Eines der schwersten…

Es ist mitten in der Nacht und ich bin wieder schlaflos. Nicht, weil ich unentspannt oder nervös bin, ich werde im Moment einfach nicht müde. Morgen kommt Sophie wieder und ich freue mich auf sie, wie ein kleiner Junge auf sein hübsch verpacktes Weihnachtsgeschenk. Aber ich denke gerade auch an andere Dinge. Abgesehen davon, dass ich gerade Eureka gucke und die Serie es mir wirklich angetan hat.

Ich habe ja auch das Twittern angefangen vor ein paar Monaten. Als einen der ersten habe ich einen Doktor kennengelernt, der immerüber Krankheiten twitterte, versuchte alle zu informieren und eine Heidenspaß daran hatteüber Vietnam und das Essen da zu reden. Er fliegt wohl immer rüber, um den Menschen da zu helfen und will mich auch mal mitnehmen. Ich denke, er meint das sogar ernst. Interessant finden, würde ichs sogar. Er hat mir Mut gegeben, als ich wegen Sophie verzweifelt bin. Aber seit Dienstag habe ich ihn nicht mehr verstanden. Was er gesagt hat, ergab nicht so richtig Sinn und vernünftig geantwortet hat er auch nicht mehr.

Heute habe ich erfahren, dass er Dienstag nach sehr kurzer Krankheit gestorben ist. Ob er sich etwas eingefangen hat, als er anderen geholfen hat? Keine Ahnung. Seit Dienstag Twittert immer seine Verlobte. Sie wünscht ihm einen schönen Morgen und eine gute Nacht. Sagt ihm jeden Tag, dass sie ihn vermisst und noch liebt. Das Leben ist eines der schwersten. Ich wünsche ihr alles Gute und frage mich, warum es immer die Guten zuerst erwischt.

Auch im kalten, unpersönlichen Internet, auch wenn es keinen richtigen Sinn hat, ich wünsche ihm, dass er in Frieden ruht.

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