Artikel von November, 2006

Hexenjagd

Hexe! Hexe! So hallen noch die Rufe der „Hart aber Fair“-Diskutanten in meinem Gedächtnis nach. Ich bin nur einer von vielen, die sich in den letzten Jahren, wieder verstärkt in den letzten Tagen, für ihre Lebensweise verantworten müssen. Das fällt mir komischerweise leichter als sonst, vielleicht weil ich als kleine Erinnerung letzte Woche den Bruchteil einer Sekunde klinisch tot war und das mehr oder weniger Freiwillig (Gallen-OP). Internetnutzer, rechnergestütze Spieler und Schwarzträger sind wieder im Rampenlicht. Es geht natürlich um den Amoklauf des Schülers Sebastian/ ResistantX in Emsdetten. Ich kann seine Tat nicht gut heißen, aber was ich von ihm sehe und lese läßt mich verstehen warum es soweit gekommen ist. Ich kann nachvollziehen wie ein Mensch ohne Hoffnung, voller Schmerz nur noch Rache spüren kann bis er unter diesem Druck bricht. Dieser Punkt X, wie er es beschreibt ist nun seit ein paar Tagen vergangen. Mich macht es traurig, daß solchen Menschen keine Perspektive geboten wird. Mich macht es wütend, daß unter vorgespielter Professionalität alte Lösungen als besser verkauft werden. Es wird wieder der alte Topos vom dunklen, introvertierten Mantelträger vermittelt, der seine elektronische Welt sowohl als Trainingsplatz als auch als Fluchtort genutzt hat. Diese Spiele verschlimmerten seine Probleme nicht nur, sondern verursachten diese auch zum großen Teil. Die Diskussionsrunde in „Hart aber Fair“ war ein kunterbunter Haufen. So kunterbunt wie die Farbtöne von Sand bis Muschel. Schon der Eingangskommentar des teilnehmenden Lehrers, er habe einen Schüler, der Kleidungstechnisch ins Muster paßt, stellte klar dar, woran man Amokläufer erkennt. Musik, Kleidung, Hobbys. Der Plage der gewaltbereiten Jugendlichen kann man natürlich nur Herr werden, wenn man eben gefährliche Musik, Kleidung und Hobbys verbietet. Zum ersten mal seit bestehen dieser Diskussion wurde eine Art einsichtige Vernunft vorgetäuscht, indem immer wieder betont wurde, wie unzureichend und einfältig es doch sei, etwas einfach zu verbieten. Leider sind alle Ersatzmethoden erst langfristig wirksam, kompliziert und wahrscheinlich auch haushaltstechnisch unbequem. Nur stellt sich dann die Frage: „Wer entscheidet was vaterlandstauglich ist?“ Die beiden Diskutanten, sowohl der Tatort Schauspieler Josef Bausch-Hölterhoff als auch der diskussionsignorante Aggressionstherapeut Dr. Michael Heilemann, scheinen mir keine gute Wahl. Ich hoffe auch nicht, daß jemand des „Hart aber Fair“ – Teams den Job bekommt. In einer MAZüber gewalttätige Spiele das Paradebeispiel Counterstrike dargestellt wie eine Splatterszene aus SAW II, in der manüber die zerfetzten Leichen seiner Feinde steigen kann. Schade nur, daß es darum weder in Counterstrike geht noch, daß...

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more amok linkage

http://www.welt.de/data/2006/11/20/1118193.html http://www.pcgames.de/?article_id=527561 http://www.spreadshirt.net/shop.php?op=article&article_id=3948715#top...

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Sündenböcke 2

Nur noch mal was lesenswertes zum Thema. Telepolis 1 Telepolis 2 Spiegel Die Mär der Map .: My Chemical Romance – I’m not okay...

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Sündenböcke

Ich schreib mal mehr, wenn ich wieder auf dem Dampfer bin. Langsam wird das alte Opferlamm des anarchistischen Kommunisten-Nazis durch den neuen Typus des Satans-Goth-PCSpieler-Schüler abgelöst. Ich trageübrigens auch Schwarz und spiele PC. Ich habe bestimmt nur Gallensteine wegen schädlichem Satanismus. …Nähe zum Satanskult… http://www.n24.de … Der Täter habe einen knielangen schwarzen Mantel getragen, der von innen rot gefüttert gewesen sei…...

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Krankenhaushorror

Jetzt sind inzwischen fast 48 Stunden vergangen und der Arzt war auch irgendwann da. Die Betonung liegt auf „irgendwann“. Wenigstens war er freundlich, genau wie der Anästhesist, der später kam, und sich eine Menge Zeit nahm. Leider wurden die Schwestern immer unfreundlicher bis auf eine relativ nette Semi-Goth-Tittenmaus, die sich auch gerade für meinen Laptop interessiert und den Satz zum Glück nicht gelesen hat. Inzwischen bin ich sogar operiert, aber zu dem Punkt kommen wir später. Wir waren stehen geblieben bei der Krankenhaushungersnot, die sich bald in Krankenhaushorror umwandeln sollte. Der Arzt erlaubte mir im Laufe des Tages: „Alles außer ein gegrilltes Steak.“ In freudiger Erwartung, begrüßte ich eine, der langsam freundlickeitsdegenerierten Schwestern, und sie brachte mir Zwieback. Irgendeine Sicherung in mir war gerade am rausspringen, als sie mir dann sagte, daß ich auf einmal keinen Hagebuttentee mehr haben könne, weil der zu schlecht für mich ist. Komischerweise habe ich den Tee, den ganzen vorherigen Tag, getrunken. Nachdem ich mich etwas energisch darüber wortentleert habe, daß hier keine Schwester weiß was die andere tut und jede ihre eigenen Regeln aufstellt, wobei man sich vorkommt, wie mit einem multipersonalen Alzheimerpatienten. Aber wäre nicht fair alleüber einen Kamm zu scheren, weil einige der Schwestern wirklich nett und bemüht sind. Wie die, die mir gerade gesagt hat, daß ich Blähungen in der Schulter habe. Ja ihr hört richtig. Gestern wurde ich für die OP in ein künstliches Koma versetzt. Ich wurde künstlich beatmet und mein Bauch wurde mit Luft ausgepumpt. Diese Luft verursacht jetzt nicht nur Schmerzen im Bauchraum, sondern zieht sich auchüber den Rücken bis in die Schultern. Darum habe ich jetzt Tabletten gegen Blähungen bekommen, die das beheben sollen. Mal schauen. Ich hatte wirklich Angst vor der OP. Nicht direkt vor dem Eingriff, sondern vor dem künstlichen Koma. Ich habe aufgehört zu atmen und mußte das einer Maschineüberlassen. Außerdem waren mir natürlich die möglichen Nebenwirkungen zu wider. Halsschmerzen,übelkeit, Schwindelgefühl, ein Schlauch im Bauch zum Flüssigkeitstransport. Aber nein, nichts dergleichen sollte ich bekommen. Die Betäubung und alles habe ich sehr gut weggesteckt und ich bin 3 Stunden nach der OP schon wieder rumgelaufen. Irgendwie macht mich das schon etwas stolz, weil ich mir wegen meiner Schmerzen immer wie ein Weichei vorkam. Das hier ist jetzt die Bestätigung, daß es kein kränkeln war. Mehr noch, sogar daß ich eine Menge aushalte und zumindest was so was angeht, hart im Nehmen bin. Ganz...

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