Artikel von Mai 26th, 2008

Der König ist tot, es lebe der König

Es ist so weit, ein neues Zeitalter bricht an. Es gab eine Zeit, in der gab es gute MMORPGs und schlechte MMORPGs. Damals wuchs Loot noch auf den Bäumen und die Foren waren trollfrei. Nein nicht ganz. Aber irgendwie war alles weniger sinnlos beleidigend… denn dann kam World of Warcraft. MMORPGs wurden gleichzeitig massentauglich und behielten trotzdem noch die fesselnden (unter anderem auch sinnlos zwingenden) Elemente. Das Spiel war einsteigerfreundlich und simpel. Trotzdem hatte jeder zweite pubertierende Stumpen das Gefühl die Inkarnation Gottes gewesen zu tun. Denn nur er konnte vernünftig spielen, die Welt vom Dumpfsinn befreien und dabei ohne es zu Merken das Niveau weit unter den Gefrierpunkt sinken lassen.Und dann… dann war alles anders. Vanguard floppte mit dabei nicht zu unterschätzender Hilfe von Sony und Microsoft. Ein paar gingen zu Lord of the Rings Online und der Rest logte entweder fluchend für immer aus oder spielte weiter World of Warcraft. So wenige, waren es gar nicht, die weiter spielten. Immerhin hat World of Warcraft noch einen Kundenstamm von weitüber 9 Millionen Spielern. Natürlich sind das nicht nur sabbernde, pubertierende Evolutionsbremsen, sondern auch Anwälte (wobei deren Nutzen für die Evolution noch nicht geklärt ist), Väter, Sängerinnen und derörtliche Metzger. Diese fast 10 Millionen Menschen verbrachten die letzten Jahre am selben Ort, in anderen Sprachen und unter gleichgesinnten. Ein Großteil entwickelte einen ausgeprägten Tunnelblick und nahmen nur noch Dinge in World of Warcraft wahr und keine anderen Spiele. Darum bemerkten sie auch entweder die gute Konkurrenz gar nicht erst oder es scheiterte daran, dass das neue Spiel nicht genauso wie World of Warcraft war. Ich habe eine These zu Spielern oder im allgemeinen Menschen, die in einem statischen Umfeld Erfahrungen sammeln. Sie sehen das, was sie da erleben als Normalität an und haben Anpassungsschwierigkeiten an andere Systeme, je nachdem wie lange sie dem statischen Umfeld ausgesetzt waren. Egal was manüber World of Warcraft sagt, das Schlimmste daran war die Community. Dort wurden die Forentrolle nicht erfunden, aber jeder war irgendwie ein beleidigender, zickiger Troll. Unter diesem geistigen Inzest leidend, pflanzte sich das Verhalten immer weiter fort und Menschen mit einem gewissen Gemeinschaftssinn beschränkten diesen komplett auf ihre Gilde. Es war keine Community, sondern eine Gruppe von Menschen, die konkurierte, sich misstraute und zusammen eingesperrt war. Aber auch diese Spieler gehen vielleicht irgendwann mal fremd und spielen andere Spiele. Dort sind oft auch Foren und ihre Beiträge erkennt man oft...

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