Artikel von November, 2008

(Aus)Bildungs-Faschismus

Ich bin alles, nur nicht durchschnittlich, damit meine ich nicht, dass ich unterdurchschnittlich groß oderüberdurchschnittlich schwer bin. Mein Lebenslauf ist alles andere als gradlinig. Wobei die Idee der Gradlinigkeit von Leuten in einer Wirtschaft aufkam, die diese Gradlinigkeit oft selbst nicht bieten können. Ich habe vor der Uni versucht einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Für einen optimistischen Grünschnabel wie mich, stellte das damals kein Problem dar. Dachte ich zumindest, denn in Wirklichkeit sah das anders aus. In dem Jahr kamen damals 103 Bewerber auf 1 Ausbildungsplatz in Hannover, wie ich später mal in einem Artikel gelesen habe. Nach vielen, sehr vielen Bewerbungen, kamen wenige Bewerbungsgespräche und gar kein Ausbildungsplatz. Mir wurde gesagt, dass ich mit 19 zu alt bin, dass ich leider keine berufliche Erfahrung vorweisen kann und auch ab und zu, dass ich mit meinem Abiturüberqualifiziert bin. Die Logik dahinter scheint aber eine andere zu sein. Meine Monteure meintenöfter zu mir, dass sie auch keine Abiturienten nehmen, weil der Betrieb (so wie es bei mir auch gewesen wäre) nur eine Zwischenstation ist. Viele Studieren danach oder machen sich selbstständig, die wenigsten bleiben. Eine Ausbildung sei zu teuer dafür, dass der Betrieb danach nichts davon hat, meinten sie. Das Jahr war gelaufen, da ich mich nur zum Wintersemester auf einen Studienplatz bewerben konnte. Im nächsten Jahr, war ich dann frischer Student für Angewandte Informatik in Hannover. Ich merkte relativ schnell, dass trotz des Interesses am Thema das Studium nichts für mich ist. Wozu Wissen verarbeiten, wenn niemand mehr etwas weiß? Außerdem hatte ich das immer stärker werdende Gefühl, dass der Bachelorstudiengang ein Versuchsprojekt war und ich die Laborratte. Darum wechselte ich zu den Geschichts- und Politikwissenschaften. Ich hatte noch die Wahl zwischen dem Magister- und dem Bachelorstudiengang und entschied mich aufgrund meiner Erfahrung für den Magisterstudiengang. Die nächsten Semester waren toll. Für mich wußte ich, dass ich mich richtig entschieden hatte. Die Uni ist eine eigene Welt und nicht wie eine Schule. Man lernt erst beim Studium Dingeüber das Studieren selbst, die mindestens genauso wichtig sind, wie der eigentliche Studieninhalt. Dazu gehören vorallem interne Dinge. Dozenten und Mitarbeiter sind keine homogene Gruppe, die in Liebe, Friede und Eintracht lebt. Sie diskutieren miteinander, arbeiten gegeneinander und streiten ab und zu auch wie kleine Kinder. Es bilden sich Lager, Gruppen die sich unterstützen und ihre Interessen durchbringen, auch wenn diese schlechter für die Studenten sind. Es geht manchen um Macht und nicht...

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Heil Firewall!

Nur kurz eine kleine verbale Entgleisung am Rande. Was zum Teufel ist eigentlich mit den nahezu demokratischen Staaten im Moment los. Nachdem unser gutes Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung hier einschränkt, geht hier bestimmt bald der nächste Versuch los. Aber hier ist alles noch relativ in Ordnung. Während man Chinas Zensur Internet-Zensur schon fast akzeptiert hat, gibt die Zensur-Welle in Australien von neuem zu denken. Natürlich sind es immer dieselben Gründe: Terrorismus oder Kinderpornographie. Man will die Kinder schützen oder eben die freie Welt. Trotzdem werden solche Zensuren selten für gute Zwecke genutzt. Man greift ein, will unter Druck setzen oder geht auf Lobby-Interessen ein. Aber auch die Briten haben einen Plan nachdem die Nackt-Scanner nicht so gut angekommen sind. Sie speichern lieber gleich jede Art von Kommunikation. Da ist auch nicht so wichtig, sich vorher zuüberlegen, was denn gesetzmäßig vertretbar ist. Wenn man alles aufzeichnet, ist sicherlich schon was gutes dabei. Also willkommen im Wunderland der Zensur und Kontrolle. Ein kleiner Faschist steckt wohl in jeder Demokratie. Es kommt einem so vor, als wäre die Meinungsfreiheit nur eingeführt worden, weil es unmöglich war jede Meinung zuüberwachen. Sobald es geht, interessiert sich auf einmal jeder dafür. In diesem Sinne suche ich mir schon mal eine Therapiegruppe. „Hallo, mein Name ist Philipp… und.. und ich habe eine Meinung.“ Für alle anderen, die sich schon mal daran gewöhnen wollen, empfehle ich das hier. .: Metallica – My Apocalpyse...

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Vitamin B

Aller guten Dinge, drei und so. Noch mal etwas Frust. Ich versuche mich gerade wieder mit einem meiner Lieblingsdozenten wieder gut zu stellen. Die Beziehung vor einem Jahr den Bach runter als ich immer wieder krank war und im Krankenhaus davor. Da bin ich natürlich irgendwann nicht mehr gekommen. Aber auch wenn ich für den Krankenhausauffenthalt nicht wirklich etwas kann, hat er mich wohl als faulen, doofen Studenten abgestempelt. Jetzt versuche ich den Ruf wieder gut zu arbeiten, aber ständig versteht er mich falsch oder sieht nur das negative an meinen Aussagen, ohne wirklich auf etwas einzugehen. So schnell gebe ich nicht auf, aber das ist einfach nur blöd. .: AC/ DC – Back in Black...

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Chroniken der letzten Tage

Und noch mal: Hell yeah! Was war in der letzten Zeit so los? Außer dass ich gerade einen inneren Redeschwall hatte. Es war viel zu tun, wie zum Beispiel der Vortrag im Mindener Museum, der sehr gut gelaufen ist. Mir macht die Arbeit im Praxisseminar sehr viel Spaß. Es ist wesentlich besser etwas zu erarbeiten, ob eine Gruppen- oder Einzelarbeit, als sich mit Referaten, die keinen Interessieren und auch ohne Interesse gefertigt worden, zu hören. Außerdem nervt mich gerade, dass die Leute hier im Seminar sichüber Make Up und andere Studenten lästern, anstatt einfach die Klappe zu halten oder mitzuarbeiten. Äh, ich höre mir gerade wieder eines dieseröden Referaten an, bei denen eh keiner zuhört. Der Student redet mehrüber seine Probleme mit der Literatur, alsübers Referat. Zwar ist das auch interessant, aber er hätte sich ja nicht nur auf die Anfangsliteratur beschränken müssen. Äh wo war ich? Wir waren am Wochenende auf dem Emilie Autumn Konzert und fandenes beide sehr gut. Die Show zu den Songs war super und es war ein sehr stimmiger Abend. Die Musik hat mich schon an die alte Base-Zeit erinnert. Das erinnerte mich vorallem an eines. Man muss mit seinen Gefühlen klar kommen und sie akzeptieren. Dazu gehört auch Wut oder Trauer. Man darf nicht zu viel unterdrücken undüberspielen. Aber man muss sie auch aushalten, darf sich nicht wegreissen lassen. Trotzdem gehört alles zum Leben und auch zum Glücklich sein. Die einzigen Pausen in diesem Uni-Arbeits-Marathon, war eine kleine Krankheitspause und dazu noch die German Classics. Vor ein paar Woche waren wir von einer Geschäftspartnerin von Sophie auf die German Classics eingeladen worden, auch noch in den VIP Bereich. Ich muss sagen, der German Classics VIP Bereich, war einer der besten in dem ich je war. Das Essen war sehr gut und die Getränke auch. Einzig auszusetzen wäre, dass es zu wenig kleine Häppchen gab und die Biermarke, die auf den German Classics das Monopol hatte, schrecklich war. Aber im Grunde gehts um den Event und nicht ums Essen. Der Event war auch super, das Tunier ist wesentlich interessanter, wenn man Live dabei ist, als wenn man im Fernsehen zusieht. Ich mag sowieso Pferde, nicht erst seit Larissa und VIP Bereiche mag ich erst recht. Es war eine schöne Pause im Arbeitszeitraum ich bin Sophie dankbar, dass sie mich mitgenommen hat :-). So, ich arbeite mal weiter. .: Audioslave – Cochise...

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Weitergehts

Hell yeah! Alles ist geschafft. Von Wikipediaüber Minden bis hin zur Transnationalisierung der Medienpolitik ist alles erledigt. Ich bin endlich mit allem fertig, schon seit Freitag, aber es war noch keine Zeit zu schreiben. Es ging weiter nach Hamburg zum Konzert von Emilie Autmn auf das sich Sophie schon gefreut hat. Sie vergöttert die Musikerin, was ich schon verstehen kann. Ich empfinde auch großen Respekt für die Dame, dafür wie sie ihren Weg trotz aller Hindernisse geht. Aber wieder zurück zu mir, eine gewisse Egozentrik will ich beibehalten. Im Moment geht es mir schön-scheiße, im Sinne von sehr durchwachsen. Ich bin einerseits sehr froh und stolz, dass alles geklappt hat. Ohne die Hilfe von Sophie, hätte das nicht geklappt. Andererseits bin ich abgekämpft und erschlagen. Zu meinen Sorgen, kommen Sophies Sorgen und Probleme noch dazu und diese schwebenüber uns wie ein Henkersbeil. Es lässt sich nicht alles lösen, aber manches wird dadurch besser, dass es akzeptiert wird. Nur hierbei ist es ein zermürbendes Vor und Zurück, das durch Vergessen und Verzweiflung immer wieder einer Lösung entrinnt. Was tut man, wenn man nicht weiß wo man ist, wohin mal soll und wo man herkommt? Völlig verloren treibt man umher klammert sich irgendwo fest, nur um dann wieder losgerissen zu werden. Man muss sich einen Anker suchen, aufstehen und von da aus weitergehen, wo man ist. Klar ist es wichtig zu wissen was war, damit man etwas lernen kann. Aber wenn man deswegen kopflos und verängstigt wird, ist es der falsche weg. Neubeginnen, neu orientieren und wieder laufen lernen, das ist die Devise. So ist das auch für mich. Ich war in den letzten Jahren auch nur ein Blatt im Wind, wo ich früher ein Fells in der Brandung war. Ich bin von Aufgabe zu Aufgabe gestolpert und von Problem zu Problem gekrochen. In den letzten Monaten erkämpfe ich mir zurück, was mal mein Leben war. Das soll nicht heißen, dass ich vorher ein scheiß Leben hatte, bei weitem nicht. Nur war alles noch schwerer, als es so schon war. Irgendwann hat man einfach genug und ich hatte lange genug und weder den Mut eine richtige Pause zu machen noch die Kraft auf einen Schlag was zuändern. In der letzten Zeit wird das zunehmend anders. Ich fühl mich besser, ohne das etwas an der Situation besser wird. In mir wird es wieder besser. Was einen nicht umbringt, macht einen härter. Zumindest...

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