Artikel von Februar, 2010

Wozu noch Journalismus?

überall beklagen die Verlage, daß es ihnen schlecht geht. In Amerika sterben schon die Zeitungen. Das Internet ist schuld, die Menschen lesen zu wenig. Ist das so? Von Qualitätjournalismus fehlt heutzutage oft jede Spur. Da hat sueddeutsche.de schon meinen Geschmack getroffen mit der Serie Wozu noch Journalismus? Der vierte Artikel der Reihe hat mich dazu gebracht ihn zu kommentieren. Aber auf der Homepage von der Hauseigenen Zeitung des Autors, der Freitag. Aber da mein Interesse am Thema so groß ist, kopiere ich meinen Kommentar auch noch mal in den Blog. Viel Vergnügen. Die Verlage liegen im Sterben, aber der Journalismus ist bereits verwest. Vielleicht verdirbt der Verwesungsgeruch den neuen Lesern die Lust? Ich gehe besser einen Schritt zurück und schreibe ein verspätetes Vorwort. Ich habe den Artikel von JA und die Kommentare gelesen und zu diesem wichtigen Thema, muss ich meine Meinung noch dazuschreiben. Vielleicht finden sich nicht nur JA, sondern auch Frau Lack, Columbus und andere Kommentatoren wieder. Zurück zur Kompostierung einer Kommunikationsform. Es ist natürlich richtig, dass Zeitungen sterben, weil zu wenige Exemplare gekauft werden. Woran kann das nur liegen – werden sich am Anfang der Debatte Viele gefragt haben. Den Blick nach außen gerichtet, wird geschaut, was sich verändert hat. Da fallen die neuen Medien so offensichtlich ins Auge, daß sie den Blick auf alles andere verdecken. Natürlich hat sich die Medienlandschaft durch das Internet stark verändert. Stärker noch als durch das Fernsehen, weil es nun jedem möglich ist zu Publizieren. Und das tun die Menschen auch.überall wird gebloggt, getwittert, kommentiert und provoziert. All das dient zwar auch, aber nicht nur der bloßen Kommunikation, wie eine SMS. Selbstverständlich twittern Menschen auch, weil sie dadurch Geld sparen können. Das ist trotzdem nicht alles. Bloggen und Twittern findetöffentlich statt und davon geht ein Reiz aus. Es ist der, auch unbewußte, Reiz amöffentlichen Diskurs, am zementieren seiner Meinung, die auch in der Flüchtigkeit des Internets eine Permanenz erlangt. Es besteht ein großer Bedarf an Meinungen, an Kommunikation und Information. Sind das nicht Bestandteile einer Zeitung, eines Magazins oder auch einer Fachzeitschrift? Trotzdem werden weniger Zeitschriften verkauft. Das mag am Internet liegen. Aber weder Fernsehen noch Radio und imübrigen auch nicht das Internet, haben es in einer gemeinsamen Anstrengung geschafft das Buch zu vernichten. Zwar erfordern neue Umstände neue Medien, aber der Blick darf nicht nur auf der Form des Vermittelns ruhen. Es muss geschaut werden, was vermittelt wird. Genau...

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