Artikel von Oktober, 2006

Narrengold

Vor ein paar Monaten hätte ich diesen Eintrag so begonnen: Es ist mitten in der Nacht und ich schlafe nicht, weil ich Dir tausend Gedanken schick… – Die Toten Hosen: Herz brennt. Aber die Zeitenändern sich wohl, so wie sich alles einfachändert. Es ist nicht alles Gold was glänzt und manchmal ist eine Ente einfach nur eine Ente, eine Ente. Verwirrt? Ich auch und vorallem desillusioniert. Ich müßte eigentlich schon schlafen, aber ich bin gerade erst nach Hause gekommen. Es gibt nur wenige Dinge, die mich vom Schlafen abhalten. Da weder die Uni noch ein Spiel daran Schuld hat, ist es wohl die Familie oder eine Frau. Die Familie ist es jedenfalls nicht. Alle, viel zu sehr umhütete, Solidarität bei Seite gelassen, frage ich mich warum ich mir immer so viel mühe gebe. Gut sie tut das auch (da ist sie ja wieder, die Solidarität), aber nie wenns wichtig ist. Ich habe mal gesagt, daß die Gründe für eine Tat genauso wichtig sind, wie die Tat selbst. Manchmal sind Taten aber so fucking annoying, daß I don’t give a damn about it. Wie schnell man doch von zu viel Mühe geben auf jetzt nicht, reden wir wann anders drüber kommt. Es kommt wohl immer darauf an, wie selbstverständlich und sicher man für den Anderen ist: Mühe motiviert durch Liebe und nicht aus Angst, ist wohl eine meiner falschen Vorstellungen. Liebe ist eine sehr gefährliche, mächtige und große Sache. Es gehört schon eine menge Energie oder so wie das meistens läuft eher Bösartigkeit dazu eine Wolke Sieben zu erschaffen. Wolke Sieben und Mount Doom liegen wohl nah beeiander oder vielleicht auchübereinander. Die Wolke ist wohl nur der gesammelte Rauch der Armee der Finsternis. Deswegen ist auch der Absturz so verhängnisvoll. Was soll euch dieses Assoziationskette sagen. Liebe tut weh, Liebe und Hass liegen nah beeinander, jeder hat Angst enttäuscht zu werden, jeder macht Fehler. Aber man sollte sich trotzdem trauen Entscheidungen zu finden und vorallem: Verdammt noch mal redet miteinander. Nicht morgen, nicht bald, sondern jetzt. Selbst wenn sie / er morgen noch da ist, weil sie/ er an euch hängt, tut es verdammt noch mal weh! Aber dann wundern, wenn irgendwer verletzt zu Boden geht. Außerdem wer sagt euch, daß einer von euch zu entscheiden hat, ob es ein Morgen gibt? .:  Disturbed – The Game...

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Akademiker

Öfters mal was neues. Ich habe heute nach fünf Semestern das erste Mal den Bus zu Uni verpaßt. Da bleibt Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Denkt euch einfach dieüblichen einführenden Entschuldigungen. Ich habe leider viel um die Ohren. Es stellt sich mir mal wieder die Frage nach der Art und Weise der Durchführung meines Studiums. Ich habe mich damals entschieden für Wissen zu Studieren, weil ich Wissen, wirkliches Wissen als kostbar ansehe. Das mag zwar im Gegensatz zu meiner ausgiebigen Spielerei und unkonventionellen Arbeitsweise stehen, aber das sieht nur so aus. Ich möchte das tun, was mir im Leben wichtig ist und suche ständig nach einer Rechtfertigung dafür. Warum? Weil ich so, wie ich bin, nicht homogen mit dem gesellschaftlichen Idealbild bin. Dabei würde sich erst einmal die Frage stellen, wer denn ein gesellschaftliches Ideal definiert, und ob man als Teil der Gesellschaft nicht das Recht hat sein Ideal selbst zu definieren. Die Gesellschaft ist die Summe der Individuen. Obwohl ein allgemeines Leitbild von der präsentesten oder kulturell einflußreichsten Gruppe gebildet wird, fließt auch das ankantende, rückgradlose oder radikale Individuum mit ein. Man hinterläßt immer eine kleine Kerbe im Ganzen und schafft durch die Konfrontation mit einem Ideal ambivalente Erfahrungen bei allen Beteiligten. Also traut man sich Individuum zu sein, trägt man seinen Teil zur Schaffung und Veränderung eines Idealbildes bei. Frei nach einem risikoreichen Trial and Error verfahren. Praktisch der Bruteforce Angriff auf die Formel für das perfekte Miteinander. Das bedeutet scharf gesagt, daß auch Mörder ihren Platz in der Gesellschaft haben. Sie haben uns gezeigt warum eine solche Handlung schlecht und zu verurteilen ist. Das führt uns zum nächsten Schritt. „Verurteilen“ bedeutet, daß zwar jedes Individuum auf eine Weise zur Veränderung oder Bestätigung eines gesellschaftlichen Ideals beiträgt, aber dieses Individuum seine Handlung damit nicht rechtfertigen kann. Des Weiteren müssen wir das gesellschaftliches Idealbild und die gesellschaftliche Realität mit der nötigen Trennschärfe betrachten. Damit meine ich, daß wenige wirklich ein Ideal erreichen, weil es nicht in ihren Möglichkeiten steckt. Andere aber streben diese Ideale auch gar nicht an. Damit kommen wir auch endlich zum Ende des einleitenden Komplexes. Warum sollte man Idealbilder anstreben? Selbst als Individuum wider aller Norm, leistet man seinen teil zu einem veränderten Ideal bei. Sofern auch nur ein einziger Mensch die Existenz eines anderen Berührt, nimmt er einen, wenn auch mikroskopischen, Einfluß auf sein Leben. Jeder sollte den Weg gehen, der ihn glücklich...

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Schwere Geschütze

Seufz, ich komme mit dem Schreiben nicht mehr hinterher. Nicht mal mit dem Denken. Im Moment passiert eines nach dem Anderen und ich habe gerade zu Zeit zum Atmen und zum Kuscheln. Also allen denen ich es noch nicht gesagt habe, ich bin wieder Gesund. Der Test um den es ging war ein HIV Test. Die Anzeichen sprachen dafür, daß ich eine starke Immunschwäche habe und da war das natürlich der erste wahrscheinliche Schuldige. Nun dem war aber nicht so, ich hatte einfach Pech. Gut gut. Das Glück schon mal im Sack gings weiter. Eigentlich wollte ich sowohl gestern als auch heute damit verbringen den liegen gebliebenen Kram zu verarbeiten und endlich mal die ganzen Beiträge hierfür tippen. Nein – mal wieder falsch gedacht. Gestern hab ich den Tag mit dauerdiskutieren verbracht, weil ich mich wie ein Depp benommen hab und die Deppengene in anderen Menschen angesprochen habe. Heute gings dann anders runter. Tiffy wurde angefahren und ich bin heute Nachmittag dann mit ihr zum Tierarzt. Es ging ihr soweit gut. Leicht betäubt, garantierte Kopfschmerzen, aber das Auge hat was abbgekommen. Nach zwei Stunden Wartezeit kam ich dann dran. Neben Glückwünschen für meinen gelungen Studiengang unterbreitete mir, daß Tiffy ein Hematom im Auge hat. Das müßte sofort behandelt werden, sonst könnte sie Blind werden. Leider ist die nötige Salbe sehr selten in Gebrauch und deswegen nirgends auf Lager. Nicht beim Tierarzt und nicht bei drei Apotheken. Morgen bekomme ich die Salbe, wodurch der Tagesablauf wieder durcheinander ist. Morgen kann es nur leider schon zu spät sein. Ich hoffe das Beste und das wird schon noch klappen. .: Ignite – Fight...

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Vier Tage Hölle

Es ist das hier jetzt das Ende aller Tage für mich? Diese Frage wird die nächsten Tage meine Begleiterin sein. Vorgestern habe ich mir ein schönes, kleines Moleskine Notizbuch gekauft. Ich liebe gutes Papier, darum konnte ich nicht anders. Sehr zum leidtragen meines Portemonais. Das geht aber kaputt, also wird es nicht mehr lange leiden. Gestern begann ich das Notizbuch mit einemähnlichen Eintrag wie diesem hier. Der Anfang eines guten Buches, einer guten Geschichte, läßt Freiraum für Phantasie und Möglichkeiten. Sehr treffend also, stellt sich mir seit gestern die Frage: Soll das hier das Ende sein? Ich hoffe nicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt und sie wird nicht vorbei sein, wenn ich Montag meine Bluttestergebnisse bekomme. Ich habe Angst, aber Angst läßt sich nicht vermeiden. Man kann entweder vor ihr davon laufen oder ihr entgegentreten. Ich wußte nicht, was ich machen soll. Ich wollte weglaufen, wollte leiden dürfen, mich ausruhen und spüren wie sich andere, um mich sorgen. Ich wollte mich wichtig und nicht vergessen fühlen. Dann sah ich heute durch Zufall ein Bild von jemandem und dachte eingebildet:“Ha! So ein Spack. Mwahaha.“ Ehrlich gesagt denke ich das immer noch. Mensch das war aber auch ein Depp. Nein – ich schweife nicht ab, ich glaube das war eine Art Selbstfindung durch Anschauung. Ich sage selten, daß ich besser bin als jemand anderes, weil ich nicht daran glauben will, daß es bessere und schlechtere Menschen gibt. Jeder Mensch hat seine Vorteile und Nachteile, jeder hat Fehler und Schwächen. Trotzdem muß ich zugeben, daß ich mich, meine Freunde und auch sogar meine Feinde in vielen Dimensionen besser, fähiger und lebender als andere Menschen finde. Also denke ich ganz dreist, daß der Kerl, dessen Namen aufgrund vergangener Ereignisse ich hier nicht nennen darf, entweder eine Verschwendung genetischem Materials oder eine nicht genutzte Quelle durchschnittlichem Tierfutters ist. Und das sagt mir jetzt was? Das ich mich nicht auf der Liebe und Freundschaft der Menschen, die mir wertvoll sind, ausruhen will. Ich renne nicht vor der Frage weg, ob mein Leben ab Montag einen geringeren Horizont hat. Ich sehe bei all dem was ich durchgemacht, was ich geschafft habe und allem wofür ich stehe nicht ein genau jetzt meinen Mut zu verlieren wo ich ihn am meisten brauche. Ich habe eine wundervolle Freundin und glaube daran, daß mir ein gutes Leben bevorsteht. Angst wird immer ein Bestandteil davon sein, aber mein Mut wird mich nicht...

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Liebe ist…

…manchmal auch ein Grund für Kopfschmerzen. Ohne gute, keine schlechte Seite. Richtig, das Leben ist kein Ponyhof. Somit wäre dann die Quote an leeren Weißheiten auch erfüllt. Manchmal hilft eben nichts weiter. Wenn man sich liebt, heißt das für mich, daß man sich so liebt wie man ist. Mit den guten und den schlechten Seiten, das Ganze, das man ist. Wir sind (fast) alles Menschen und als solche eher nicht perfekt. Ich erwarte von niemandem Perfektion. Ich erwarte, daß der Mensch ist, der man ist. Perfektion anzustreben ist zwar ein ambitioniertes Ziel, aber man sollte von sich selbst und von anderen eben diese nicht erwarten. Besonders Gefühle sind weder einfach noch perfekt. Sie sind menschlich, genau wie ich hoffentlich ein Mensch bin. Ich habe gute und schlechte Tage, ich mag Dinge genau wie ich Andere nicht leiden kann. Das ist einfach so im Leben. Das macht den Charakter aus und dazu gehören eben auch negative Dinge. Ganz ehrlich, ich brauche das auch. Man muß sagen können, wenn man etwas nicht mag, wenn man etwas nicht haben will oder eine Sache grundsätzlich schlimmer ist als das Abwasser von Mexico City. Aber das heißt doch nicht, daß jedes Mal gleich in Gefahr steht, daß ich jemanden nicht mag. Es gibt so viele Gründe Dich zu mögen, so viele Briefe zu schreiben und so viele Filme zu drehen – wenn ich mein Leben lang damit weiter machen würde, könnte ich vielleicht alles zeigen, das ich mag. Das geht nun mal nicht, dafür muß man etwas anderes: Glauben und Vertrauen. Ich glaube an Dich, ich glaube daran, daß Du ehrlich bist und zu mir stehst. Selbst wenn ich nicht perfekt bin. Du bist, so wie Du bist, mehr als ich mir wünschen konnte. Ich kann Dir das jeden Tag zeigen, aber Du darfst nicht immer daran zweifeln. Ich möchte die Zeit genießen, mit Dir leben und Dich zum Lachen bringen. Aber so ist das härter als es sein müßte. Ich bin zu müde, um etwas sinnvolles zu machen und zu wach zum schlafen. Ich grübel vor mich hin, ob jetzt jedes negative Gefühl verstecken soll oder Dir das Leben schwer mache. Keines von beiden ist die richtige Option, so bleibt mir also nur das Grübeln. Die Nacht ist noch jung und Schlafen habe ich gerade gestrichen. Ich liebe Dich doch und zeige Dir das so oft mit jedem Wort, das ich finde. Jeder...

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