Artikel von September 6th, 2013

Das Ziel ist der Weg

Das Ziel ist der Weg

Bewerbungen sind ein Nervenkitzel auf den ich inzwischen ganz gut verzichten könnte. Jedes Mal zu raten, was man den gerne von einem hören möchte und nie wirklich man selbst sein zu können, ist anstrengend. Sowohl man selbst als auch viele Unternehmen gehen in der Flut der Bewerber unter. Versucht man jetzt einfach nur besser zu sein als oder schwimmt man gegen den Strom und sticht so aus der Masse hinaus? Ich habe darauf keine Antwort, immerhin habe ich auch noch keine Festanstellung ohne befristeten Vertrag erreicht. Das liegt zwar einerseits an meinem universitären Arbeitsumfeld, andererseits geht es anderen auch nicht viel besser. Hach, ich wurde gerade darauf hingewiesen, dass den Beitrag viele lesen, die mich nicht kennen (danke Kalle). Ich bin Geschichtswissenschaftler und arbeite viel mit digitalen Medien und dem Netz. Sowas wie ein digitaler Medientheoretiker + Historiker. Ich arbeite z.Zt. für Unis, Vereine, Interessenverbände und freier Autor. Aber jetzt weiter im Text: Kommt man erst mal in die Gesprächsrunde hat man gute Chancen, solange nichts kurioses passiert. Einmal fingen sich die Interviewer bei mir an zu streiten, wo mir relativ schnell klar wurde, dass ich da nicht arbeiten möchte. Das andere Mal, wurde mir nach etwas extra Beratungszeit abgesagt mit der Begründung, dass ich zu viele Menschen von anderen Abteilungen kenne und die Befürchtung besteht, ich würde intern sofort wechseln. Diese Woche kam die bitterste Absage auf die bisher beste Stelle. Mir wurde versichert, ich habe keine Fehler gemacht, die Bewerbung, Qualifikation und das Gespräch waren perfekt. Allerdings war jemand ähnlich gut und dann wurde nach Kleinigkeiten gesucht. Am Ende fanden 2 von 3 seine Kleidung besser. Wegen meiner außerordentlichen Kompetenz soll man aber in Verbindung bleiben, weil ich sehr viel helfen könnte, nur nicht bezahlt. Den letzten Punkt habe ich übrigens auch schon von 3 universitären Instituten innerhalb der letzten 6 Monate gehört. Unter anderem, weil ich der einzige bin, der in Hannover freiwillig digitale Arbeitsmethoden lehrt. Aber steigert das die Job-Chancen? Nein, es macht mich eher zu einer „valuable asset“, die gemietet werden kann, wenn man sie braucht. Was ich mir in letzter Zeit immer öfter überlegt habe ist das Feld komplett zu wechseln. Besonders, wenn es mit den nächsten Forschungsprojekten nicht klappt. Aber wie geht so etwas? Wie fängt man neu an? Geht es nach den Unternehmen müssen Lebensläufe gerader seins Lineale. Alles, was nicht in ein Schema passt, wird nicht eingeladen, schon alleine wegen...

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