Artikel von Juni 12th, 2008

26 Jahre

Wenn ich mir meinen Blog so ansehe und ein Resumé der letzten Monate mache, dann muss ich feststellen, dass ich im Gegensatz zu früher, viel weniger Persönliches beschreibe, erzähle und verarbeitet. Falls ich es dann doch tue, hängt es meistens mit der Uni zusammen. Nun habe ich morgen Geburtstag und da bietet sich an etwas in sich zu blicken undüber die verlorene Jugend zu reflektieren. Heute istübrigens Freitag (06.06.08), aber ich komme sicher heute nicht dazu den Beitrag fertig zu schreiben und zu posten. Also seht ihr morgen, etwas von gestern. Praktisch, wie eine Zeitung und im Bezug auf die Aktualität, ein Widerspruch zum Internet. Aber auch hier dürfen semi-aktuelle Dinge von gestern stehen, irgendwann kommt es wieder in Mode. Ich bin jetzt bald 26 und kein bißchen Weise – oder eher kein bißchen Erwachsen. Ich habe mich ganz anders entwickelt, als ich einmal gedacht habe. Immerhin bin ich jetzt kein Informatiker, sondern ein von Technik faszinierter, an Menschen interessierter Historiker. Angehender Historiker. Ach Titel sind auch wirklich nur Schall und Rauch. Ich analysiere, verstehe und erkläre gerne Sachverhalte. Das ist was ich tue, mag und kann. Ich werfe gerne Fragen auf, auch die, die ich selbst nicht beantworten kann. Fragen helfen dabei sich weiter zu entwickeln und da es kaum noch natürliche Auslese gibt, brauchen wir eben Probleme und Lösungen, um voranzukommen. Wie gesagt, ich schreibe sehr wenigüber mich. Wahrscheinlich weil mich andere Dinge beschäftigen. Andererseits auch, weil die Dinge, die mich angreifen nicht durch schreiben gelöst werden können. Ich reflektiere immer noch viel. Zum Beispielüber die Probleme mit Sophie. Aber das sind nicht viele Probleme, sondern wenige mit einer ungebrochenen Kontinuität. So hilft im Moment nur weiter gegen Windmühlen zu kämpfen, auch wenn das nicht viel bringt. Manchmal muss man es einfach tun, egal ob es vieländert oder nicht. Auch wenn man damit Don Quijotes Pfad folgt, immerhin verzweifelt man nicht und bleibt stehen. Und sonst? Sonst nagt immer noch das Studium an mir, besser gesagt meine Arbeitswut. Ich mache gerne viel, ich kann viel machen, aber wenn es nicht viel sinnvolles zu tun gibt, kommen die Zweifel an mir. Natürlich kann man nicht immer nur das tun, was einem Spaß macht. Darum geht es nicht, herrje dann würde ich auch nie wieder was im Politischen Institut machen. Für mich braucht alles einen Sinn. 14 Stunden die Woche dazusitzen und intellektuell zu Schlafen, das hat keinen Sinn....

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Ich bin Deutschland

Wir erinnern uns alle an eine Kampagne, eine verunglückte Kampagne, die den Menschen ein gewisses Demokratieverständnis durch eine Identifikation mit dem Staat wiedergeben sollte. Wie so vieles andere, ist auch das gescheitert. Dabei hatte die Kampagne vor allem mit ihrer Grundaussage recht: Du bist Deutschland, ob Du willst oder nicht. Also komm mal klar mit deinem Leben und benimm dich wie ein verantwortungsvoller Mensch. Spätestens als wir dann Papst waren, war das Thema erledigt und mindestens so vom Tisch wie ein Kanzler mit dem Namen Beck. Aber darum geht es ja. Wir sind nicht nur alle etwas Bluna, sondern auch alle ein Teil von Deutschland. Es wäre zwar zu untersuchen, wie groß jeder einzelne Teil noch ist, aber nichtsdestotrotz bist du, bin ich, sind wir Deutschland. Wer das nicht sein möchte, gibt bitte seinen Pass und die Staatsbürgerschaft bei der nächsten Stadtverwaltung ab. Nein sowas kommt nicht in Frage, stolz lästern wir hinter vorgehaltener Hand oder angesetztem Bierglasüber allerlei Missstände und Ungerechtigkeiten. Dabei kommen Floskeln zu Tage, die vor Polemik und Irationalität so strotzen, dass sie sogar jeden Pressesprecher der Linken in die Schamesröte treiben würden. Das ist dann auch schon das Maximalmaß allgemein vertretener politischer Aktivität. Wobei ich nicht weiß, ob das viel besser ist als gar nicht zu wählen und die Politiker als Selbstläufer machen zu lassen. Dabei ist Politik eben nicht ihr Selbstzweck, sondern zum Beispiel im Fall der Regierung Mittel der Volksvertretung. Also sollen die da oben (wie es so schrecklich heißt) dich nach besten Kräften vertreten. Natürlich heißt das nicht, dass immer alles nach den eigenen Wünschen verläuft oder bei allem ein Vorteil entsteht, aber es heißt eben auch, dass deine Anliegen vertreten werden. Die Ansicht, die ich hier gerade vertrete, scheint außer mir kaum noch jemand zu haben. Nach einer ARD Umfrage titeln heute viele Medien, dass Beck nur noch 12% der Stimmen als Kanzler bekommen würde, Merkel hingegen 70%. Ich dachte immer, wir wählen Parteien und nicht Einzelpersonen wie in Präsidential-Demokratien, aber der gegenläufige Trend existiert schon lange. Ich will auch nicht auf die langweiligen Zahlen hinaus, sondern ein Nebensatz zu dieser Umfrage. Es wurde gesagt, dass die Angst der Deutschen steigt, das Geld wird knapper und das Vertrauen in die Demokratie wird immer schwächer. Die Aussage ist jetzt ganz unprofessionell ohne Quellenangabe, da ich sie unterwegs in der Bahn bemerkt habe. Viel wichtiger als Germany’s next Top Merkel ist die Aussage,...

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