Artikel von November 22nd, 2006

Hexenjagd

Hexe! Hexe! So hallen noch die Rufe der „Hart aber Fair“-Diskutanten in meinem Gedächtnis nach. Ich bin nur einer von vielen, die sich in den letzten Jahren, wieder verstärkt in den letzten Tagen, für ihre Lebensweise verantworten müssen. Das fällt mir komischerweise leichter als sonst, vielleicht weil ich als kleine Erinnerung letzte Woche den Bruchteil einer Sekunde klinisch tot war und das mehr oder weniger Freiwillig (Gallen-OP). Internetnutzer, rechnergestütze Spieler und Schwarzträger sind wieder im Rampenlicht. Es geht natürlich um den Amoklauf des Schülers Sebastian/ ResistantX in Emsdetten. Ich kann seine Tat nicht gut heißen, aber was ich von ihm sehe und lese läßt mich verstehen warum es soweit gekommen ist. Ich kann nachvollziehen wie ein Mensch ohne Hoffnung, voller Schmerz nur noch Rache spüren kann bis er unter diesem Druck bricht. Dieser Punkt X, wie er es beschreibt ist nun seit ein paar Tagen vergangen. Mich macht es traurig, daß solchen Menschen keine Perspektive geboten wird. Mich macht es wütend, daß unter vorgespielter Professionalität alte Lösungen als besser verkauft werden. Es wird wieder der alte Topos vom dunklen, introvertierten Mantelträger vermittelt, der seine elektronische Welt sowohl als Trainingsplatz als auch als Fluchtort genutzt hat. Diese Spiele verschlimmerten seine Probleme nicht nur, sondern verursachten diese auch zum großen Teil. Die Diskussionsrunde in „Hart aber Fair“ war ein kunterbunter Haufen. So kunterbunt wie die Farbtöne von Sand bis Muschel. Schon der Eingangskommentar des teilnehmenden Lehrers, er habe einen Schüler, der Kleidungstechnisch ins Muster paßt, stellte klar dar, woran man Amokläufer erkennt. Musik, Kleidung, Hobbys. Der Plage der gewaltbereiten Jugendlichen kann man natürlich nur Herr werden, wenn man eben gefährliche Musik, Kleidung und Hobbys verbietet. Zum ersten mal seit bestehen dieser Diskussion wurde eine Art einsichtige Vernunft vorgetäuscht, indem immer wieder betont wurde, wie unzureichend und einfältig es doch sei, etwas einfach zu verbieten. Leider sind alle Ersatzmethoden erst langfristig wirksam, kompliziert und wahrscheinlich auch haushaltstechnisch unbequem. Nur stellt sich dann die Frage: „Wer entscheidet was vaterlandstauglich ist?“ Die beiden Diskutanten, sowohl der Tatort Schauspieler Josef Bausch-Hölterhoff als auch der diskussionsignorante Aggressionstherapeut Dr. Michael Heilemann, scheinen mir keine gute Wahl. Ich hoffe auch nicht, daß jemand des „Hart aber Fair“ – Teams den Job bekommt. In einer MAZüber gewalttätige Spiele das Paradebeispiel Counterstrike dargestellt wie eine Splatterszene aus SAW II, in der manüber die zerfetzten Leichen seiner Feinde steigen kann. Schade nur, daß es darum weder in Counterstrike geht noch, daß...

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more amok linkage

http://www.welt.de/data/2006/11/20/1118193.html http://www.pcgames.de/?article_id=527561 http://www.spreadshirt.net/shop.php?op=article&article_id=3948715#top...

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