Der WoW-Effekt

Mal wieder dieses Thema. Ich weiß nicht, wie oft ich es schon geschrieben habe, aber alle paar Monate kommt es mit einer gewissen Aggression wieder auf. Es geht um World of Warcraft, nicht als Spiel, sondern als Produkt. 11,5 Millionen Accounts gibt es angeblich für World of Warcraft, wobei wohl die gesammte Menge von Accounts gezählt wird und nicht nur die aktiven. Seit World of Warcraft, will jedes Spiel nur noch World of Warcraft sein oder eher die Publisher wollen das für ihre Spiele. Ein Stück vom Kuchen reicht nicht mehr, sie wollen den Kuchen. Activision-Blizzard meinte, sie bringen keine Spiele mehr raus, die unter 100 Mio. Dollar gewinn machen, EA beschränkt sich die sinnflutartige Produktion von Casual-Wii Spielen und so weiter.

Viel schlimmer ist, dass Genre Grenzen völlig aufweichen. Klar, was neues, innovatives ist super, aber dabei geht es nicht darum innovativ zu sein, sondern ein möglichst großes Publikum anzusprechen. Dadurch werden die Spiele oberflächlich und fade. An Relic’s Dawn of War II scheiden sich im Moment die Geister. Es ist kein Dawn of War I+, kein Company of Heroes, aber auch viel zu wenig, um ein eigenes Spiel zu sein. Als Fan der Serie, bin ich schon etwas traurig. Es macht Spaß, aber ist total unbefriedigend. Ich glaube so ist es, einfach nur mal sein Gehirn auszuschalten und Teletubbies zu gucken.

Von der neuen strategischen Komplexität ist nicht viel zu mehr. Es sind einige Sachen hinzugekommen, aber dafür fehlen auch viele. Das Interface ist schlampig umgesetzt und es gibt ganze 5 Multiplayermaps bei Release und 2 per Patch. Das ist nicht viel. Die etwas wütende Antwort eines Relic Entwicklers war, dass sie nur zwei Jahre Zeit hatten und auch mal eine Pause brauchen und wir Spieler nicht so anstrengend sein sollen. Aber wir anstrengenden Spieler können auch nichts dafür, dass sie das Spiel zu früh rausbringen, bevor es fertig ist.

Dann kommt noch das Spielprinzip selbst dazu. Ist es jetzt taktisch oder auf die einfachsten Dinge reduziert? Im IGN Interview meinte wieder einer von Relic ganz ehrlich, dass es viele Spieler nicht gut aufnehmen, andere sind noch nicht entschlossen und einige mögen es sehr gerne. Strategie spiele, so meint er, brauchen eine Veränderung um zuüberleben. Man braucht neue Kunden und er freut sichüber eMails, in denen steht:“Hey ich spiele sonst keine Strategiespiele, aber das hier macht Spaß.“

Wie gesagt, es gibt keine Genres mehr, sondern nur die Suche nach der größten Zielgruppe. Wenn man sonst keine Stragiespiele spielt, liegt das wohl daran, dass man sie nicht mag und dann was anderes spielt. Nein, heute muss allen alles gefallen und die, die mit dem Spiel mehr verbinden als „ich drücke darauf und bekomme eine Belohnung“ schauen in die Röhre. Willkommen im Hamsterlabyrinth.

.: Machinae Supremacy – Arcade :.

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