diesen Beitrag. Aber um es aus dem Weg zu kriegen: Natürlich möchte ich Sophie wieder. Oder eher von vorne Anfangen. Wenn Kuscheln vor vier Wochen noch das größte Hobby war, ist da meiner Meinung nach noch eine Basis. Aber durch die Trennung ist auch viel positives passiert und ich hoffe, dass es ihr gut geht.

Die letzten Jahre waren Job-mäßig, wegen der Häuser und meine Gesundheit wirklich anstrengend. Es waren so viele Umbrüche und sehr viel, was nicht geklappt hat. Sophie und ich waren da die einzige Konstante. Irgendwann wusste ich nicht mehr, ob ich alles ohne Sie schaffe. Ich weiß jetzt wieder, dass ich es tue.

Ich weiß so einiges wieder. Mal alleine zu sein tut auch gut, um sich wieder zu finden. Ich weiß vor allem wieder, dass meine innere Stimme nicht nur Bullshit redet. Vor allem, dass ich nicht alleine bin mit meinen Ecken und Kanten. Ich meine jeder hat Ecken, aber ich dachte immer meine wären besonders schlimm.

Das Leben geht weiter, mich erstaunt nur wie gut und wie schnell das geht. Fehlen tut sie mir und alleine hier zu sein ist hart und wie gesagt, ich mag sie wieder. Aber es geht weiter, auch wenn ich viel investieren würde, damit wir es versuchen.

Was ich auch merke ist, dass single sein genauso uninteressant ist, wie ich es in Erinnerung hatte. Ich hatte mich auch hin und wieder gefragt, ob eine so lange Beziehung ist, was ich wirklich will. Inzwischen bin ich mir sicher, dass es so ist. Ich mag es neue Leute kennenzulernen, ich mag es auch weg zu gehen (wenn auch nicht oft) und was mit Freunden zu machen. Aber das schließt sich bei mir mit einer Beziehung nicht aus.

Ich bin jetzt irgendwie sicherer darüber wer ich bin und was ich möchte. Ich weiß jetzt auch, was ich in einer Beziehung brauche und was nicht. Ich frage mich nur, ob ich das in der nächsten Beziehung auch umsetzen kann. Also meine Wünsche und dabei die Wünsche meine Partnerin nicht zu vergessen. Das wichtigste ist meiner Meinung nach immer noch, dass man miteinander redet und den anderen trotzdem so akzeptiert wie er ist. Meiner Meinung ist das kein Widerspruch. Man redet, um sich dem anderen verständlich zu machen, um Kompromisse zu finden und sich über die Gefühle auszutauschen. Es geht nicht darum den anderen zu verbiegen, sondern kennen zu lernen. Man kann nur akzeptieren, was man versteht und man kann nur (auch über sich) erklären, was man selbst begriffen hat.

Jetzt breche ich dieses Posting doch mal ab, auch wenn ich noch nicht so viel über mich geredet habe, wie ich wollte. Dann kommt das Thema Auszug, Umzug usw. nächstes Mal. Aber jetzt kommt noch der letzte Absatz, den ich am Anfang erwähnt habe.

Ich kam mir in meiner Beziehung oft einsam vor. Nicht wegen Sophie, da kann sie gar nichts für. Aber ich habe gerade in den letzten Jahren nicht mehr so viel mit Freunden gemacht. Zum einen treffe ich mich hauptsächlich nur noch gerne zum Essen und Trinken und nicht mehr zum „in schlechte Clubs gehen.“ Konzerte sind auch gut. Aber mir ist die letzten Jahre ziemlich der Saft ausgegangen durch die Probleme, was dann ja in meinem Beinahe-Magengeschwür geendet hat. Wobei ich noch nicht sicher bin, dass der Stress mich jetzt nicht rückfällig werden lässt. Nein mein Problem war, dass ich viele liebe Menschen in meinem Leben hatte, aber keine enge Beziehung mehr zu irgendjemandem. So kam es mir wenigstens vor. Und dann war Schluß und alle waren da. Sind es immer noch. Viel mehr als ich es erwartet habe und viel mehr als ich es verdient habe. Ich bin vielleicht etwas einsam, gerade im Moment in meinem leeren Bett. Aber ich bin nicht allein. Ich bekomme so viel Hilfe und Unterstützung. Daran werde ich nie wieder zweifeln und in Zukunft mehr dafür tun. Danke, einfach nur Danke. Ich bin so stolz und froh euch zu haben.

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