Psalm 23

In letzter Zeit habe ich sehr wenig geschrieben, weil sowohl der kreative Drang als auch die negative Energie einfach nicht die kritische Masse erreicht haben. Irgendwann ist wohl das Maß voll. Ich habe in letzter Zeit alles erledigt, von Frühjahrsputzüber Aktenberge und Abrechnungen bis hin zum Anfang meiner Hausarbeit. Es war in den letzten Jahren nie so viel erledigt und so viel selbstgeschaffener Freiraum. Trotzdem ist die Anspannung groß, die Verzweiflung am Wachsen und die Ratlosigkeit gigantisch.

Ich wünsche mich auf einen großen Berg mit schneebedeckter Spitze. Der Sturm reißt den Vorhang aus immer fallenden Eiskristallen auf und enttarnt mich, wie ichüber einen Hang auf die Zivilisation schaue. Die Luft ist klar und frostig, aber die klirrende Kälte in meinem Gesicht wird durch die Wärme meiner Kleidungüberstrahlt. Hier stehe ich und gehe meinen Gedanken nach, die es noch viel wilder Treiben als all die Flocken um mich herum.

So ein Berg ist auch das Mindeste was so ein verkorkster Geist, wie ich, braucht, um etwas Abstand zu gewinnen.

Warum sind Menschen nicht wie Maschinen? Präzise, einfach und korrekt. Entgegen der allgemeinen Meinung tun Computer genau das, was man ihnen sagt. Das Problem liegt eben nicht an der Dummheit der Computer, sondern daran, dass man sich nicht klar genug ihnen gegenüber ausgedrückt hat. Wobei entweder der Programmierer, der dem Computer beibringt, wie etwas funktioniert oder der Anwender beim Stellen der Aufgabe, Mist gebaut hat.
Computer sind so Präzise, dass man ihnen weder Dummheit vorwerfen noch Intelligenz nachsagen kann. Sie tun einfach nur, was sie sollen; und das 1 : 1. Menschen sind da anders. Selbst, wenn sie versuchen zu tun, was man ihnen sagt. So hat jeder Mensch seine eigene Programmiersprache. Jeder interpretiert jedes Stück Code ein wenig anders. Es liegt an beiden Parteien eine gemeinsame Sprache zu finden. Definiert eure Variablen und geht darauf ein.

Menschen und Maschinen haben doch Dinge gemein, zumindest im Ansatz zur Problemlösung. Bloß Menschen haben zusätzlich noch einen undefinierten Faktor, der uns zu dem macht, was wir sind. Es sind die Gefühle, die meistens auch der Grund für die verschiedenen Sprachen sind. Sie machen alles kompliziert und chaotisch, aber genauso schön. Bei all der vorgespielten Weisheit in diesem Beitrag, bleibt meine Frage aber offen. Wie bringt man jemanden dazu zu reden und vor allem kontinuierlich den Code zu interpretieren.

Wenn ich behaupten würde, dass mein Vertrauen in mich unerschütterlich ist, dann wäre ich auf dem Weg zum nächsten Münchhausen. Aber an Tagen wie diesen, wird alles was in mir schlummert wieder aufgeweckt. Ich bin nicht unter die Christen gegangen, aber die folgenden Worte strahlen für mich Kraft aus. Auch wenn ich anmaßend den Herrn damit nicht meine, sondern eher mich selbst.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

In diesem Sinne und so:

Do Until alife = FALSE;
breathe;
Loop;

.: Rise Against – Swing Life away :.

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