Artikel von Oktober, 2008

Zorn

Ich bin, auch wenn es oft anders scheint, ein ausgeglichener Mensch. Dadurch, dass ich sage was ich denke, reflektiere was ich fühle und nichts verdränge (jedenfalls nicht bewußt), lässt sich eine Menge abfedern. Aber wenn ich mir die Welt dadraussen ansehe, kann ich nicht anders als böse zu werden. Das einzige, was da noch hilft, ist nur noch in seiner eigenen kleinen Welt zu leben und sich von der großen abzuwenden. Egal ob es mit Musik, Partys, Komasaufen, Sport, Spielen, Streit oder blindem Hass ist – irgendwann muss man sich den Frustüber die ganze Scheiße aus dem Gehirn prügeln. Und Frust ist, was entsteht, wenn man sich umguckt. Aber ich bin auch eher der Mensch der Magengeschwüre vom Nachdenken bekommt, als sich lieber mit etwas abzufinden oder sich wegzudrehen. Was geht mich das an? oder weiß nicht und ab und zu auch Mir doch egal! hört man heuteöfter als Antworten auf Probleme, als irgendwelche ernstzunehmenden Gedanken. Ich kann das gut nachvollziehen. Das Leben ist kein Ponyhof, wie es so schön heißt, das soll es auch nicht sein. Aber Ungerechtigkeit kann ich nicht ausstehen. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion, um gleich den nächsten schlauen Spruch loszuwerden – und genau darum geht es. Entweder steigt die Ungerechtigkeit weiter so stark an, dass sich irgendwann alle Menschen nur noch ablenken und es ein paar wenige gibt, die aktiv Leiten und Lenken. Dazu kommt noch das immer miesere Bildungsniveau, die Politikverdrossenheit und die durch die beiden Punkte verkümmerte politische Partizipation. Das alles macht verwundbar für Führer aller Art. Egal ob das nun Institutionen, Firmen oder Personen sind. Oder die andere Möglichkeit tritt ein. Ich denke nicht, dass sich die Menschen so verführen lassen könnten, wie vorüber 70 Jahren. Dazu sind alle zu passiv und zynisch. Klar, ich denke schon, dass viele hörig sind, aber es fehlt die konstruktive Energie. Aber was vorhanden ist, ist destruktive Energie. Die Dummen hassen die Andersartigen. Die Hoffnungslosen hassen SAART. Die Liberalen hassen Korruption. Irgendwann wird Frust zu Hass. Selbst wenn der Frust in Passivität resultiert, irgendwann reicht ein kleiner Funke dafür, dass die Hölle losbricht. Gemeinsame Feinde schweißen zusammen und die Zahl der Hassendenübersteigt die, der Feindbilder bei weitem. Politiker, Reiche, Firmen, Lehrer – irgendwann entläd sich die Wut auf sie und was dann kommt, das weiß heute keiner. Gerade deshalb ist eine ehrliche, transparente und Wahlperiodenübergreifende Politik im Sinne des Staates. Die Regierung sollte dem deutschen...

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Was Dich nicht umbringt…

Es ist mal wieder Zeit, um etwas zu Reflektieren und zwar gleich in dreihunderfacher Weise. Ach Quatsch ich tue einfach nur das, wozu Blogs, also Weblogs, mal gedacht waren. Ich führe Buchüber die Entwicklung eines Projektes, wenn auch rückwirkend. Irgendwann im Mai habe ich mit denüberlegungen zur Studie Wie glaubwürdig ist Wikipedia? angefangen. Dazu gehörte es zu allererst John Willinsky’s Studie What open access research can do for Wikipedia zu analysieren. Ich habe Willinsky’s Studie so gut es ging rekursiv erschlossen und an den Punkten verändert, die mir unzureichend vorkamen. Trotzdem habe ich möglichst viel davonübertragen, damit man seine Ergebnisse mit meinen vergleichen kann. Im Laufe dieses Prozesses musste ich mich unweigerlich mit einigen Fragen auseinandersetzen. Ich habe die Richtlinien des englischen mit dem deutschen Portal verglichen, um unterschiede in Qualitätsansprüchen herauszuarbeiten. Irgendwann mussten dann meiner Meinung nach ganz grundlegende Fragen geklärt werden. Kann man aufüberblicksseiten Referenzen erwarten? Wo fängt ein Open Access Artikel an und wo hört ein journalistischer Text auf? Was sind eigentlich Referenzen? Irgendwann waren dann diese Fragen geklärt und es mussten einige hundert Einträge gesucht werden. Einhundert der Einträge wurden dann analysiert, in Tabellenübertragen und statistisch erfasst. Das war der leichteste Teil, aber auch einer der zeitaufwendigsten. Dann ging es ans Auswerten, Schlüsse und Schreiben. Ganz ungewohnt verglich ich nicht die Ergebnisse von Wissenschaftlern, sondern schuf meine eigenen Ergebnisse. So kam wieder die Unsicherheit und die Methode wurde noch malüberprüft. Was kann man von Wikipedia erwarten? Was sollte Wikipedia erfüllen? Fragen, Fragen und irgendwann auch Antworten. Der Arbeitsaufwand war vor allem so groß, weil ich mit dem Bereich keinerlei Erfahrung habe. Außerdem weil es paradoxerweise eine andere Arbeitsweise ist, seine Arbeitsweise und Ergebnisse zu belegen, als eine normale Hausarbeit zu schreiben und dort bekanntes Wissen mit Klassikern zu belegen. Ich denke so sollte es nicht sein und ist nicht im Sinne des Erfinders. Diese Arbeit war irgendwie auch ein kleiner Selbsterfahrungstrip. Insgesammt war ich ganze vier Wochen krank, immerhin zwei nicht alleine ;-). Ich hab es sogar bis 31.09. fertig bekommen, wie ich wollte. Nur das korrigieren hatte länger gedauert. Es wäre auch anders zu einfach gewesen. Mein PC musste neu gemacht werden. Ein abgestürztes Word für Mac, setzte mein Dokument auf eine alte Version zurück usw. Aber nach 14 Tagen zusätzlicher Odyssee war dann endlich alles fertig und ich kann zum nächsten Stressübergehen. Warum die Mühe? Honorata hat mich im Zuge dessen gefragt, ob...

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Open(ing) Season

Heute wurde nach mehrjähriger Bauphase die neue Ernst August Gallerie eröffnet. Nach dem Vorbild amerikanischer Malls entstand direkt neben dem Bahnhof ein neues Einkaufszentrum. Ohne große Generalprobe werden nun Geschäfte und Shops, Verkäufer und Köche, Speisen und Getränke der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen. Der erste Eindruck nach Betreten der Mall war ein gemischter. Es erinnerte mich schon an z.B. die Manhatten Mall in New York, aber die Geschäfte waren auf den ersten Blick von allem preislich von einem höheren Niveau. Alles was Rang und Namen hat, ist hier vertreten. Von Espritüber Hilfiger bis hin zu Svarovski. Der Eindruck, der vermittelt wird ist ein durchaus vornehmer. Aber wie viele Kunden können sich diesen auch Leisten? Je weiter ich mir den Weg durch die Menschenmassen bahnte, desto mehr wurde das Bild aufgelockert. Auf den drei verschiedenen Ebenen finden sich neben Tommy & Co. auch andere Dinge. Es gesellen sich dieüblichen Verdächtigen hinzu. Nanu Nana, Buttlers oder Depot – für kreativen Kleinkram ist gesorgt. Reisebüros behandeln Fernweh und Gamestop sorgt für eine Befriedigung des Spieltriebs. Besonders wichtig ist für mich vor allem immer eines: Das Essen. Wenn man an den reichlich vertretenen Kaffeemühlen vorbei geht (unter denen sich auch endlich ein Starbucks befindet), findet man neben der täglichen Dröhnung auch Nudeln, Unmengen an Eis, Kuchen, Shakes, Schokolade – und natürlich auch Sushi oder Burger. Obwohl ich im letzten Jahr besonders Sushi-Kritik betrieben habe, habe ich mich für heute ins Play Off gesetzt, einem Diner-ähnlich Fast Food Restaurant. Es ist schneller zu Aufzuzählen was es hier nicht gibt, als umgekehrt. Es gibt kein dunkles Bier, außer Hefe und keinen Bacon & Cheeseburger, der aber auf Anfrage trotzdem gemacht wird. Es gibt natürlich Burger, Steaks, Pizza, Salate, Sandwhiches und allerlei Sidedishes. Aber neben umfangreichen Standardrogramm, gibt es auch Berliner Weiße und Orangina Roughe… für 1,97 Euro. Was heutzutage schon herausragend preiswert ist. Ein 200gr. Rumpsteak kostet z.B. 9,97, aber Beilagen weitere 1-3 Euro. Wunderbar ist auch der WLAN Access Point mit kostenlosem Internet – sehr gut. Die Preise sind je nachdem was und wie man ist im mittleren bis schon fast günstigem Segment . Aber was ist mit dem Essen selbst? Ich hatte einen klassischen Cheeseburger und Onionrings. Das Fleisch war sehr gut, die Zutaten frisch, aber der Burger als Gesamtes nur mittel bis gut. Die Buns schmecken zwar gut, sind aber zu dünn und instabil um den Burger mit mehr als gutem Willen...

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Update zu: Verbietet Aktien!

Als hätte ichs geahnt. Das ZDF zeigt eine weitere Killerspiele Doku. Wer es sich angetan hat, kann sich ja mal melden. .: Disturbed – Indistructable :.

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Verbietet Aktien! Verbietet die Finanzkrise!

Neben Brot, Schule und Killerspielen, müssen nun auch Aktien auf die Liste der gefährdenden Amokauslöser. Alle Amokläufer sind mal zur Schule gewesen und haben in ihrem Leben, neben Killerspielen und wahrscheinlich auch Super Mario, auch schon Brot gegessen. Hier zeigt sich die Gefahr, die von Aktien ausgeht. Etwas weniger makaber und mal im ernst. Ich denke, es ist Stress und Verzweiflung, die die Menschen zu solchen taten Treiben. Es muss Hilfe geleistet werden, sonst Landen wir alle nur präventiv in einer Gummizelle. .: Eric Clapton – I Shot the Sherif...

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