Artikel von Juli, 2011

Dem Rad in die Speichen fallen

Nachdem mir in der letzten Zeit schon nachgesagt wurde, dass ich Kommunist bin, nähere ich mich heute aber ein wenig dem Faschismus beziehungsweise der Diktatur an. Das bringt mich wahrscheinlich etwas näher zum Kommunisten Nazi. Yay. Heute geht’s ums Ausbildungsnirvana und Weisheiten made in China. Aus politischen und persönlichen Gründen ärgere ich mich im Moment täglich über die Arbeitsmarktsituation hier in Deutschland. Als Mitglied der Generation Praktikum regt es mich auf, wie oft man hört, wie Lebensläufe und Ausbildungswege kaputt geredet werden. Dabei geht es weder darum, dass man sich auf einen unpassenden Job bewirbt, noch dass man die zwei Jahre Leerlauf besser erklären sollte. Es geht um sinnlosen Perfektionismus. Beispielsweise, warum man eine bestimmte Schule besucht hat, wenn man doch später lieber [Traumjob hier] werden wollte. Weiß man denn als 12 jähriger denn schon genau, was man werden will? Haben vielleicht die Eltern nicht die Schule bestimmt? Eine längere Studiendauer kann an den Lebensumständen liegen. Manche müssen viel Arbeiten, um das Studium zu finanzieren. Andere sind ernsthaft krank gewesen (und jetzt bitte kein: Warum sind sie krank?). Wo wir schon bei Studieren sind. Warum haben sie denn [Traumstudium hier] studiert? Heute sind doch [Marktlückenstudium hier] so gefragt. Der Fehler den alle machen ist alles rückwirkend zu betrachten. Ungefähr als wäre man der von mystischen Kräften gesegnete Auserwählte dessen Schicksal es ist DEN EINEN JOB (nicht zu verwechseln mit DER EINE RING) zu bekommen. Der Arbeitsmarkt ist kein teleologisches System indem ein Weg immer zum selben Ziel führt. Genau das wird aber versucht zu vermitteln. Beruflicher Erfolg wird standardisiert. Wehe dem, der vom Standard abweicht. Unterschiede werden nicht oft nicht als herausstechende Merkmale gesehen, sondern als Fauxpas. Natürlich kann man an bestimmten Studiengängen oder Spezialisierungen zweifeln, soetwas könnte man aber auch im Gespräch klären anstatt die Menschen auszusortieren. Wobei das natürlich nicht alleine die Schuld der Unternehmen ist, da sie oft vor Bewerbern ersticken. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein der große Teil der Top-Unternehmer, die diese Standards mit geschaffen haben, sie selbst erfüllen. Alles läuft genormte Bahnen, die aus den aktuellen Anschauungen entwickelt wurden. Aber dabei wird kaum die Nachhaltigkeit des Systems gerichtet. Es geht immer nur darum aktuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Die Menschen die 2-5 Jahre diesen Ausbildungsweg gegangen sind finden sich in einer Realität wieder, die vollkommen andere Bedürfnisse hat. Die Wirtschaft weiß das nur zu gut. Genau deshalb wird gefordert es zu erleichtern ausländische...

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eLearning: Das /dev/null Problem

Durch einen kleinen Stein angestoßen, möchte ich mal kurz laut über die Online-Recherche nachdenken. Mit /dev/null meine ich angelehnt an die Internetsprache ein Nichts, ein Schwarzes Loch. So ein Nichts hat man bei Beginn eines neuen Themas. Nehmen wir mal die bei mir beliebte kulturelle Erinnerung. Jetzt wissen wir über das Thema nichts ausser dem Namen und dass es irgendwie um Menschen und Geschichte geht. Wo anfangen? Lassen wir Suchmaschinen wie Google mal kurz außen vor, finden wir im örtlichen Bibliothekskatalog ein paar Ergebnisse. Anders ist das aber, wenn man sich schon gut mit dem Thema auskennt. Dann sucht man auch unter den Begriffen Erinnerungskultur, kulturelles Gedächtnis, Gedächtnispolitik usw. und findet bestimmt wesentlich mehr und wesentlich besseres Material. Außerdem kann man aufgrund seiner Kompetenz besser entscheiden welche Quelle sich eignet. Daraus folgt, je mehr man sich mit einem Thema auskennt, desto eher und besser kann man sich neues Wissen zum Thema aneignen. Das ist sicht der Lehre ein Problem. Es wird eben versucht Menschen etwas beizubringen, die noch nicht viel über ein Thema wissen. So wird das Nichts-Wissen beim Lernen die erste Hürde. Der erste Weg führt über Google meist zu Wikipedia, weil man dort auch ohne etwas zu wissen fündig wird. Dort findet man oft hilfreiche Schlagworte und weiterführende Literatur, die man im Bibliothekskatalog nicht gefunden hat. Die Bibliothekskataloge sind für Einsteiger oft undurchsichtliche verschlagwortet und hinken dem analogen Zettelkasten hinterher. Genauso können Suchmaschinen, die eine Volltextsuche von Büchern unterstützen, auch nur wenige direkte erfolge garantieren. Die Ergebnisse basieren oft auf der Häufigkeit eines Begriffs und nicht auf dem sinnvollen Bezug indem sie stehen. Ich hatte schon Bücher zu einem Thema indem viele verwandte Fachbegriffe nicht vorgekommen sind. Solche fallen bei den Suchen heraus. Es ist also sinnvoll ein System zu schaffen, dass Neulingen einen guten Ansatzpunkt bietet. Das im Moment in den meisten Fällen Wikipedia. Bei aller Kritik, ich denke, dass es zumindest ein besserer Startpunkt ist als der Katalog der örtlichen Bibliothek. Vorrausgesetzt alle Informationen aus Wikipedia werden kritisch geprüft, genauso wie man es bei normalen Büchern machen sollte. Es braucht eine sinnvolle Vernetzung verwandter Schlagworte (tagging), um Informationen finden zu können. Und wo wir gerade dabei sind: Wenn so viel über Wikipedia gemeckert wird, niemand wird daran gehindert eine für die Lehre geeignetere Plattform zu...

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