eLearning: Das /dev/null Problem

Durch einen kleinen Stein angestoßen, möchte ich mal kurz laut über die Online-Recherche nachdenken. Mit /dev/null meine ich angelehnt an die Internetsprache ein Nichts, ein Schwarzes Loch. So ein Nichts hat man bei Beginn eines neuen Themas. Nehmen wir mal die bei mir beliebte kulturelle Erinnerung. Jetzt wissen wir über das Thema nichts ausser dem Namen und dass es irgendwie um Menschen und Geschichte geht. Wo anfangen? Lassen wir Suchmaschinen wie Google mal kurz außen vor, finden wir im örtlichen Bibliothekskatalog ein paar Ergebnisse. Anders ist das aber, wenn man sich schon gut mit dem Thema auskennt. Dann sucht man auch unter den Begriffen Erinnerungskultur, kulturelles Gedächtnis, Gedächtnispolitik usw. und findet bestimmt wesentlich mehr und wesentlich besseres Material. Außerdem kann man aufgrund seiner Kompetenz besser entscheiden welche Quelle sich eignet. Daraus folgt, je mehr man sich mit einem Thema auskennt, desto eher und besser kann man sich neues Wissen zum Thema aneignen.

Das ist sicht der Lehre ein Problem. Es wird eben versucht Menschen etwas beizubringen, die noch nicht viel über ein Thema wissen. So wird das Nichts-Wissen beim Lernen die erste Hürde. Der erste Weg führt über Google meist zu Wikipedia, weil man dort auch ohne etwas zu wissen fündig wird. Dort findet man oft hilfreiche Schlagworte und weiterführende Literatur, die man im Bibliothekskatalog nicht gefunden hat. Die Bibliothekskataloge sind für Einsteiger oft undurchsichtliche verschlagwortet und hinken dem analogen Zettelkasten hinterher. Genauso können Suchmaschinen, die eine Volltextsuche von Büchern unterstützen, auch nur wenige direkte erfolge garantieren. Die Ergebnisse basieren oft auf der Häufigkeit eines Begriffs und nicht auf dem sinnvollen Bezug indem sie stehen. Ich hatte schon Bücher zu einem Thema indem viele verwandte Fachbegriffe nicht vorgekommen sind. Solche fallen bei den Suchen heraus.

Es ist also sinnvoll ein System zu schaffen, dass Neulingen einen guten Ansatzpunkt bietet. Das im Moment in den meisten Fällen Wikipedia. Bei aller Kritik, ich denke, dass es zumindest ein besserer Startpunkt ist als der Katalog der örtlichen Bibliothek. Vorrausgesetzt alle Informationen aus Wikipedia werden kritisch geprüft, genauso wie man es bei normalen Büchern machen sollte. Es braucht eine sinnvolle Vernetzung verwandter Schlagworte (tagging), um Informationen finden zu können. Und wo wir gerade dabei sind: Wenn so viel über Wikipedia gemeckert wird, niemand wird daran gehindert eine für die Lehre geeignetere Plattform zu schaffen.

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