Artikel von Dezember 16th, 2012

Waffen als Problemlöser

Waffen als Problemlöser

Es gibt Themen zu denen nichts mehr gesagt werden muss, weil schon so viele darüber reden. Allerdings gibt es Themen bei denen es sich noch falscher anfühlt gar nichts zu sagen. Ich denke hierbei natürlich an den Amoklauf in Newton. 28 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, ein Großteil davon Kinder. Es ist ein Ereignis, das mich berührt, auch wenn ich bei solchen Dingen eher abgestumpft bin. Das Abstumpfen scheint wohl ein Nebeneffekt der geschichtswissenschaftlichen Arbeit zu sein. Ich empfinde tiefen Respekt vor den Lehrer(inne)n, die gestorben sind als sie die Kinder beschützt haben. Während die Umstände der Tat geklärt werden, entfacht wieder die alte Debatte über Für und Wider der amerikanischen Waffengesetze. Meine Position ist dabei klar auf der Seite der Waffengegner, auch wenn ich mich selbst für Waffen interessiere. Es geht hier aber nicht um meine Meinung, es sollte nie um eine einzelne Meinung gehen. Die wenigsten Menschen sind entweder vollständig für oder gegen Waffen. Trotzdem bilden sich diese absoluten Lager und machen Kompromisse unmöglich. Was beiden Parteien auch ganz recht ist. Beide Parteien sind unwillig den anderen zu verstehen und das ist für eine Lösung die Grundlage. Das gilt auch für uns Außenstehende. Die Haltung der Amerikaner erscheint uns oft verrückt und nicht zuletzt dumm. Wir können nur schwer nachvollziehen, was Waffen für die amerikanische Gesellschaft bedeuten. Sie sind ein Teil des kulturellen Selbstwertgefühls der Nation. Die Amerikaner haben oft für ihr Land (ob nun zurecht oder nicht) gekämpft und Waffen haben dadurch ein positives Bild bekommen. Sei es durch den Unabhängigkeitskrieg oder den Sieg der Greatest Generation über die Nazis. Für viele Amerikaner ist die USA ihr Land, ihr Grund und Boden und das möchten sie verteidigen. Nimmt man Ihnen die Waffen, nimmt ihnen ein Recht und lässt sie schutzlos zurück. Durch die Arbeit der Lobbys wie die NRA, sind Schusswaffen allgegenwärtig ins tägliche Leben integriert. Früh werden auf Volksfesten Hemmungen abgebaut. Hier macht die AWO kleine Grillfeste auf dem Dorf, in Amerika die NRA. Statt Dosenwerfen gibt es Schießstände und im Grunde sind beides Geschicklichkeitsspiele. So werden Gewehre  zu Gebrauchsgegenständen wie Messern und Baseballschlägern mit denen man auch ohne weiteres Menschen umbringen kann. Ich glaube kaum, dass ein Verbot von Waffen die Gewalt aus der Welt schaffen kann. Das muss es auch nicht. Wenn die Zahl der Gewalttaten dadurch zurückgeht, dann ist es das auch schon wert. Die Diskussion rund um die Waffengesetze lenkt tragischerweise...

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