Artikel von April 12th, 2011

Digitale Geschichten

Wie man schon an den letzten Einträgen sieht, ist die Themenauswahl dieses Blogs eher chaotisch. Der einzige wirkliche rote Faden hier bin ich. Aber ein weiteres Thema dieses Blogs sollen geschichtswissenschaftliche Fragen sein. Eben auch ein Thema, das mir ständig durch den Kopf geht. Es ist nicht klar, ob es noch viele dieser Fragen in meinem Leben geben wird. Werde ich nach meiner letzten Prüfung eine wissenschaftliche Karriere einschlagen (können)? Zurück zu den Fragen. Im Moment untersuche ich die Geschichtsdarstellung in Computerspielen. Bei dem Thema stehe ich ganz am Anfang und arbeite an grundsätzlichen Überlegungen, wie ich an es herangehe. Was für Ergebnisse ich erwarte und wie ich diese analysieren kann. Dabei arbeite ich zuerst völlig alleine. Ich habe während meiner Magisterarbeit gemerkt, dass ich ganz gut auf eigene Ideen komme. Es ist, glaube ich, von Vorteil, wenn man zuerst eine eigene Position schafft, die man dann mit denen anderer Wissenschaftler vergleichen kann. Innovation tritt vor allem auch da auf, wo zwei gegensätzliche Meinungen aufeinandertreffen. Nicht dort, wo vorhandenes Wissen nur kanonisiert wird. Es hat sich schon gezeigt, dass ich hauptsächlich auf fremdsprachige Literatur zurückgreifen muss. In einem eJournal wurde Deutschland 2003 als weißer Fleck auf der wissenschaftlichen Landkarte unterhalb Dänemarks bezeichnet. Das scheint sich noch nicht sehr geändert zu haben. Schade. Manchmal habe ich das Gefühl, wir drehen uns wissenschaftliche immer nur um uns selbst. Wie ein Hund, der seinen Schwanz fängt. Aber das sind starke Worte, von einem nicht mal fertigen Studenten. Warum das Thema Geschichtsdarstellung in Computerspielen überhaupt relevant ist und (nicht nur) Nerd-Interesse von mir erkläre ich nächstes Mal. Heute geht’s um meine grundsätzlichen Überlegungen, weil der Blog meinem Arbeitsplan folgt und keiner redaktionellen Planung. Eine Erforschung der Geschichtsdarstellung in anderen Medien, wie Büchern oder Filmen, erfolgt schon regelmäßig. Wobei ich schon das Gefühl habe (mal wieder), das in der deutschen Forschung eine öffentliche Behandlung von Filmen durch Laien eher Ketzerei ist. Welche Charakteristika haben die jeweiligen Medien? Zuerst würde ich alles ganz grob unterteilen. Beim Buch, sowie bei allen anderen Medien, kommt die Erzählung. Egal welchen Mustern die Erzählung folgt, es wird ein Inhalt medial transportiert. Etwas wird weitergegeben. Dieser Inhalt kann objektiv oder subjektiv sein, distanziert erzählt oder persönlich. Während ein Lexikonartikel eher nüchtern ist, ist die Erzählung der Erfahrungen eines Familienmitgliedes eher persönlich. Mit dem vermittelten Inhalt ändert sich auch die Wahrnehmung der Empfänger. Als nächstes würde ich die Struktur betrachten. Der...

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