Artikel von April 22nd, 2009

Netzsperren – oder Mobbing für Fortgeschrittene

So es ist soweit. Die Gesetzesvorlage für die das Internetsperrgesetz ist beschlossen. Während es die Kinderpornographen kaum stören wird,öffnen sich für Böswillige ganz neue Möglichkeiten. Alle Zugriffe auf die kinderpornographischen Webseiten werden erfasst und gespeichert, um sie dann strafrechtlich auswerten zu können. Das führt zu russischem Roulette im Web. Was ist, wenn ein Schelm euch einen Link schickt zu einer Seite, die auf der Sperrliste steht? Kaum klickt ihr drauf, seid ihr erfasst und steht unter Generalverdacht. Ganz abgesehen davon ist die Sperrliste geheim. Was ist, wenn nun wirklich Seiten wie Piratebay oder rapidshare auf eineüberwachungsliste kommen? Die Seiten könne zwar für illegale Aktivitäten genutzt werden, aber genauso gut auch für legales. Da eMails und alles angezapft werden dürfen (danke Schäuble), werdet ihr gläsern, während der demokratische Staat absolut agieren darf. Irgendwer hat vor ein paar Tagen von einer Demokratur gesprochen, also einer vom Volk ausgehenden Diktatur. Ich fühle mich jedenfalls nicht vom politischen Prozess berücksichtigt und würde, wenn ich es könnte, meine Legitimation entziehen. Aber als Nichtwähler verschenkt man Stimmen und als Wähler, bestätigt man, anscheinend egal bei welcher Partei, das Falsche. Golem.de – Regierung beschließt Netzsperren .: Maximum the Hormone – Whats up people?...

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Das Leben, die Demokratie und Du

Ja ich räume auf, noch ein Posting von letzter Woche, das nicht fertig geworden war. Anstatt heute direktüber Demokratie, politische Ideen und Willensbildung oder auch den politischen Prozess zu reden, streifen uns solche Themen nur, obwohl sie das Hauptthema offensichtlich stark betreffen. Um diese kryptische Formulierung mal aufzuschlüsseln: Ich schreibe heuteüber das Leben in der Demokratie. Demokratie, das heißt in Deutschland, Volksherrschaft durch Wahlen und Mehrheitsentscheide (dort endet Demokratie aber nicht!). Das heißt die Mehrheit oder ein Bündnis, das eine Mehrheit bildet, gibt den Ton an. Natürlichüben viele Akteure Einfluss aus, aber Entscheidungen werden meistens von (oder unter der Kontrolle von) Mehrheiten durchgesetzt. Genauer will ich das auch nicht aufschlüsseln, es reicht die Feststellung, dass es augenscheinlich politische Mehrheiten und Minderheiten gibt. Dasselbe kann man für kulturelle Strömungen sagen. Es gibt verschiedenste soziale Gruppen, ob das nun Goths, Punks, Prolls oder Ökos sind. Diese Gruppen sind natürlich verschieden groß und beeinflussen sich gegenseitig (durch positive oder negative Beispiele). Man kann auch teil verschiedener Gruppen sein, je nachdem wie sehr manche Charakteristiken in einer Gruppe dominant sind und zur Ausgrenzung neigen. Ein Goth könnte Mitglied eines Schützenvereins sein, aber würde wegen seinem Kleidungsstil wahrscheinlich auffallen oder auch ausgegrenzt werden. Man kann es niemals allen Recht machen. Ich finde Menschen neigen dazu nicht anecken zu wollen. Sie wollen sich anpassen, gemocht werden und Anerkennung bekommen. Da noch keiner den Sinn des Lebens wirklich aufgeschlüsselt hat, abgesehen von einer unromantischen biologischen Erklärung, sucht man sich den Sinn vor allem auch in anderen Menschen. Das heißt nicht, dass man nur bei anderen Menschen sein möchte, mir geht es da weniger um die Nähe, nein man orientiert sich auch an anderen. Das führt zu einem Problem: Was macht man, wenn man an der Gesellschaft teilhaben will, aber diese hoffnungslos den Verstand verloren zu haben scheint? Da es wohl außer Frage steht, sein eigenes Königreich auszurufen, muss das wohl imübertragenen Sinne tun. Wir leben zwar in Deutschland, das bedeutet aber nicht, dass man sich wie jeder andere Deutsche benehmen muss. Man muss sich selbst treu bleiben, aber kann auch etwas von anderen lernen. Man darf sich eben nicht komplett aus der Gesellschaft zurückziehen, sondern ein anderer Teil der Gesellschaft sein. Das lässt sich auf alle Teile der Individualitätübertragen, denke ich. Wenn ich z.B. mit einem Kilt, wie dasöfter passiert, durch die Stadt gehe, versuche ich höflich auf Fragen zu antworten, anstatt entweder „Deine Mudda du...

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Verbieten statt Verhindern

Den folgenden Artikel habe ich Freitag geschrieben, aber heute erst fertig gemacht. Aber er kommt ja passend zum Gesetzesentwurf. Es gibt Momente, da fällt mir auch nicht mehr viel ein. Jetzt zum Beispiel muss ich mich wesentlich mehr darauf konzentrieren keine geifernden Hasstiraden zu schreiben, als auf den eigentlichen Text. Ab heute treten wir in die Fußstapfen sämtlicher moderner, faschistischer Diktaturen und Filtern das Internet. Gut – faschistische Diktaturen und Australien. Aber wie Zensurparanoia voranschreiten kann, zeigt Australien ganz gut. Heute die Kinderpornos und morgen die ganze Welt. Natürlich muss auch hier erstmal die Demutsbekundung erfolgen: Ich verabscheue Kinderpornos und die Täter gehören bestraft. Nur das eine, also die Kinderpornos, hat mit dem anderen, dem Internetfilter, wenig zu tun. Noch ein Mal von Vorne. Das liebe Supermädel und dieübermutter Ursula hat wieder ihre alte Leyer vorgespielt, um ein erneutes Mal die Welt zu verändern. Nachdem ihre erhöhten Zuschüsse für Familien aus den Frauen immer noch keine Gebärmaschinen gemacht haben, legt sie sich dieses Mal direkt mit der Demokratie an. Der neue Feind heißt Internet, nein noch nicht direkt, sondern Kinderpornographie. Immerhin sind solche Bilder und Videos im Internet an jeder Ecke frei verfügbar, weswegen man mit den normalen rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr weiterkommt. Darum hat sie die großen Provider an einen Tisch gebeten und alle, die nicht mitmachen, sind Kinderpornographen. Die Schweine. Unterzeichnet wurde ein Vertrag zur Sperrung von Inhalten, die das BKA vorgibt. Dabei hatte sie es so eilig, das sich nicht auf ein entsprechendes Gesetz warten konnte. Vielleicht hätte ja auch das kinderpornographieschützende Bundesverfassungsgericht etwas dagegen gehabt. Demokratie und der ganze Kram, der einem bei so was immer den Tag verdirbt. Nein nein, dann lieber nach faschistischer „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ Mentalität ordentlich auf den Putz hauen. Aber recht hat sie damit, weder im Bundestag, noch bei den Providern widerspricht ihr jemand. Der Chaos Computer Club und die normalen Internet Nutzer sind sowieso pervers, auf die muss man nicht hören. Genausowenig, wie man auf irgendjemanden hören muss. Wenn ein LKA sagt, dass die Sperre nur für die Demokratie bedenklich ist, für die Kinderpornographen aber nicht, dann gibt das Zensursula wenig zu denken. Auch nicht, dass solche Bilder kaum im Internet sind, sondernüber Handynetze oder private Server verteilt werden. Außerdem ist eine Sperre des DNS Servers sowieso nutzlos, da man die Server nochüber ihre IP erreichen kann. Worum geht es dann der Zensursula? Denkt...

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