Hungersnot

Sonntag wollte ich einen Beitrag darüber schreiben, wie meine Artikel sich verändert haben. Ich schreibe fast nur nochüber mich und kaum nochüber Gott und die Welt. Ich habeüberlegt wie das denn kommt, aber während dieserüberlegung entschloß ich mich dazu, lieber Essen zu gehen.

Leider sollte ich dann nicht mehr zu meinem Beitrag kommen. In der Nacht bekam ich wieder meine Bauch-Magen-was-auch-immer Krämpfe. Dieses Mal hörten sie leider nicht mehr auf. So landete ich erst beim Arzt, der mir eine sehr hohe Dosis Schmerzmittel gab; und dann mich, während mein Körper diese Dosis ignorierte, ins Krankenhaus einwies.

So landete ich im Clementinenstift auf der List. Die Mitarbeiter in der Notaufnahme waren klasse. Sehr freundlich, bemüht und eine würdigte sogar meine tollen Schuhe. Es wurde diagnostiziert, daß ich einige Gallensteine habe und das schon in meinen jungen Jahren. Der Streß fordert wohl seinen Preis. Also raus mit der Gallenblase.

Das sollte Dienstag oder Mittwoch gemacht werden. Die genauen Details wollte ein Arzt noch Montag mit mir absprechen. Obwohl ich nach diesen Krämpfen Essen immer ganz normal vertragen habe, wurde ich auf Diät gesetzt. Sie müssen das so machen, weil alles andere nur ein Arzt entscheiden kann. Leider kam kein Arzt am Montag. Weder wurde mir gesagt wann ich operiert werde noch was mit meinem Essen ist. Also gabs weiterhin 4x Zwieback mit Tee. Ich darf nicht einmal Wasser trinken. Wenn meine Zwischenprüfung in Politik schon drauf geht (und das tut sie gerade), will ich schon etwas dafür bekommen und wenn es nur Essen ist.

Die Nachtschwester war wenigstens super. Meine Freundin durfte hier schlafen und so war ich wenigstens nicht allein. Aber hungrig. Und giftig. Genau dieses Giftgrundniveau steigerte sich heute, am Dienstag, noch etwas. Als ich aufwachte durfte ich weder essen noch trinken, weil nicht klar war, ob ich operiert werde, da sich immer noch kein Arzt hat blicken lassen. Gegen 10 Uhr kam eine strahlende Schwester vorbei und brachte mir… Tee und Zwieback. Der steht hier jetzt immer noch. Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken mich ausweisen zu lassen und das ganze in der MHH durchzuführen. Da habe ich wenigstens schon gute Erfahrungen gemacht. Als meine Freundin, die hier wirklich super süß und tapfer meine schlechte Laune aushält, nach Hause fuhr, um die Katzen zu füttern, spielte ich laut mit dem Gedanken der Ausweisung. Prompt wurde mir bestätigt, daß ein Arzt jetzt angepiept wurde und bald da sei. Das war vor einer Stunde. Wenn er mich mit den Worten: „Entschuldigung, ich war noch  Essen.“ begrüßt, ist er Mett. Ich geh wieder schlafen, ich hab meine 16 Stunden noch nicht ganz voll.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: