Artikel von November, 2009

Mit voller Kraft in den Untergang

Man, war das eine Woche. Ich gehöre, trotz allem, eher zu den gemäßigten Bloggern. Ich schreibe zwarüber so ziemlich alles, aber zweifle nicht gleich die sexuelle Ausrichtung anderer Leute an und denke auch nicht, dass alle Menschen schlecht sind, außer Mutti. Trotzdem habe ich eine Wut im Bauch, dieüber ein bloßes Aufflammen von Agression hinaus geht. Ich habe mich schon immer unregelmäßig kritischüber die politische Situation geäußert. Wo früher demokratietheorethische Fragen standen, kam dann das blanke Entsetzenüber Stoiber, Schäuble und von der Leyen. Das Entsetzen ist inzwischen mehr eine fassungslose Ratlosigkeit. Ich vertraue nur zwei Dingen in unser Demokratie. Wobei man auch nicht von einem wirklichen Vertrauen reden kann, sondern eher von einer positiven Haltung. Ich denke, dass Bundesverfassungsgericht ist eine der demokratischsten Intitutionen, die wir haben und dann ist da noch Wiki-Leaks. Wiki-Leaks sammelt geheime Dokumente und Informationen, wie zuletzt einen Teil des Vertrags zur geplanten Maut. Natürlich, darf man diesen Informationen nicht blind glauben, aber durch Wiki-Leaks kommt vieles zu Tage, was die Politik im demokratischen Prozess selbst offenlegen müßte, aber dann lieber doch nicht tut. Ansonsten kann ich nicht sagen, dass ich an eine Person oder Instution in diesem Land wirklich glaube. Zu recht. Mit Politikern wie Schäuble, Stoiber, Koch, von der Leyen oder Christina Köhler in den fordersten Reihen politischer Vertretung, ist das auch kein Wunder. Diese Woche ging es wirklich heiß her. Es begann am Montag damit, das von der Leyen das Internet mit der Entdeckung neuer Kontinente verglich. Als die Europäer die Neue Welt entdeckten, haben sie Gesetzlosigkeit, Gewalt und das Recht des Stärkeren abgeschaft. So habe es durchaus „positive Rückkopplungen“ für die Ureinwohner gegeben. Jemand sollte mal ihr Geschichtsverständnis prüfen. Ja, die armen, kulturlosen Inka und Indianer. Die waren ja nichts ohne uns. Von der Leyens Schluß daraus war, dass die Internet-Nutzer genausowenig (also gar nichts) zu befürchten haben, wie die Ureinwohner Amerikas. Ganz tief drinnen, fühle ich mich jetzt wirklich beruhigt. Sicher. Dann kam der Herr Stahl, dessen Name wohl Programm ist. Den Polizisten in NRW geht es furchtbar, darum brauchen sie Gestapo-ähnliche Befugnisse. Aber, er hat nicht vor, sie in Gestapo umzubenennen, Polizei reicht völlig. Stahl forderte eine bessere Videoüberwachungöffentlicher Plätze, das Recht Computer und Mailverkehr zuüberwachen und den neuen Typus des billig-Polizisten, der unbewaffnet für (noch) weniger Geld, einfache polizeiliche Tätigkeitenübernehmen kann. Aber mit soetwas ist er ja auch in guter Gesellschaft. De Maziére lies am Donnerstag auch seine...

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Der Schäuble ist tot, es lebe der Schäuble

Wie bringt man sein Land nach Vorne? Viele würden wahrscheinlich sagen: Eine starke Wirtschaft. Die innovativen unter Ihnen würden bei einer guten Bildung anfangen. Aber wir sind hier in Deutschland und scheinen das anders zu sehen. Jedenfalls unsere gewählten (oder auch nicht) Vertreter. De Maizière sieht das > so <. Auf die Schuleübertragen würde sein Ansatz wie folgt aussehen: Die beste Schulform wäre auch ein Internat, ausgestattet mit allsehendenüberwachungskameras. Es gäbe viele Strafen, denn je drakonischer die Strafen, desto besser die Schüler. Außerdem wäre jede Strafe erlaubt, denn die Debatte muss nicht darüber geführt werden, was erlaubt ist, sondern wie oft es angewandt wird. Für mich klingt das ein wenig nach dem Chinesischen Nationalzirkus, aber wenig danach, wie man ein ganzes Land nach vorne bringt. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem kleinen Stück Hoffnung zur Kenntnis genommen, dass de Maizière auf inneren Frieden statt innerer Sicherheit setzen will. Heute drängt sich mir der Gedanke auf, dass er diesen inneren Frieden mit Morphium im Trinkwasser erreichen will oder durch die Lobotomie von aufsässigen Bloggern, vorrausgesetzt, sie wird nur in Maßen angewandt. Ließt man den Artikel auf Heise.de zwischen den Zeilen, dann könnte man das Innenministerium auch in Schäubleministerium oder Reichskontrollbehörde umbenennen. Die Mittel müssen also den Verbrechen angepasst werden. Jeder Bürger scheint unter Generalverdacht zu stehen, besonders wenn man den folgenden Abschnitt ließt: „Bei 6 Millionen Straftaten im vorigen Jahr,über 140 Millionen Festnetz- und Mobiltelefonanschlüssen und mehr als 43 Millionen Erwachsenen ab 14 Jahren, die online sind, seien 5300 Verfahren sehr maßvoll“ @ Heise.de Immerhin stellt er die Verfahren allen Bürgern gegenüber. Aber in Kombination mit: „Maß in der Anwendung ist wichtiger für den Grundrechtsschutz als manche Debatte bei der Gesetzgebung.“ @ Heise.de und: „Für de Maizières Geschmack wird aber auch zu vielüber die rechtsdogmatische Begründung für Grundrechtseingriffe diskutiert und zu wenig darüber, wie viele Menschen davon betroffen sind.“ @ Heise.de zeigt sich ein demokratischer Albtraum. Der Zweck heiligt die Mittel und jedes Gesetz darf gemacht werden, man muss es ja nicht oft benutzen. Wenn das die Ethik unseres Landes darstellt, möchte ich dass sowohl Minister Jung als auch jeder andere Verantwortliche für den tragischen Bundeswehrangriff auf die Tanklaster keine negativen Konsequenzen zu spüren bekommen. Immerhin deckt sich das mit der Denkweise unserer Regierung. .: MC Frontalot – I hate your Blog...

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Abmahnung als Geschäftsmodell

Ich komm seit ich bei der c’t Arbeite noch wesentlich weniger zum bloggen. Woran das nur liegt… aber hier mal wieder interessante Links. Heute zum Thema Abmahnwellen. Unanständiges Geschäftsmodell @ sueddeutsche.de Die relevanten Dokumente könnte man vielleicht bei Google finden, mal sehen. .: MC Frontalot – Bizzaro Genious Baby...

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Erklärung der Uni Hannover zu den Studienprotesten

Das kam gerade per E-Mail. Ohne Worte, einfach FYI: Liebe Studentinnen und Studenten der Leibniz Universitaet Hannover, zurzeit ist das AudiMax durch Studierende besetzt, Lehrveranstaltungen sind daher gestern und heute an diesem zentralen Ort der Hochschule nicht moeglich. Das Praesidium der Universitaet hat heute morgen einen Beschluss gefasst,über den ich Sie auf diesem Wege informieren moechte. Beschluss des Praesidiums der Leibniz Universitaet Hannover vom 20. November 2009 1.      Das Praesidium der Leibniz Universitaet Hannover hat Verstaendnis für die Anliegen der Studierenden, insbesondere was die derzeitige Studiensituation betrifft. 2.      Es ist jederzeit bereit, ueber diese Situation mit den Studierenden zu diskutieren, gemeinsam nach Loesungen zu suchen und diese – soweit es der Hochschule selbst moeglich ist – auch umzusetzen. 3.      Besetzungen von Hoersaelen sind kein geeignetes Mittel, um Forderungen durchsetzen. Die Verhinderungen von Lehrveranstaltungen treffen vor allen die Erst- und Drittsemester großer Studiengaenge, und eineüberwaeltigende Mehrheit der Betroffenen hat dafuer kein Verstaendnis. 4.      Der Praesident fordert deshalb die Besetzer nachdruecklich auf, Lehrveranstaltungen nicht weiter zu verhindern. Andernfalls wird er die Raeumung veranlassen und Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen. Mit freundlichen Grueßen Ihr Erich Barke Praesident der Leibniz Universitaet Hannover Anregungen für Herrn Barke einfach an: Praesident AT ZUV.UNI-HANNOVER DOT DE .: Guns’n’Roses – Paradise City...

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Spielekiller

Spielekiller

Manchmal scheint ein Hoffnungsschimmer auch nur der Scheinwerfer des Lastwagens zu sein von dem man gleichüberfahren wird. Wir leben jetzt schon seit Jahren ohne Fernsehen, nur von einem selbst ausgewählten Mix aus Videos und Web-TV. Immer wieder schleicht sich bei mir die Vermutung ein, daß es bei mir auch mal genauso mit den Videospielen werden könnte. Das Spielen an PC und Konsole gehört zu mir, genau wie Kochen und Musik zu hören. Ich bin einfach damit aufgewachsen, es ist ein Hobby, eine Leidenschaft. Und in den letzten Jahren wirklich etwas, das Leiden schafft, als Computer plötzlich simpel und spielen plötzlich „in“ wurde. Ich verkneife mir jetzt die leidige Diskussionüber Casual und Hardcore Spiele. Mir geht es nicht um die Erschließbarkeit und Einsteigerfreundlichkeit von Spielen, sondern um die grundsätzliche Qualität. Die Qualität hat nämlich meiner Meinung immer weiter gelitten. Von notwendigen Patches am Releasetag bis hin Spielen wo die Programmierern nach der Einführung anscheinend keine Lust mehr hatten war alles dabei. Aber auch Story, Ideen und Spielelemente haben sehr gelitten. Die Entwicklung hat vor allem Electronic Arts vorangetrieben indem sie aggressiv Studios mit innovativen Ideen und guten Konzepten aufgekauft und deren Arbeit vervielfältigt haben. So wurden Denkfabriken zu Kopiermaschinen. Aber auch sonst ist eine einfache Rechnung. Simple Spiele sind einfacher, also kostengünstiger zu Programmieren.  Dem Gelegenheitsspieler fehlt auch nicht so schnell ein komplexes System oder eine lange Spieldauer, im Gegenteil man kann die Lernphase in weniger komplexen Spielen verkürzen. Damit soll jetzt nicht gesagt werden, dass simple Spiele gleichzeitig schlecht sind. Tetris ist sehr simpel und es macht  trotzdem Spaß. Es ist aber ein paralleler Trend gewesen, daß Spiele simpel und Qualitativ schlechter wurden. Es geht den Publishern eben nur soweit um den Spaß am Spielen, wie es den Verkaufszahlen gut tut, eine marktwirtschaftlich gesunde Einstellung. Aber gesund für den Spielspaß war das ganze nicht. Dieser Trend wurde ausgerechnet auch von EA durchbrochen. EAs Ruf hatteüber die Jahre natürlich gelitten, weswegen sie eine Qualitätsoffensive versprachen. Nach denüblichen jährlichen Ablegern wie NHL2009, Fifa 2009 usw. kamen aber auch sehr gute Spiele wie Dead Space und Dragon Age: Origins oder auch Need for Speed Shift. Im Gegensatz dazu steht der frisch fusionierte Branchen-Gigant Activision Blizzard, der gleich eine 100-Million-Policy einführte, die besagt, dass nur noch Spiele veröffentlichen will, die mindestens 100 Millionen Dollar Gewinn einspielen. Darum kam auch sofort die Schere und einige Projekte wurden gestoppt, wie Brütal Legend, das dann später...

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