Das perfekte Dinner, Chainmail-style

Ich glaube, fünf Minuten Ruhm gibt es wohl für jeden, wenn man will. Dieses Mal ab es sie für Jürgen, den ich von Anni und aus dem Excalibur kenne.  Jürgen hat dort auch eine Zeit gearbeitet, war für meinen Geschmack aber zu viel Diva und auf eine bohrende Art und Weise altklug. Als Beweiß dafür, daß Fernsehen irgendwie nicht mehr das ist, was es mal war, fand man Jürgen im Perfekten Dinner auf Vox wieder.

Das Perfekte Dinner zeichnet sich, finde ich, einerseits oft durch Kandidaten aus, die sich entweder für eine Art Bienenkönigin halten und einfach davon ausgehen, man müsste um sie Schwirren. Andererseits aber auch durch Menschen, die durch ihre gut ausgeprägte Eitelkeit denken, sie müssten (und könnten!) den Menschen ein Grundniveau an Kultur beibringen. Die wenigsten hatten wirklich Klasse.

Jürgens Dinner (wenn man Jürgen mal ausklammert) war insofern etwas gutes, weil er die Menschen versucht hat rauszubringen, aus dem standard Show Off Wettbewerb. Natürlich damit er gewinnt, aber trotzdem – es war mal was anderes.

War es das? Ja für das Perfekte Dinner zumindest. Vergleicht man aber sein Menue mit den Menues des Excalibur (und auch den Bildern wie z.B. hier), dann fällt schon eine gewisse Ähnlichkeit zum Excalibur auf. Eher gesagt, das Essen war fast identisch. Was auch im nachhinein kein Wunder ist, den wie man sieht, hat das Excalibur nachgeholfen. Nicht, dass das Excalibur schlecht ist, es ist sogar ausgezeichnet gut. Aber gehört zu einem perfekten Dinner nicht eine eigene Idee?

Menschen denen das gefiel, sollten mal im Excalibur vorbeischauen, da gibt es das Orginal. So ist wohl auch Werners versteckte Botschaft 😉

Nunja, aber auch Jürgen passiertem was bei solchen Events passiert. Auch wenn es erst als gut empfunden wurde, wird es den Menschen ab und zu unbequem, wenn es auf dauer zu ungewohnt ist. Auch für niveauvolle Dinnerdiven gilt oft „Was ich von Mami nicht kenne, das esse ich auch nicht!“ Den Eindruck hat man schon ab und zu während der Sendung bekommen und man bekommt ihn vor allem auch bei der Rezept Bewertung im Internet.

Zum Beispiel Susi E. ist sehr entrüstetüber die Deko:

Um Himmels Willen. War da kein Tierschützer in der Nähe. Einfach nur pervers, den Fuchs als Deko auf den Tisch zu legen. Sowas würde bei mir noch nicht mal auf den Boden liegen.

Während regenbogen eher vom Menue einen Würgereiz bekommt:

das dinner, wäre jetzt gar nichts für mich gewesen…bin ja nicht zimperlich aber mit einem solchen ding auf dem tisch, kann und will ich nicht freundschaft schliessen..das war einfach alles andere aber sicher kein perfektes dinner…

Natürlich kann ich es verstehen, wenn einem das Ambiente nicht gefällt, das ist Geschmackssache. Aber es scheint wohl, als würde ein perfektes Dinner ausmachen, dass man vergißt das und was man ißt. Große Portionen sind ekelhaft, wenn man den Ursprung des Essens erkennt (immerhin war es fast ein ganzes Huhn), ist es widerlich. Immerhin hat er sich den Jamie-Oliver-Realitätsschock verkniffen. Das Deutsche nicht mehr selbst Schlachten könnten, wanderte auch vor einiger Zeit durch die Presse, aber auf die Suche nach den Texten wurde von Millionen von Veganerseiten torpediert.

Abgesehen davon kriege ich jetzt Lust auf Met. Aber Jürgens Einkauf hatte leider wieder eines bestätigt: Wirklich gutes Essen, gibt es nur noch in der Markthalle. Falls mir jemand sagen kann, wo man sonst noch gute Zutaten bekommt, sagt man bescheid. Umziehen wäre auch möglich. Es geht einfach nur darum, dass man doch noch irgendwo gutes, relativ preiswertes Essen bekommen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.

Um mal noch irgendwie ein Fazit zu ziehen: Schmecken muss es nicht jedem, aber ekelig ist etwas anderes. Auch wenn sich alle immer so toll vorkommen, Niveau hat, wer Sachen probiert, offen ist, sichüberwindet und eine gute Figur dabei abgibt.

Schaut euch einfach die Sendung vom 29.07.08 mal hier an. Ansonsten höre ich jetzt sehr schnell auf, bevor ich mir das Lästern nicht mehr verkneifen kann.

.: Peal Jam – Alive :.

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