Artikel von Juni, 2009

Internet-Zensur: Bist Du Deutschland genug?

Ich musste mir in letzter Zeit ziemlich viel anhören. Ich bin z.B. ein diebischer Kommunist, weil ich für Open Access bin. Natürlich bin ich auch ein potentieller Serienmörder, weil ich Actionspiele kaufe und spiele. Aber jetzt bin ich auch noch pervers, geile mich an vergewaltigten Kindern auf und bin grundsätzlich für die Verbreitung solchen Materials. Bei so viel Provokation und einer derartigen Verleumdung, ist es wohl drin, dass ich nun mal zurückschießen. Ich bin kein Patriot, aber trotzdem kann ich mich mit meiner Abstammung, meinen Mitmenschen und dem Land identifizieren. Nicht zuletzt, weil ich auch durch Wahlen versuche, mein demokratisches Mitbestimmungsrecht auszuüben. Es gibt Ereignisse, die den Charakter eines Landes oder seiner Regierung definieren. Wobei: Auch wenn jederüber die Regierung meckert, irgendwer scheint sie ja noch zu wählen oder? Also kann man, mit der Gefahr bösartiger Verallgemeinerungen, an der politischen Situation eines Landes dessen Charakter erkennen. Wir demonstrieren kaum noch, fallen uns in den Rücken und lästern in unseren Kleingärtner vereinen. Wir schimpfenüber Killerspieler, saufen und schießen in unseren Vereinen. Wir sind faul, falsch und hohl. Wir sind: Merkel, Stoiber oder Schäuble. Im Iran, einer Quasi-Demokratur, protestieren Hunderttausende für ihr Recht auf Mitbestimmung. Sie werden geprügelt, getötet und eingesperrt für ein Recht auf dem wir uns ausruhen und was uns anscheinend nicht interessiert. Ähnlich sieht es auch in China gegen den Grünen Damm aus (weitere Internetzensur). Woher kommt nun die basisdemokratische Wut? Gestern wurde das Gesetz zur Eindämmung von Kinderpornographie im Internet verabschiedet und das in einer Sitzung, die für sich schon verfassungswidrig war! Kinderpornographie gehört natürlich bekämpft. Aber bei diesem Gesetz ist das letzte worum es geht Kinderpornographie. Nein, falsch: Das letzte worum es geht, sind die Kinder. Es ist den Bundestagsfraktionen der großen Koalition sogar recht, dass Kinder vergewaltigt werden. Ich hole noch mal etwas weiter aus. Alles fing damit an, dass Ursula von der Leyen, auch liebevoll Zensursula genannt, wieder einmal wusste, was das Beste für uns ist. Immerhin konnte sie Studieren, arbeitet und zieht dabei noch sieben Kinder groß. Nein ihre Kinder sind moralisch völlig Integer und verkörpern nicht mal eine der Todsünden. Dass sie all das geschafft hat, hat sie natürlich ihrer Erziehung, ihrem Charakter und ihrer Lebenseinstellung zu verdanken, die ideologisch irgendwo zwischen dem Bund deutscher Mädchen und dem Malleus Maleficarum liegen müsste. Böswillig könnte man auch behaupten, dass es an ihrer guten finanziellen Situation und den Hausmädchen (und Männchen!) liegen könnte. Ungeachtet...

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Ein ganz normaler Tag

Hier gibts heute nichts für Vojeure, Sensationslustige und Frustrierte – heute war alles gut und das wollte ich nun auch mal bloggen. Ich weiß Abgründe und Blut verkaufen sich besser, aber hier wird langsam, Stück für Stück, alles normal. Wobei ich mit normal nur meine, dass es etwas ruhiger ist, problemloser wird. Ich spiele immer noch Rollenspiele, renne mit Spikes und Kilt neben den Herrenhäusergärten und unser eigener Garten sieht immer noch aus wie der Vorhof zur Kleingärtnerhölle. Aber ein Posting frei von Liebeskummer und Verzweiflung ist doch mal was. So langsam erobern wir das Haus zurück. Die Abstellkammer aka. das Schlafzimmer sieht langsam aus, wie ein Schlafzimmer. Es fehlen zwar noch passende Möbel, aber der meiste Kram ist inzwischen sortiert (!) auf dem Dachboden. Meine Armeen ziehen bald in den Vorrautsraum im Keller, der entsprechend männlich entweder in „die Waffenkammer“ oder „Departmento Munitorum“ umbenannt wird. Es ist aber noch viel zu tun. Mich erdrückt im Moment fast die Mischung aus Unistress und Aktenkram. Es ist viel zu viel liegen geblieben in den letzten Monaten und auch noch viel mehr in meinem Leben in den letzten Jahren. Aber immerhin erkämpfen wir uns das Haus zurück, vielleicht auch irgendwann den Garten. Zumindest wenn ich irgendwie an Napalm komme. Andererseits könnten wir auch ein Garten-Rodungshappening machen. Für jeden der kommt gibts 10 Flaschen Bier, dafür müssen möglichst laute und massenvernichtungstaugliche Gartengeräte mitgebracht werden. Sowas wie die dieselbetriebene Heckenschere of Doom oder den Rasenkantentrimmer Modell „Obliberator“. Dann wieder Garten demokratiesiert (auf amerikanische Weise), eh ich meine befriedet, nein einfach nur in Ordnung gebracht. Schritt für Schritt, ein Fuß nach dem anderen, wie Sophie das so schön sagt. Weiter gehts, aus den Fehlern lernen, aber mit Blick nach Vorne. .: He is Legend – (((Louds...

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Roulette

So gut manche Tage enden, so beschissen fangen andere an. Ich möchte im Moment nur einmal ein Gefühl von Ruhe haben, auch dass ich das Gefühl habe in ungefähr der gleichen Situation aufzuwachen, wie schlafen zu gehen. Das war heute mal wieder nicht der Fall und das fehlt mir. Als wir eingeschlafen sind, konnte ich sie gar nicht genug knuddeln und beim aufwachen, war es eher das Gegenteil. Oft bringt eine Antwort, eine Geste oder ein Traum alles so durcheinander, dass ich gar nicht mehr erkenne, wo ich eigentlich bin. Ich möchte nicht das Gefühl haben Roulette mit uns zu spielen. Es scheint jedes Mal „Alles oder Nichts“ zu sein. Sobald etwas losgeht wie heute, scheint was sonst war kaum noch zu gelten. Die schönen Zeiten, das Bedürfnis nach Nähe ist im Hintergrund und es heißt „Nichts geht mehr“ und die Kugel rollt. Das macht mir auf Dauer Angst, besonders weil ich eben das Gefühl habe, dass nur die aktuelle Situation zählt und nicht was war und was man gefühlt hat. Jeder hat mal einen schlechten Tag, je nach Umstand auchöfter. Jeder träumt, fühlt oder denkt auch komische Dinge. Ich befürchte immer, dass man mich nach meinen schlechten Tagen beurteilt. Ich fühle mich ständig auf dem Prüfstand und ich denke, dass bin ich auch, weil es jeden Tag direkt oder indirekt darum geht, wie wir weiter machen. Aber, vielleicht aus Pessimismus, scheint es manchmal, als zählen vor allem die schlechte Situationen. Wenn mal was schief läuft, wird die indirekt die Frage losgetreten, ob das hier das richtige ist. Während man weniger drüber nachdenkt, wenn es gut ist, weil man mit gutfühlen beschäftigt ist. Wenn dann alles immer situationsweise Wahrgenommen wird, zählt ja eben das schlechte der Situation und das Gute der letzten Zeit nicht so sehr. Das ist jedenfalls der gedankliche Strick, den ich mir gedreht habe. Ich denke immer, dass wenn die guten und schlechten Zeiten zählen würden, nicht alles so leicht erschüttert werden könnte. Ich möchte einfach nur das Gefühl haben, dass hier kein Roulette gespielt wird und mich auch anlehnen können. Aber ich habe viel zu sehr das Gefühl, das davon alles zerbricht. Darum hänge ich hier in der Schwebe, weiß nicht, was ich machen oder denken soll, möchte mich anlehnen, aber habe das Gefühl immer alles falsch zu machen und als wären Gefühle ein Fehler. Kann man sich nicht einfach nur lieben, wenn man sich...

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Kein Happy End

Im Laufe der letzten Tage ist mir klar geworden, dass es für mich und Sophie kein Happy End geben wird. Mehr noch: Es konnte niemals eines geben. Ich glaube das gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen, die man in einer Beziehung haben kann. Ein Happy End würde voraussetzen, daß die Beziehung vorbei wäre, sonst gibt es ja kein Ende. Natürlich kann eine Situation vorbei gehen,überstanden werden. Aber darauf folgt oft bald die nächste, auch wenn sie vielleicht kritisch ist. Trotzdem folgt in einer Beziehung, so wie im ganzen Leben, Prüfung auf Prüfung. Dort jedes mal von einem Happy End zu reden, wäre schon inflationär. Ja – na gut… natürlich kann man von einem Happy End sprechen. Alles ist gut gelaufen und Sophie und ich machen weiter. Danke an alle, die uns geholfen, zugehört oder sonst wie ertragen haben. Ich will nur betonen, dass mehr ein Happy Weitermachen als ein Ende ist. Nur weil jetzt klar ist, dass wir beide zusammenbleiben, heißt das nicht, daß wir uns jetzt darauf ausruhen. Wir möchten beide Dinge besser machen, für uns beide, für den anderen und für uns selbst. Es fühlt sich ehrlich gesagt komisch an, daß jetzt alles klarer ist. Ich erwarte wohl, daß ich mich anders fühle als vorher. Tue ich aber kaum. Bis auf die ersten zehn Tage habe kaum an uns gezweifelt. Ich habe mich immer noch geliebt von ihr gefühlt und hatte das starke Gefühl, daß es sowieso gut ausgehen wird. Trotzdem habe ich (sie auch) mir immer wieder gesagt, daß alles nicht sicher ist und ich mir doch nicht sicher sein kann oder darf. Ich sollte mich lieber auf den Einschlag vorbereiten als mit vollem Tempo gegen die Wand zu fahren. Daraus wurde dann in den letzten Wochen ein Wechsel aus guten Phasen und künstlichen Panikphasen. Jetzt ist alles klar und wir stehen auch wieder offiziell zu uns, aber für mich ist es kaum anders als die letzten Wochen. Mich beunruhigt praktisch die Ruhe der letzten Zeit. Das ist fast so blöd wie es paradox ist. Aber ich weiß glaube ich, woran es liegt. Ich habe mir immer wieder gesagt, daß ich eben nicht sicher sein kann, mich künstlich beunruhigt. Wahrscheinlich, weil ich mein Vertrauen oder meine Intuition für verliebtes Wunschdenken abgetan habe. Ich habe mir also absichtlich den Ast abgesägt auf dem ich gesessen habe. Heute kann ich sagen, daß mein Gefühl richtig und mein Vertrauen vollkommen...

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Europawahl 09

Europawahl 09

Es wird langsam Zeit zum Auswandern, aber bis dahin wird die Flagge gehisst.

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