Artikel von April 4th, 2012

Der Digitale Widerstand

Der Digitale Widerstand

Wann kam eigentlich das letzte Mal etwas wirklich Gutes im Fernsehen? Vor allem etwas, dass man nicht schon im Internet, Kino oder auf DVD gesehen hat? Die meisten guten Sachen kommen jedenfalls nach Deutschland und werden hier nicht produziert – höchsten schlecht übersetzt. Was ist mit Musik? Wie viele wirklich kreative Musiker gibt es noch? Wie viele Lieder drücken wirklich aus, was ihr fühlt?  Solange man nicht auf RTL2 oder Casting-Shows steht, ist man außen vor. Wie sieht es mit Politik aus? Wer interessiert sich für Politik? Wer nicht und warum nicht? Politik geht jeden an. Aber wer fühlt sich von der Politik noch berücksichtigt? Die Gesellschaft klafft auseinander. Nicht nur zwischen Arm und Reich oder Modern und Konservativ, sondern auch zwischen Online und Offline. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Im Technologischen, wie Gesellschaftlichem. Und das Brechen, das Brechen tun wir. Wir sind die Jungen, die Alten, die Außenseiter, die Hipster, die Nerds, die Couchpotatoes und die Drama Queens. Wir arbeiten als Lehrer, sind Schüler und Rentner, schuften an der Kasse, am Band, Schreiben über Gott und die Welt oder verkaufen Versicherung. Wir sind alle und wir sind keiner. Keine Schublade ist groß genug, aber gemeinsam haben wir, dass wir digital Leben. Wir arbeiten online, schaffen Welten aus Bits & Bytes,  sind vernetzt, teilen, konsumieren, remixen und vor allem: Wir produzieren. Youtube, Vimeo, Scribd, Flickr, Deviantart, Blogger, WordPress, Reddit, Soundcloud, Github, sourceforge – unsere Kreativität füttert das Web. Natürlich auch mit viel Müll, aber hat jemand in der letzten Zeit Deutschland sucht den Superstar geguckt? Produziert wird fast nur noch für den Mainstream, was ihn nicht anspricht hat wenig Chance. Aber während wir unser Geld irgendwo in einem Büro verdienen, versuchen wir der Welt etwas von uns mitzugeben. Wir singen, zeichnen, schreiben und manche von uns schaffen etwas ganz Großes. Hier entstehen Spiele, die sonst keine Chance gehabt hätten, Serien, keiner ausstrahlen wollte und Genres, die vorher keiner kannte. Das Netz ist unser Medium, unser Werkzeug und unser home ground. Darum verteidigen wir es und nicht damit wir in einer kostenlos Kultur folgen können. Wir sind nicht dumm, wir wissen genau, dass Spiele, Filme und Musik produziert werden müssen. Deswegen geben wir auch unser Geld dafür. Wir haben nichts dagegen, dass jemand Reich und Berühmt mit einer Idee wird. Wir wundern uns höchstens warum Unternehmen, die von uns gerettet werden mussten, heute wieder große Gewinne machen und wir immer noch...

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