Kopflose Hühner und Panik Profis

Nur einmal wieder etwas Kurzes. Mir scheint langsam wirklich als denkt keiner mehr selbst. Als gebe es nur einen Hauptstrom, dem alle Fische folgen (ich wollte mal den vorbelasteten Begriff Mainstream vermeiden). Das sieht man auch daran, wie empfindlich die Börsenkurse seit der Finanzpanik auf die Presse reagieren. Ein Minister sagt etwas gutes, auf einmal steigt die Börse wie verrückt. Dann wird in einer Zeitung Panik gemacht, schon rasen die Kurse in den Keller. Als würde sich die wirtschaftliche Entwicklung im Minutentakt definitivändern und als hinge sie nur davon ab, was ein paar Persönlichkeiten sagen. Natürlich kann ich verstehen, wenn Meldungen wie “Conti schließt alle Werke” die Aktie vernichten. Aber ob nun jemand das Wirtschaftswachstum auf -2,5% oder -2,55% schätzt, krempelt die Weltwirtschaft nicht um. Es scheint alles reaktionär und panisch.

Aber das gilt nicht nur für die Finanzmärkte. Die (deutsche ?) Öffentlichkeit war schonöfter reaktionär, wenn auch auf eine eher gefrustete Art und Weise. So sucht man auch beim neusten Amoklauf händeringend um Erklärungen. Spiele sind dabei natürlich ein einfaches und für viele unbekanntes Mittel.  Immerhin leben in Deutschland immer noch verhältnismäßig alte Menschen, die keinen eigenen Kontakt mit Computerspielen als Medium gemacht haben. Die Öffentlichkeit dürstet es nach einer Erklärung der Tat, um auch die Angst zu beruhigen, dass soetwas auch bei ihnen passieren könnte. Es ist eine Absicherung und ein enormer Wunsch nach dem Verständnis der Tat.

Trotzdem kann der Wunsch nach Verständnis nicht so groß sein, sonst wären nicht nur die simpelsten und einfachsten Lösungen beliebt. Es werden wieder Sündenböcke hingerichtet, ohne wirkliche Ursachen zu suchen, darum ist die Lösung auch  nicht von Dauer. Wenn keine wirklichen Lösungen angestrebt werden, ist es kein Wunder, dass immer und immer schärfere Versionen der Placebo-Lösung keinen Effekt haben. Das Problem ist aber auch der Druck, der durch Presse und Öffentlichkeit entsteht. So zieht z.B. Kaufhof alle Spiele ab 18 Jahren aus dem Angebot zurück.

Wenige Artikel sehen sich das Problem genauer an, so wie dieser Artikel der TAZ. Alles was bleibt und sich verkauft ist Panik. Das schade und keine Lösung.

.: The Prodigy – Invaders must die :.

3 Kommentare

  1. Ist das deren Ernst? Dazu fällt mir nix mehr ein. Doch, eins: Kaufhof? Was ist das? Ich kaufe nur bei Amazon. So!

  2. Zum Thema Kopflos habe ich letztens selber sogar erschreckende Erfahrungen gemacht.

    Es ging um eine Computerkomponente, die ich selbst besitze. In der CT wurde dort negative Dinge zu aufgezählt, die ich komplett stichhaltig wiederlegen konnte. Schliesslich war der Artikel dazu auch schon von 2006 und mein Produkt wohl eine Revision.

    Nur hat diese eigene Erfahrung diesem guten Freund von mirüberhaupt nichts bedeutet. Er hatte das Produkt weiter kritisiert und mich sogar ins lächerliche gezogen. (Es wahr eine ernstzunehmende Diskussion)

    Da wurde mir klar wir leben in einen Zeitalter der Statistiken und Hirnlosigkeit. Was CT schreib ist Gesetz. Fehler machen die net. Moment von Korruption lässt sich doch sicher Jeder irgendwann malüberreden. Wer also großes vorhat muss einfach nur die CT bestechen, dass die Artkel besonders nach gewissen Vorstellungen verfassen.

  3. Hey Shin, schön mal wieder was von Dir zu hören :). Das ist ein guter Punkt. Einige Leitmedien haben zu viel Macht, weil ihre Aussagen nicht mehrüberprüft werden. Dazu wollte ich demnächst auch etwas schreiben.

    Ich kannte vor Jahren einige von der c’t Redaktion und kenne jetzt (sehr entfernt) wieder ein paar. Ich habe manchmal das Gefühl, dass denen gar nicht richtig bewußt ist, welche Macht sie ausüben. Sie testen, haben Spaß dabei und es ist halt für sie Arbeit.

    Ich mag den neuen Trend, dass in Magazinen ausdrücklich darauf hingewiesen wird, das es trotz allem eine subjektive Meinung ist. Oder Tests wie in den Sendungen von Co-Op auf http://www.area5.tv .

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