Carrot on a stick

Ich bin kein Hamster im Laufrad. In die Schicht muss ich erst aufsteigen. Nein, noch bin ich ein Esel, der seiner Karotte hinterherrennt. Allerdings ist die Karotte an einer Angel an mir fest gemacht und ich trage sie mit jedem Schritt weiter bis ich verhungere. Warum sollte ich auch etwas anderes zu Essen suchen, die Karotte ist doch so nah.

Wovon ich durchaus theatralisch Spreche ist natürlich die Arbeit an der Universität. Dieser Beitrag ist jetzt nicht über meine regelmäßige Verwunderung, dass ich mich mit Professoren um unwichtige Halbtagsstellen streiten muss. Obwohl ich das natürlich hier kurz unterbringen möchte und mich wirklich frage, warum Professoren sich als Assistenz für kleine Projekte bewerben.

Das mit der Karotte unterstellt natürlich eine böswillige Absicht, was durchaus Gang und Gebe ist, aber bei mir zum Glück nicht der Fall. Ein Grund dafür, dass ich noch in Hannover bleibe, auch wenn ich deutschlandweit suche, ist dass ich hier ehrliche und aufrichtige Kontakte habe und das findet man in dem Gebiet immer seltener. Die Karotte ist heute trotzdem wieder aus meiner Reichweite geschwungen, obwohl sie dieses mal zum Zubeißen nah dran war. So oft es wegen mangelnder Chancen nicht klappt, können auch sichere Möglichkeiten auch schief gehen.

Trotzdem versuche ich es mindestens 6 Monate weiter. Ich will an der Universität Arbeiten. Ich will forschen. Nicht nur, weil ich es mir in den Kopf gesetzt habe, sondern weil ich gut bin. Wirklich gut und noch viel besser werden kann, denn immerhin stehe ich gerade erst am Anfang des Weges. Was mich allerdings fertig macht, ist der momentane Stillstand und dass ich bei jedem Versuch ich aus dem Loch zu befreien wieder reinfalle. Ich wollte nie reich werden durch meinen Job, aber zumindest davon Leben können und ich bin gut genug dafür es zu verdienen.

Was jetzt nach übersteigertem Ego klingt, ist nur mein Mantra um mich nicht ganz aufzugeben. Es ist wichtig nicht dem Gemüse nachzujagen, sondern auch eigenes Anzubauen. Mir wurde das zwar schon gesagt, aber mir war nicht klar wie dringend das ist. Ich habe immer was dafür getan, dass ich etwas bekomme, aber es ist wichtig, etwas eigenes zu haben. Etwas unabhängiges. Darum habe ich heute neue Pflanzen ausgesät und hoffe, dass eine davon treibt. Vielleicht komme ich ja so durch den Winter. Aufgeben nutzt jedenfalls auch nicht. Allerdings werde ich traurig, wenn ich von Karotten auf ein anderes Gemüse umsteigen muss, da ich für Karotten geschaffen wurde.

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