Gegen Windmühlen

Im Moment ist jeden Tag alles gleich und doch so anders. Meine Gedanken kreisen und die Gefühle schwanken von Hoffnung bis Verzweiflung, schaukeln immer wieder hin und her, wie ein Boot auf offener See. Ich weiß nicht was morgen ist und noch nicht ein mal, was heute Abend sein wird. Nichts ist sicher und alles kann sein.

Alles dreht sich immer wieder um die Frage: Was ist Liebe? Liebe ist, denke ich, nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine Einstellung und etwas, das einander verbindet. Verknallt sein, Schmetterlinge und ein verrücktes Bauchgefühl, so fängt meißt alles an. Wir brauchen diese Energie, um vertrauen aufzubauen, sich füreinander zu interessieren und vertrauen zu lernen. Doch dasändert sich mit der Zeit, wenn mehr vertrauen und eine positive Art von Gewohnheit entsteht (Gewohnheit heißt nicht Gleichgültigkeit).

Irgendwann teilt man mehr als ein Gefühl, man teilt zwei Leben miteinander. Man darf sein eigenes dabei aber nicht vergessen, weil sonst der eigene Teil der zwei entfällt. Liebe heißt zu vertrauen, zu teilen, zu geben und auch zu nehmen – sich zu zweit im Leben zu verwurzeln, die Vergangheit zu teilen und die Zukunft zu erwarten.

Je mehr ich Sophie kennenlerne, desto sicherer bin ich mir, dass wenn ich einen Menschen kenne, der Lieben kann, dann ist sie es. Ich kenne niemanden der mehr gibt und so gutmütig und liebevoll durch das Leben geht. Aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass sie sehr hohe Ansprüche an sich hat, zu hohe wie ich meine, aber das bin eben nur ich. Sie hat oft so ein schlechtes Gewissen für Kleinigkeiten, macht sich zu viele Sorgen um andere und dass sie etwas falsch machen könnte. Diese Sorge zeichnet sie aus. Dabei sind Menschen nicht perfekt, machenöfter Fehler und ausversehen kann leider auch viel passieren.  Es kommt darauf an, wie man damit umgeht.

Irgendwann am Anfang hat sie mal gesagt, dass ich bestimmt nie so viel positivesüber sie schreiben könnte, wieüber meine Exfreundinnen. Oh man, wie falsch sie da liegt. Sie ist der beste Mensch den ich kenne und mehr als ich jemals erhoffen konnte. Sie denkt immer, dass sie mir nicht reicht, dass ich sie in so vielen Dingen schlechter finde als meine Exfreundinnen. Aber warum bin ich dann mit ihr zusammen? Warum gehe ich in dieser Situation nicht weg? Weil sie es mehr als wert ist.

Wenn ich was an ihr auszusetzen habe, dann hängt das meistens damit zusammen, wie sie mit sich umgeht. Also ihr schlechtes Gewissen, das Gefühl alles besser machen zu müssen und so weiter. Wenn ich wirklich etwas nie geschafft habe, dann ihr wirklich das Gefühl zu geben, dass sie reicht. Wobei reichen die ultimative Untertreibung ist für jemanden, der einem mehr gibt als man braucht und mit dem man sein Leben teilen möchte. Das ist das traurigste an allem für mich.

Wir kämpfen gegen Schatten, gegen Missverständnisse – gegen Windmühlen. Sie war immer alles was ich wollte und sie konnte hier auch schon lange haben, was sie braucht. Nur sie nimmt es nicht, weil sie das Gefühl hat, dass ich ihr dann Ärger mache oder es mir weh tut. Und jetzt sind wir hier in dieser Situation, wo wir nicht wissen, ob und wie wir weiter machen. Sie braucht Zeit, um zu wissen was sie will und Mut, um sich diese zu nehmen. Sie weiß, dass es mich belastet und mich zu belasten war immer eines der schwersten Dinge für sie.

Dabei gebe ich im Moment gern, weil ich durch sie so viel geben kann. Es ist mehr als viele andere verstehen, aber noch nie haben so viele Freunde gesagt, dass wir durchhalten sollen. Auch wenn gerade keine Schmetterlinge im Bauch sind, verbindet uns ein starkes Band. Ein Band, dass uns trotz allem lachen läßt und uns eine schöne Zeit ermöglicht. Es hält uns in dieser Zeit trotz allem zusammen und das Band ist, was für mich einen großen Teil von Liebe ausmacht. Wenn es einem gut geht zu zweit, wenn man sich noch glücklich machen kann und trotz allem so zu sich hält, dann ist das für mich etwas besonderes. Krisen sind immer schwer, sonst wären sie auch keine Krisen. Viel wert ist es, wenn man so sehr für einander kämpft. Mit der Zeit gewinnt man immer mehr durch so eine Beziehung, so weit zu kommen istüberhaupt schon etwas besonders und nicht so selbstverständlich, wie es scheinen mag. Kribbeln gibt esüberall, jemanden der Lieben kann, findet man selten.

Deswegen hoffe ich, dass wir das durchstehen, allen Windmühlen und Schwierigkeiten zum trotz. Wir haben nicht nur viel zu verlieren, sondern in Zukunft noch viel zu gewinnen.

.: Celldweller – I believe :.

1 Kommentar

  1. Deine Beschreibung von Liebe finde ich wirklich treffend. Danke dafür!

    Drück dich und Kopf hoch!

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