Artikel von August, 2011

Nori

Nori

Heute ist leider Nori gestorben. Jetzt wird es für immer ungeklärt bleiben, ob er nun Fußfetischist war oder nicht. Schade, dass ich nicht mehr Zeit mit ihm verbringen konnte, aber ich wünsche ihm alles Gute. Gute Nacht kleiner Bär. Du bist etwas ganz besonderes. Und wenn Du so traurig bist, wie ich, dass wir uns nicht mehr Streiten können, hör das...

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Von austretenden Eseln

You keep in mind that my sharply-worded comments on yelp.com recently took down a muffin store. – Sheldon Cooper Man hört ja viel über deutsche Gastfreundschaft, leider oft nicht in dem gleichen schwärmen Ton indem man von Spaniern oder Türken redet. Nein als leidgeprüfter Hannoveraner weiß ich, dass wir schon speziell sind. Aber manche Sachen liegen doch außerhalb der Norm und bleiben im Gedächtnis. Freitag waren wir noch zu viert unterwegs, obwohl wir von einer stundenlangen Bier und Bratwurst Zeremonie gut gefüllt waren. Allerdings hatte das Meteora nach einigen Wochen Betriebsferien wieder offen. Eine alte Weisheit besagt: Meteora geht immer. So motiviert waren wir auch schnurstracks auf dem Weg. Irgendwie machte sich dann auch direkt schon wieder neuer Appetit bemerkbar. Tragischerweise wurde uns unser Fehler erst bewusst, als wir im vollen Meteora standen und kein Platz mehr frei war. Freitags? 19:30 Uhr? Nach langer Pause wieder offen? Wer hätte darauf kommen können, dass der Laden voll ist, obwohl er sonst auch eher… chronisch voll ist? Wahrscheinlich ein durchschnittlicher Säugling. Aber Jotti umsorgte uns fabelhaft und meinte, dass wir in einer halben Stunde wiederkommen können, um dann einen gemütlichen Abend zu verbringen. Was machen wir die dreißig Minuten? Wer Essen will, muss auch Trinken – oder so ähnlich muss die Logik gewesen sein, die uns ins La Cantina verschlagen hatte. Das La Cantina ist um die Ecke vom Meteora und ein kleiner Tapas Laden. Sophie und ich waren da schon einmal. Das Essen war gut, aber mir hatte irgendwas gefehlt und deswegen haben wir die anderen Tapas Läden in Hannover vorgezogen. Aber ich wollte wieder mal vorbeischauen, weil meine Mutter vor Kurzem dort auch einen guten Tag verbracht hat. Nici erzählte, dass sie dort auch immer mal hin wollte, während ich mich über das El Condor nebenan lustig machte, weil es mit seinem 80er Jahre Schild in der Gegend den Flair eines Vintage-Pornos versprühte. Noch dazu stand atmosphärisch im krassen Gegensatz zum La Cantina, obwohl beides Tapas Restaurants waren. Es war ziemlich leer und wir setzten uns draußen auf die alten Gartenstühle, die zusammen mit dem wolkenverhangenen Himmel und den Betonfassaden der umstehenden Häuser, das trostlose Sommergefühl abrundeten. Bevor ich meinen Depressionen erlag rettete uns die nette Bedienung mit farbigen Sitzkissen. Die Bestellung war schnell aufgeben: Sangria, viel und eine kleine Cola. Während ich noch mir haderte, ob ich gesalzene Mandeln bestellen sollte, kam der Wirt heraus und fragte uns, was wir...

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Wohlstandsorakel

Die Börsen wurden die letzten Tage wieder kräftig durchgeschüttelt und die Prognosen überbieten sich in Weltuntergangsstimmung. Inzwischen ist es Gewohnheit. Für den Laien stellen sich viele Fragen über Sinn und Unsinn an den Börsen. Werden noch wirklich Geschäfte gemacht? Sind das alles nur Wetten oder Panik? Ob nun Bauern über miese Ernten klagen oder Unternehmen über den Fachkräftemangel, beschwert wird sich überall gern. Das heißt nun nicht, dass an den Beschwerden nichts dran ist. Aber vielleicht ist man auch selbst Schuld an der Lage in der man sich befindet. Trotzdem gibt es kaum klagen, die so ehrlich sind, wie die aus dem Bankensektor. Die Panik steht den Börsianern wie es so schön heißt ins Gesicht geschrieben. Das ist der Unterschied zwischen der erfolgreichen PR der Unternehmen und den Augenzeugenberichten der Aktiengeschädigten: Die Börsianer haben echte Angst, echte Panik. Das heißt aber nicht, dass diese berechtigt ist. Sie haben sich von der echten Welt entfernt, Leben in ihrer eigenen Parallelwelt in der sich alles um die Indexe dreht. Erstaunlicherweise dreht es sich oft wirklich nur um die Aktienkurse. Die Aktien sollen den Wert eines Unternehmens wiederspiegeln. Wenn der gesamte Markt um 5% einbricht, wie in den letzten Wochen, dann haben nicht alle Aktienunternehmen der Welt plötzlich real an Welt und Wirtschaftskraft verloren. Es ist nur eine Abbildung der Stimmung der Händler. Gerüchte verändern Kurse genauso sehr wie Tatsachen. Aktienhändler können eben nicht hellsehen und keiner will seine Papiere erst verkaufen, nachdem ein Unternehmen bankrott ist. Aber da kommt eben das Expertenwissen und der Instinkt der Händler ins Spiel. Das Gefühl drängt sich auf, das eben dieser nicht mehr vorhanden ist und von Software und Panik ersetzt wurde. Das ist einerseits kein Wunder, die Aufträge werden immer größer, die Verantwortung wächst gewaltig. Andererseits liegt dann der Fehler vielleicht auch im System. Was nutzt uns eine Handelsbühne, die keiner Logik mehr folgt und zwischen Lotterie und Billiarden-schwerem Stimmungsring schwankt? Die Politik, weltweit, legt jedenfalls Wert auf die Börsen und sieht sie als eine Art plakatives Barometer für den Zustand der Wirtschaft. Zusammen mit dem Bruttoinlandsprodukt und dem Wirtschaftswachstum wird bestimmt, wie gut es den Menschen geht. Diese Indikatoren versteht jeder, auch wenn er kein Wissenschaftler ist. Je größer die Zahl, desto besser. Aber jeder Mann hört immer wieder, das Größe eben nicht alles ist und vielleicht trifft es ja darauf zu. Es ist nicht nur wichtig, wie viel Geld im Umlauf ist,...

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