Artikel von Juli, 2012

Hirn frisst Hirn

Hirn frisst Hirn

Bei mir geht es im Moment viel um Arbeitsmethoden. Sowohl bei mir selbst als natürlich auch die Forschung über und Arbeit mit Arbeitsmethoden. Die Analyse und Planung von Arbeitsschritten ist keine Vorbereitung der Arbeit, sondern schon ein essentieller Teil. Einer der Schritte ist selbstverständlich festzulegen um welches Projekt wir uns als nächstes kümmern. Das ist aber oft leichter gesagt als getan, weil selten nur ein Projekt ansteht und die Prioritäten nicht immer klar zu verteilen sind. So geht es mir jetzt nach meiner Zwangspause auch. Viele Baustellen, begrenze Kapazität und eigentlich müsste alles sofort erledigt sein. Das Schlimme ist: So geht es mir auch bei meinen Hobbies. Darum gehe ich die Aufgaben im Moment mit viel Unruhe an. Arbeite hier ein wenig, dort ein wenig und fühle mich als versuche ich eine Hydra zu erschlagen. Ich gehe zu viel auf einmal an und das auch noch unkonzentriert, obwohl ich es besser weiß. Sobald das einem selbst klar wird, kann man anfangen es zu ändern, nur fehlt diese Klarheit immer wieder. Wir sind es gewohnt viele Dinge gleichzeitig zu machen – zu viele, wie ich inzwischen meine. Wir telefonieren auf der Arbeit und schauen uns dabei eine Website an, als plötzlich eine neue Nachricht per Email eintrifft und wir dann über drei Dinge gleichzeitig nachdenken. Wissen nehmen wir immer komprimierter auf, lesen den Teaser oder nur die Überschrift einer Schlagzeile und wechseln dann zur nächsten. Autoren wie Nicolas Carr beschreiben wie unsere Konzentrationsspanne durch das Internet immer kürzer wird. Ich meine, dass es nicht nur am Internet liegt, sondern das es nur der neuste Teil eines Trends ist. Wir Menschen haben die Veranlagung Informationen zu sammeln. Das Buch wurde als Medium dankend angenommen und auch heute, wo es neben Radio, Fernsehen und Internet existiert, basiert ein großer Teil der wissenschaftlichem Arbeit auf. Eine wissenschaftliche Arbeit gewinnt dadurch an Qualität je mehr Werke sie einbezogen und verarbeitet hat. So werden auch ohne Internet Bücher kaum ganz gelesen, sondern nur der vermeintlich relevante Teil von ihnen verarbeitet. In der Zeit in der man ein Buch vollständig ließt und umfassend versteht, ist es möglich viele Bücher auszugsweise zu verarbeiten. Das Konzentrieren auf einzelne Werke ist weniger effizient. Aber auch privat überfliegen wir oft mehrere Internetseiten, statt den Artikeln einer Seite eine richtige Chance zu geben. Beim Autofahren hören wir Radio, beim Fernsehen blättern wir in einer Zeitschrift und ein Buch lesen wir mit...

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Sayonara Kami

Sayonara Kami

Am Sonntag ist Kami gestorben. Er wurde überfahren, wie sein Bruder, nicht ganz ein Jahr nach ihm. Die beiden waren immer etwas anders als weitere Katzen. Ein wenig wehleidiger, ein bisschen schüchterner. Kami ist direkt nach unserer Geburtstagsfeier gestorben. Für mich ist das, neben aller Trauer, eine Erinnerung daran wie wertvoll das Leben und damit auch der Tod ist. Ohne den Tod hätte die Zeit, die wir hier verbringen, weniger Sinn. Ohne ein Ende, ein endliches Leben, hätten wir weniger, das uns voran treibt, uns dazu bringt etwas schaffen zu wollen. Momente ziehen vorüber und wir erleben höchstens in unseren Erinnerungen eine Wiederholung. Alles hat ein Ende und ich weiß das. Womit ich kämpfe sind die Umstände. Ich frage mich, ob ich etwas hätte tun können. Was ich tun kann, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Ich verstehe, dass solche Gedanken Kami nicht wiederbringen und das gibt mir auf gewis se Weise Frieden. Was mir keinen Frieden bringt, ist dass er alleine gestorben ist. Ich wünschte ich hätte bei ihm sein können. Er hätte mit der gleichen Liebe gehen sollen, die ihn hier jeden Tag begleitet hat. Das alles macht nun für Kami keinen Unterschied mehr und ich weiß, dass er jetzt nicht mehr leidet. Genauso wie ich mir bewusst bin, dass alles Leid vorüber geht. Nur noch ist es das nicht und bei aller Einsicht, vielleicht möchte ich das auch nicht. Mein Leiden geht erst vorüber, wenn ich bereit bin Abzuschließen oder mit meinem eigenen Tod. Aber für den bin ich erst recht nicht bereit. Danke Kami für alles was Du mir gegeben...

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