Bob Marley gegen das Ende der Welt

Die Sache mit Filmkritiken ist, sie sind subjektiv. Man kann zwar Machart,  schauspielerische Leistung, Effekte, Story und das alles Bewerten, aber nach solchen Gesichtspunkten allein, kann man selten sagen, dass der einem selbst gefallen hat. Höchstens, dass er qualitativ gut gemacht war.

Wir haben gestern Nacht noch I am Legend im Kino gesehen. Der Keller stand unter Wasser und wir konnten nichts tun. Also haben die Ratten das sinkende Schiff verlassen und sind in die Stadt gefahren. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Ich kann verstehen, wenn sich an dem Film die Geister scheiden, aber für mich steht fest, dass I am Legend mir sehr gut gefallen hat. Kudos an den ehemaligen Fresh Prince für seine Leistung und die Entwicklungüber die letzten Jahre.

Ich habe vorher nicht vielüber den Film gelesen, weil ich mich immer gerneüberraschen lasse. Und es hat michüberrascht. Man darf I am Legend, finde ich, nicht in Dimensionen bewerten wie 28 Days Later (wobei 28 Days wesentlich näher dran ist als klassische Zombiefilme) oder Resident Evil: Extinction. Das ist ungefähr so passend, wie ein Vergleich von Universal Soldier II und Saving Privat Ryan.

Dabei ist die Thematik von I am Legend ist der von Resident Evil sehr nahe. Die Menschheit wird durch einen Virus fast ausgelöscht, dadurch werden die Infizierten mit einer barbarischen Vampir-Menschen Version ersetzen. Ganz normaler Zombie Splatter Alltag. Aber in dem Film geht es nicht darum Zombiehorden zu vernichten oder den Zuschauer möglichst lange mit Horrorszenen zu foltern. Es geht um die Geschichte von Robert Neville, der in New York zurückgeblieben ist, um ein Heilmittel zu finden. Es sage absichtlich nicht, dass es letztendlich nur um das Heilmittel geht, sondern viel mehr den Alltag vom letztenüberlebenden in New York City. Um seinen täglichen Kampf und den Willen weiter zu machen.

Neben ihm spielen noch drei wichtige Dinge eine Rolle: Sein Hund, die Hoffnung und Bob Marley. All das hilft ihm nicht den Verstand zu verlieren und weiter zu machen. Die Geschichte wird mit beeindruckenden und realistischen Bildern vom verlassenen New York untermalt. Natürlich gibt es auch klassische Hollywood Pathos & Tränen Momente, auch wenn sie sonst eher sauer aufstoßen, trugen sie hier zur Stimmung bei. Man kann (auch als Deutscher) ab und zu stolz auf etwas sein, schon etwas dicker auftragen und auch gewisse Tränen-Momente akzeptieren. Ja, auch wenn wir zu einem rationalen,ängstlichen, gefühlskalten Meckervolk gehören, dürfen solche Dinge sein und sind immer noch interessanter als unsere eigenen Filme.

Ich lege I am Legend jedem ans Herz, der eines hat und die im Moment moderne Routinekritik ein Mal abstellen kann. Der Film hat genug Schock, Krach und Herz, um seine Fehler wett zu machen. Allerdings glaube ich, dass bei dem Film viel Atmosphäre verloren geht, wenn man ihn nicht im guten (Heim)Kino sieht und Atmosphäre ist der wichtigste Teil an diesem Film.

 .: Bob Marley – I shot the Sheriff :.

4 Kommentare

  1. Dem kann ich nur beipflichten. Guckt ihn euch an, lasst euchüberraschen, schocken und vor allem bewegen. Mit so einem Film hätte ich nicht gerechnet, als ich mich in den Kinosessel setzte. Echt beeindruckend!

  2. … und er macht Lust, das Buch dazu zu lesen.

  3. Ups, jetzt hab ich das Layout zerstört

  4. Alles in Ordnung, wolltest Du nicht HTML lernen?

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