Artikel von Mai 3rd, 2011

Raubkopieren ist eigentlich total vernünftig *update 2*

Durch Micha bin ich auf den Artikel von Uarrr aufmerksam geworden. Seinem Artikel kann ich voll zustimmen. Aber Raubkopieren ist nicht total okay, es ist (leider) auch vernünftig. Sowohl die Musik- als auch die Filmindustrie sind im Selbstmitleid versunken, seit sie hinter der Spieleindustrie zurückgefallen sind. Die paar Milliarden Dollar Gewinn jedes Jahr lohnen doch kaum den aufwand. Der Spieleindustrie, der gewinnstärkste Wirtschaftszweig der Welt, leidet unter Raubkopierern so sehr, dass zweistellige Millionengehälter nur langsam ins dreistellige wachsen. Da bleibt natürlich auch wenig Geld übrig, um die Programmierer und Designer gewinnorientiert zu bezahlen. Mit anderen Worten: Raubkopierer machen, dass es allen schlecht geht. Allen? Auf der einen Seite sind die Produzenten, wie Publisher und Entwickler, Filmstudios und Schauspieler. Auf der anderen Seite sind die Zuschauer, Zuhörer und Spieler. Die eine Seite möchte Geld verdienen und die andere möchte Unterhalten werden – nicht zwangsweise Geld ausgeben. Jedenfalls nicht grundlos. Genau das soll aber erreicht werden. Spiele werden immer simpler, damit die Entwicklungskosten überschaubarer werden und die Gewinnspanne größer. Das Geld wird im Marketing ausgegeben und nicht in der Entwicklung. Die Call of Duty Serie gibt diesem Prinzip aber leider recht. Noch dazu ist es Mode geworden keine Demoversion anzubieten. Kombiniert man das damit, dass sich Einzelhändler strikt dagegen wehren Spiele umzutauschen (man könnte ja Raubkopierer sein) , wird man zum blinden ausgeben von 40€ – 70€ gezwungen. Wenn Crytek dann sagt, Demos sollten eigentlich Geld kosten, da sie auch ein Produkt sind, ist das der letzte Hohn. Für Werbung werden Millionen ausgegeben, aber kein Bruchteil davon für eine Demo (was auch Werbung ist)? Noch dazu wird jeder Kunde, wie ein potentieller Terrorist behandelt. Restriktive Kopierschutzmechanismen, Zwangsregistrationen usw. Das sowas Kunden verscheucht musste Ubisoft sich jetzt eingestehen. Ubisoft hatte einen Kopierschutz eingeführt, bei dem man zum Spielen permament online mit dem Authentifizierungsserver verbunden sein musste. Wenn dieser Mal ausfiel, gewartet wurde oder Menschen keine ständige Internetverbindung haben – tja dann gibt’s kein Spiel, auch wenn man dafür gezahlt hat. Das irrsinnige daran ist, dass solche Mechanismen nur die ehrlichen Kunden treffen. Raubkopierer umgehen sie. Gabe Newell1 sagte mal die Spieleindustrie muss mehr wie Piraten werden, denn Piraten haben den besseren Service. Das ist genau der Punkt den Uarrr mit Spotify anspricht. Ein faires Bezahlmodell, gute Benutzbarkeit. Im Endeffekt kommt man sich als Kunde weder verarscht noch ausnutzt vor. Im Gegensatz zu manchen Spielen, die man cracken musste, um sein Orginal spielen...

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