Sayonara Kami

Am Sonntag ist Kami gestorben. Er wurde überfahren, wie sein Bruder, nicht ganz ein Jahr nach ihm. Die beiden waren immer etwas anders als weitere Katzen. Ein wenig wehleidiger, ein bisschen schüchterner. Kami ist direkt nach unserer Geburtstagsfeier gestorben. Für mich ist das, neben aller Trauer, eine Erinnerung daran wie wertvoll das Leben und damit auch der Tod ist. Ohne den Tod hätte die Zeit, die wir hier verbringen, weniger Sinn. Ohne ein Ende, ein endliches Leben, hätten wir weniger, das uns voran treibt, uns dazu bringt etwas schaffen zu wollen. Momente ziehen vorüber und wir erleben höchstens in unseren Erinnerungen eine Wiederholung.

Alles hat ein Ende und ich weiß das. Womit ich kämpfe sind die Umstände. Ich frage mich, ob ich etwas hätte tun können. Was ich tun kann, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Ich verstehe, dass solche Gedanken Kami nicht wiederbringen und das gibt mir auf gewis
se Weise Frieden. Was mir keinen Frieden bringt, ist dass er alleine gestorben ist. Ich wünschte ich hätte bei ihm sein können. Er hätte mit der gleichen Liebe gehen sollen, die ihn hier jeden Tag begleitet hat. Das alles macht nun für Kami keinen Unterschied mehr und ich weiß, dass er jetzt nicht mehr leidet. Genauso wie ich mir bewusst bin, dass alles Leid vorüber geht. Nur noch ist es das nicht und bei aller Einsicht, vielleicht möchte ich das auch nicht. Mein Leiden geht erst vorüber, wenn ich bereit bin Abzuschließen oder mit meinem eigenen Tod. Aber für den bin ich erst recht nicht bereit.

Danke Kami für alles was Du mir gegeben hast.

Katze

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