Hände hoch! Arbeiten oder was?

Tja so ist das manchmal. Egal, wie man es macht, man macht es falsch. Ich habe mich ja auf einen Nebenjob in Hannover beworben, der mir von einer Bekannten empfohlen wurde. Der Job war wirklich gut, auch wenn es etwas komisch war, dass die Cheffin die ganze Zeitüber diverse Angestellte gelästert hat. Im allgemeinen hat mir aber das versprochene ehrliche miteinander umgehen gefallen.

Auf jeden Fall wurde immer wieder betont, wie strikt und unflexibel die Regeln sind. So, dass man in das „Korsett“ passen muss oder Probleme bekommt. Sie kritisiert gerne, meinte sie und  falsche Freundlichkeit kann sie nicht ausstehen. Gut: stressige Cheffinen mit einem Hang zum verbalen Amoklaufen bin ich irgendwie gewohnt ;-). Also war das kein Grund zum Absagen.

Nur hat mich durchaus gestört, dass Sie innerhalb von 18 Stunden eine Antwort wollte. Ich musste noch Dinge klären. Zum Beispiel, ob mir der Job als Praktikum angerechnet wird. Da ja immer wieder betont wurde, das ich keine Freiheit im Aussuchen meiner Arbeitstage habe, würde der Nebenjob meinem Praktikum im Weg stehen und damit der Uni und der Uni kommt mir so kurz vor Ende nichts mehr in den Weg. Außerdem wollte ich klären, wie viel von den Regeln real in Kraft sind.

Nun kam das Gespräch am folgenden Tag und ich konnte weder ja noch nein sagen. Ich habe ganz ehrlich, so wie sie das wollte, gesagt dass es noch bis Semesteranfang oder länger dauern kann, bis ich eine Antwort habe. Sie hat mir noch Zeit angeboten, aber ich konnte ihr nicht sagen, ob ich in der Zeit eine Antwort habe. Da dringend etwas Definitives gesucht wurde, konnte ich dem zumindest nicht nachkommen. Deswegen wollte ich mich melden, sobald ich etwas neues weiß und vielleicht ist es noch rechtzeitig oder sie wollen lieber mich als andere Kandidaten. Jedenfalls hat das ständige Pistole auf die Brust setzen bei mir nicht geholfen, eine schnellere definitive Antwort zu finden. Uni gehtüber alles.

Dann passierte etwas unerwartetes. Eine Studentin schien in den Ferien fleißig und schnell praktikumsrelavente Emails zu beantworten. Das ist nach 4 1/2 Jahren etwas sehr, sehr unerwartetes. Innerhalb von ein paar Stunden waren dann fast alle Fragen geklärt. Zwar habe ich immer noch keine Antwort auf meine wichtigste Frage gehabt, weil manche Menschen es schaffen, Fragen gekonnt zu umgehen. Aber es war für mich genug, um den Job zu riskieren und wenn etwas schief geht mit der Praktikumsanrechnung, alles auf die arme, fleißige Studentin zu schieben.

Dann kam alles noch ein wenig anders. Freitag Nachmittag hatte ich das Bewerbungsgespräch, Montag hatte ich meine definitive Antwort. Viel schneller als erwartet, aber natürlich habe ich auch gesagt, ich wüßte es nicht bis dahin und habe damit gerechnet, dass sie schon andere Leute interviewed haben. Womit ich aber nicht gerechnet habe, war das Folgende. Ich habe am Montag noch mal bei der Cheffin angerufen, um zu sagen, dass ich doch zur Verfügung stehe, falls sie mich noch wollen. Das ist auch das, was ich dachte. Es ist alles etwas schief gelaufen, aber ich sichere immer erst die Uni ab und forcierte Entscheidungen mit „Du musst aber jetzt was sagen“, bringen da nur Konflikte. Im Gespräch stellte sich raus, dass sie am nächsten Tag (heute), wieder wen eingeladen haben. Das ist nicht schlimm, dachte ich mir, ich habe damit gerechnet und soll sie doch den nehmen, der ihr besser gefällt. Aber was mich gewundert hat, ist das betont wurde, dass ich keine Hilfe annehmen wollte und dass sie sogar Aufschub in der Entscheidung angeboten haben. Als hätte ich mich entschieden mich quer zu stellen und zickig zu sein. Ich habe nur dargestellt, dass ich so keine Antwort geben kann, die sie zufrieden stellt. Besonders mit der „hier sofort jetzt!“ Methodik.

Aber mir wurde vorgehalten, dass ich unter den Umständen nicht ja sagen konnte und wenn sie schon wen anderes einladen, dann nehmen sie den, sie können den Menschen ja nicht umsonst kommen lassen. Ihr tut es leid wegen mir, aber ich wollte ja nicht. Mir kam es so vor, als hat sie ein schlechtes Gewissen und dadurch wird sie etwas sauer.

Naja doof gelaufen. Ich hätte sofort zusagen können, aber dann hätte ich vielleicht wieder nach 4 Wochen absagen müssen, weil sich rausstellt, dass das mit dem Praktikum nicht geht. Ich hätte ja auch alles vor dem Bewerbugnstermin geklärt, aber der musste auch von jetzt auf sofort stattfinden. Ich habe das Gefühl, manchen Leuten ist es einfach lieber verarscht zu werden. Oh Moment, das ist kein Gefühl, wenn es ums Arbeiten geht, ist das schon eher die Methodik einen Job zu kriegen. Aber nach dem Chaos, finde ich es auch nicht unbedingt schade, dass es nicht geklappt hat. Ich bin eher ein wenig froh. Auch wenn ich den Job gut finde und das Geld erst recht. Aber ich versuche jetzt bei der c’t einen Job zu kriegen und schreiben liegt mir sowieso mehr als alles andere.

.: Cake – I will survive :.

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