Bundeswehr Marketing

Falls jemand Olnigg nicht kennt, hier ist die aktuelle Ausgabe zum Thema Age of Conan. Bei Olnigg handelt es sich um eine Satire, die sich mit MMORPGs beschäftigt. Ich mag Olnigg, aber ich finde die Beiträge nicht immer gut. Teilweise sind mir die Kritikpunkte selbst für eine Satire zu weit hergeholt, aber das wird durch seinen bissigen Stil und gute Wortwahl wieder ausgeglichen. Abgesehen davonübt er viel Kritik an den Niedrig-IQ-Spielern, versorgt sie aber direkt mit seiner Kolumne auf Buffed. Nun gut, meine Meinungüber Buffed ist auch sehr subjektiv. Aber ein Community Portal, das für WoW gegründet wurde, auch wenn sich die Zielsetzung nun verschoben hat, kann nicht gut sein. Der Beitrag zu Age of Conan ist wieder einer der besseren, finde ich. Die Kritikpunkte sind durchaus greifbar und besonders die Passagenüber den Schwierigkeitsgrad, die PreOrder und Funcoms Fehlermanagement gefallen mir.

Trotz den extrem simplen Quests, die in allen Stufen auf der Karte beschrieben werden, scheitert es an einem: der Benutzung der Informationen. Die meisten Spieler, Fragen eher im Chat nach:“Ey wo isn der Schmugler? Ich find hir nix, das voll gay.“ und zeigen damit ihre offensichtlichen Evolutionsdefizite, anstatt einfach mal auf die Karte zu gucken, wo ein fettes X die Stelle markiert. Andererseits fällt bei der Dichte an Fragezeichen im Chat nicht auf, dass man eventuell blöd ist und zweitens ist ein X als Markierung schlecht gewählt. Immerhin spiegelt das anscheinend die rechtsgültige Unterschrift der meisten Spieler wieder.

Aber mir geht es jetzt eher darum: Funcoms Fehlermanagement, Community Arbeit und Marketing. Wer schon mal versucht hat eine simple Ja/ Nein-Frage im Forum zu stellen, kennt das Problem. Antworten der Funcom-Offiziellen beinhalten immer ein Schlupfloch. Vokabeln und Satzbausteine wie „vielleicht..“, „lass dichüberraschen…“, „probier doch mal … das könnte dann vielleicht…“ oder immer wieder „nein, das hast du falsch verstanden…“. Sicher bei komplexen Antworten ist so etwas angebracht, aber doch nicht bei Fragen wie „Können Bärenschamanen Einhand-Waffen benutzen?“ oder vielleicht „Wo kann man Post versenden?“. Die Anzahl an verbalen Hintertürchen steigert sich in Relation zur Wichtigkeit des Themas. Bei den Diskussionen um die Early Access Problematik oder bei eventuellen Bugs, muss man den Sinn in den Beiträgen wirklich suchen. Alles in allem könnten diese Texte dann meistens auch von unmotivierten TV-Wahrsagern benutzt werden, sie müssten nur die Namen austauschen.

Andererseits hat das ganze auch etwas gutes. Auf der Suche nach dem Nährwert solcher Forenbeiträge fühlt man sich, wie in einem klassischen Fantasy Film, wo irgendein grenzdebiler, halbblinder Wahrsager eine Vision hat, nach dieser der Held wesentlich verwirrter war, als vorher. Aber ich denke genau da liegt die Taktik! Was haben viele bei der Bundeswehr gelernt? Täuschen, Tarnen, Verpissen! Und genau das ist es. Wie entgegnet man einer unangenehmen Frage am besten? Mit einer Gegenfrage oder einer soweit ausholenden Antwort, dass der Fragende schon wieder vergessen hat, was er wollte. Das dauert beim durchschnittlichen Spieler ungefähr 2,7 Sekunden.

Ein Beispiel:

Frage: Muss man mit dem Bogen etwas vorhalten, um die Gegner zu treffen oder reicht es immer mitzuhalten?

Antwort: Es ist nicht möglich, ein Quantenobjekt in einem Zustand zu präparieren, bei dem die Position und der Impuls beliebig genau definiert sind. Diese Unschärfe lässt sich als unmittelbare Konsequenz der Wellennatur der Materie in der Quantenphysik interpretieren.

Also Olnigg lesen, der Absatzüber Funcom ist eher wahr, als Satire.

.: Audioslave – Gasoline :.

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