Playstation 4

ControllerVor ein paar Stunden war es soweit. Im Geiste von Steve Jobs hat Sony auf großer Bühne die Playstation 4 angekündigt. Der Ehrengast selbst war nicht zu sehen, aber viele Fakten, Drittentwickler und Einzelheiten. Nachdem ich gestern in meinem frustrierten Rundumschlag auch gegen Sony ausgeholt habe, ist es nur fair Sony jetzt etwas meiner Zeit zu schenken. Also schauen wir uns die PS4 in Hardware, Software und Support genauer an.

 

Hardware Autopsie

Da die PS4 selbst nicht zu sehen war, konzentrieren wir uns erst einmal auf die inneren Werte und die sehen wie folgt aus:

  • x86-64 AMD „Jaguar“ 8-core CPU „Enhanced“
  • AMD next-gen Radeon GPU CPU/GPU on the same die
  • 8 GB unified GDDR5 RAM
  • On-board hard drive (no size announced)
  • Blu-ray optical drive
  • USB 3.0 Bluetooth 2.1
  • Gigabit Ethernet 802.11b/g/n wifi
  • HDMI, analog video, digital optical audio

Quelle: Polygon.com

Gleich vorne Weg: Beim Prozessor bin ich mir unsicher. Es ist teilweise von einem sehr modifizierten x86 Prozessor die Rede und dann wieder von einer 64-bit Version. Das aller Wichtigste an der Architektur der neuen PS4 ist nicht die Geschwindigkeit, sondern das Sony behauptet, die Architektur wäre sehr simpel und das Programmieren dafür einfach. Ein Hauptgrund der Probleme bei der PS3 war die komplexe Architektur und das Speichermanagement, dass das Entwickeln, besonders von Multiplattformtitel, unnötig erschwerte. Aber auch die Hardware Details sehen gut aus. Während die Taktung des CPUs nicht bekannt ist, sind 8-Kerne und ein GPU mit angeblichen 1,84 Teraflops eine gute Nachricht. Die beste ist allerdings die 8 GB DDR5 Ram. Keine 4GB wie vermutet, sondern das Doppelte. Damit wäre der Weg frei für scharfe Texturen auf Konsolen. Auch bei der Speicherart wurde nicht gegeizt. DDR5 Ram hat einen wesentlich höheren Datendurchsatz als der vermutete DDR3 Ram. Wenn Sony’s Werte von 176 GB/s Bandbreite stimmen, sieht die PS4 einer guten Zukunft entgegen. Die Leistung sieht auf dem Papier sehr gut aus. Nicht vergessen, Konsolenspiele nutzen die Hardware im besten Fall wesentlich effizienter aus als PC Spiele. USB 3.0 schafft genügend Übertragungsrate für zusätzliche Hardware, wie immer die auch aussehen mag. Die Grundlage ist mehr als nur gut.

Bitte anfassen

Der Controller ist praktisch unser Tor zu einer anderen Welt. Mit ihm manipulieren wir die Spielwelt und ihn werfen wir gegen die Wand, wenn etwas schief läuft. So sieht der Dual Shock 4 Controller auf dem Papier aus:

  • Ein Hybrid-Controller aus Move, Touchpad und normalem Gamepad
  • Touchpad vorne
  • Lichtquelle für Move-Unterstützung
  • Kopfhörer Ausgang
  • Share-Knopf für Social Media funktionen

Quelle: Polygon.com

Das schlimmste an Move war für mich, dass ich dadurch noch mehr Peripherie hatte, die umgestöpselt und aufbewahrt werden musste. Beim neuen Controller ist eine Lichtquelle für Move enthalten, wie das Ganze funktioniert, kann ich mir allerdings noch nicht vorstellen. Die Ergonomie beim einhändig-halten des Gamepads sieht nicht vielversprechend aus. Ich gehe davon aus, dass weitere Move-Geräte kommen werden. Das Touchpad scheint nur vorne zu sein und ein rückseitiges gibt es nicht. Ein Rückpad wäre gut, bei der Vita funktioniert das auch sehr schön. Finger vorne sind mit den Standard-Knöpfen beschäftigt, hinten wäre mit einem Touchpad mehr möglich. Der Köpfhörerausgang schafft Komfort und der Share-Knopf… ja der kommt gleich dran.

Herrsche und teile

Die beste Hardware der Welt nutzt gar nichts, wenn man mit ihr nichts sinnvolles Anstellen kann. An dieser Stelle wird es bei der PS4 interessant. Nachdem Sony gestern aufgefallen ist, dass die Vita sich vielleicht nicht gut verkauft, weil es dafür keine Spiele gibt, ist ihnen wohl irgendwann aufgefallen, dass Youtube irgendwie beliebt ist. Spott beiseite, sie haben gesehen und richtig erkannt, dass viele Spieler einen Drang zur Selbstdarstellung und zum Teilen von Content jeder Art haben. Hier kommt der Share-Knopf ins Spiel. Der teilt nämlich. Was? Alles. Neben den obligatorischen Möglichkeiten auf Facebook, Twitter und anderen Drittanbietern seine Erfolge zu teilen, ermöglicht er das Aufzeichnen von Videos und das Live-Streamen dieser. Damit wäre Broadcasten à la Justin.tv direkt in die Hardware mit eingebaut. Kein Fummeln, kein Installieren – einfacher als am PC. Großes Kino.

Cloud, nicht Strife sondern Speicher

Guckt man sich die Entwicklungen der letzten Jahre an sind überall Wolken. Keine Unwetterwolken, sondern Massenspeicher in Clouds irgendwo in einem fremden Rechenzentrum. Die PS4 setzt diesen Trend fort. Jetzt schon nutzen Playstation+ Kunden eine Cloud für Backups, aber nicht viel mehr. Das Zauberwort heißt hier Gaikai und steht für mehr. Viel mehr. Als Sony den Spiele-Streaming-Dienst kaufte, war ich überrascht. Hardwareunabhängiges Spielestreaming ist für mich eine große Chance für die Zukunft. Spielen von rechenintensiven Software auf schwachbrüstigen Endgeräten über Streaming-Dienste ist für Anwender mehr als nur sinnvoll. Sony baut Gaikai direkt in die PS4 ein. Zum direkten Streamen von Spielen, ohne anfänglichen download. Vorbei sind die Zeiten eines 5gb downloads für eine 15 Minuten Demo. Über Gaikai lassen sich PS1-PS3 Spiele einfach Streamen ohne kompatible Hardware zu brauchen. Wenn Sony Zugriff auf die gesamte Gaikai Bibliothek erlauben würde, wäre der Weg für PC Spiele an der Konsole frei. Je nachdem wie Sony die Möglichkeiten ergreift, wird das ein großer Pluspunkt bei der PS4. Natürlich sind dafür zwei Dinge wichtig. Gute Gaikai-Server in Europa und eine gute Internetverbindung. Gaikai hatte ich schon getestet, als es noch in der Betaphase war und damals funktionierte es richtig gut.

Gib mir den Stoff

Die Vita ist eine gute Konsole, nur will sie fast keiner haben. Warum? Es gibt kaum Spiele. Wie sieht das bei der PS4 aus? Vage, aber vielversprechend. Zuerst ist zu sagen, dass alle großen und kleinen Entwickler dabei sind. Neben Ubisoft und EA, auch CD Project, Double Fine und Platinum Games. Viele der Blockbuster wie Watchdogs sollen auch direkt auf der PS4 erscheinen. Zwar ist davon auszugehen, dass diese nicht gut für die PS4 zugeschnitten sind, aber es macht den Umstieg von PS3 auf PS4 leichter. Noch dazu kommt Bungies Destiny auf der PS4, genau wie ein neues Final Fantasy, das auf der E3 gezeigt wird. Auch Capcom hat ein neues Spiel im Angebot und einen neuen Infamous Teil gibt es auch. Wann? Keine Ahnung und das könnte wieder die Crux werden. Wir werden sehen. Mehr Devs und Spiele findet ihr hier.

Future’s bright man

Alles in allem bin ich überrascht und begeistert. Die PS4 zeigt vor allem, dass Sony angefangen hat umzudenken und das ist heute am Markt das Wichtigste. Hardwaretechnisch gibt es nichts zu meckern und Gaikai ist ein Geschenk des Himmels. Jetzt ist das Spiele-Lineup erstmal abzuwarten, aber die Zukunft sieht verdammt gut aus. Ende des Jahres ist es so weit. Wir werden sehen.

 

Hier noch ein paar Videos. Das erste zeigt Square Enix’s Konzept der neuen Final Fantasy Grafik. Das Video ist aber schon ein Jahr alt und man kann davon ausgehen, dass es nicht mit dem PS4 Devkit gemacht wurde. Allerdings möchten sie den Standard an Ingame-Grafik erreichen. Das zweite Video zeigt Quantic Dreams‘ neuen Engine.

Update:

Deep Down

Der neue Infamous Trailer

Destiny

Killzone ShadowFall

Update 2:

Alle Trailer bei 4players.de 

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