26 Jahre

Wenn ich mir meinen Blog so ansehe und ein Resumé der letzten Monate mache, dann muss ich feststellen, dass ich im Gegensatz zu früher, viel weniger Persönliches beschreibe, erzähle und verarbeitet. Falls ich es dann doch tue, hängt es meistens mit der Uni zusammen. Nun habe ich morgen Geburtstag und da bietet sich an etwas in sich zu blicken undüber die verlorene Jugend zu reflektieren. Heute istübrigens Freitag (06.06.08), aber ich komme sicher heute nicht dazu den Beitrag fertig zu schreiben und zu posten. Also seht ihr morgen, etwas von gestern. Praktisch, wie eine Zeitung und im Bezug auf die Aktualität, ein Widerspruch zum Internet. Aber auch hier dürfen semi-aktuelle Dinge von gestern stehen, irgendwann kommt es wieder in Mode.

Ich bin jetzt bald 26 und kein bißchen Weise – oder eher kein bißchen Erwachsen. Ich habe mich ganz anders entwickelt, als ich einmal gedacht habe. Immerhin bin ich jetzt kein Informatiker, sondern ein von Technik faszinierter, an Menschen interessierter Historiker. Angehender Historiker. Ach Titel sind auch wirklich nur Schall und Rauch. Ich analysiere, verstehe und erkläre gerne Sachverhalte. Das ist was ich tue, mag und kann. Ich werfe gerne Fragen auf, auch die, die ich selbst nicht beantworten kann. Fragen helfen dabei sich weiter zu entwickeln und da es kaum noch natürliche Auslese gibt, brauchen wir eben Probleme und Lösungen, um voranzukommen.

Wie gesagt, ich schreibe sehr wenigüber mich. Wahrscheinlich weil mich andere Dinge beschäftigen. Andererseits auch, weil die Dinge, die mich angreifen nicht durch schreiben gelöst werden können. Ich reflektiere immer noch viel. Zum Beispielüber die Probleme mit Sophie. Aber das sind nicht viele Probleme, sondern wenige mit einer ungebrochenen Kontinuität. So hilft im Moment nur weiter gegen Windmühlen zu kämpfen, auch wenn das nicht viel bringt. Manchmal muss man es einfach tun, egal ob es vieländert oder nicht. Auch wenn man damit Don Quijotes Pfad folgt, immerhin verzweifelt man nicht und bleibt stehen.

Und sonst? Sonst nagt immer noch das Studium an mir, besser gesagt meine Arbeitswut. Ich mache gerne viel, ich kann viel machen, aber wenn es nicht viel sinnvolles zu tun gibt, kommen die Zweifel an mir. Natürlich kann man nicht immer nur das tun, was einem Spaß macht. Darum geht es nicht, herrje dann würde ich auch nie wieder was im Politischen Institut machen. Für mich braucht alles einen Sinn. 14 Stunden die Woche dazusitzen und intellektuell zu Schlafen, das hat keinen Sinn. Denn die meiste Zeit hört man nur schlechte Referate von genauso unmotivierten Studenten, wo der Lernerfolg eher im negativen Bereich war. Immerhin hat man vom Referat an sich nichts gelernt und ist inzwischen gealtert. In der großen intellektuellen Öde haben sich bestimmt ein paar Gehirnzellen das Leben genommen. Hier sollten die neuen Studiengänge ansetzen und nicht dabei, dasselbe Schlechte in weniger Zeit zu schaffen.

Außerdem stört mich immer noch mein Perfektionismus und die damit verbundenen Selbstzweifel. „Du hättest mehr machen können.“ „Du könntest jetzt z.B. lernen, anstatt Blogbeiträge zu schreiben.“ „Wie? Nur eine 1.7 Du looser?“ Das klingt jetzt lustig aber macht mich wirklich fertig. Das sorgt dafür, dass ich nur noch durch die Gegend hetze und selbst gehetzt entspanne. Das kann nicht funktionieren. Es dreht sich bei mir vielüber Freien Willen, seinen Platz in den Normen und Regeln der Gesellschaft. Ich fühle mich gleichzeitig eingesperrt, beengt und trotzdem verpflichtet etwas gesellschaftlich sinnvolles zu machen. Also praktisch Geld verdienen, 1.5 Kinder bekommen und 4 Katzen gegen 2 Hunde eintauschen. Das ist absoluter Schwachsinn. Diese weiter verdummende und bis ins letzte blinde Gesellschaft, kann mir nicht vorschreiben, was zu tun ist. Aber an deren Stelle, tue ich es. Ich will niemanden enttäuschen, will es gut machen und wer bin ich denn, dass ich eigene und andere Werte habe als der Durchschnittsbürger.

Und so argumentiert es täglich in mir hin und her. Gehe ich zur Uni? Tue mich mir die 5 sinnlosen Seminare mit toten Hirnzellen an? Oder gehe ich zu den 3 sinnvollen und investiere da viel. Ich mache meistens zweites, lerne und lese zu Hause in der Zwischenzeit und schleife mein Schwert, das Wort, auf das ich es zu führen lerne.

Zwar ist immer noch viel Stress da, aber ich habe das erste mal in den letzten Jahren nicht diesen „überlebensstress“. Einziehen, ausziehen, völlig pleite, kein Essen, Krankenhaus, Zwischenprüfung, Betrogen & Vergessen. Abgesehen davon, dass ich mich 2 Tage die Woche im Durchschnitt mit Sophie streite ist alles normal und hilft. Ich denke endlich mal wiederüber mich nach und das nicht nur zur Problemlösung. Mir geht es nach 7 Jahren sogar langsam auf, dass ich mein eigenes Leben habe und nicht mehr zu Hause wohne. Daraus ergeben sich Konsequenzen und Möglichkeiten, die mir erstmal bewusst werden müssen. Ich führe nicht erst mein Leben nach der Uni, sondern jetzt schon. Klar! Das ist mein eigenes Leben und nicht nur das hin und herhetzen zwischen verschiedenen Aufgaben und Wünschen anderer.

Jetzt muss ich nur noch lernen mit meinem Leben umzugehen.

.: Maximum the Hormone – Zetsubo Billy :.

1 Kommentar

  1. Du Lüger 🙂 – heute ist Donnerstag

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  1. [dd] warm and fuzzy news place » Blog Archive » Home ist nunmal where your heart is - [...] der Nachbar hat noch Licht an und kommt vielleicht auf nen ersten Einzugskaffee mal rüber, dass wir beide gehetzt…

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