Treffen der Generationen

Etwas geschockt, aber trotzdem in einem Stück, sitze ich hier und habe gerade meine Wein-Phase beendet. Nein, nicht heulen, sondern Wein trinken. Ich wäre ja mehr für Met gewesen, aber ich habe nur noch eine Flasche und die will ich für ganz harte Momente aufheben oder mit Sophie teilen. Ich bin ja immer dafür neue Erfahrungen zu machen, also macht sich meine weibliche Seite geradeüber Julia’s Nutelllaglas her. Ich hoffe sie ließt das nicht. Also Nutella ist ja schon ganz klasse, aber ich würde jetzt gegen eine Salami tauschen und mir sowieso lieber Roastbeef aufs Brötchen legen.
Nun was ist eigentlich los?
Nichts handfestes. Ein bunter Cocktail aus vielen mehr oder kleinen Dingen garniert um eine große Sache. Die große Sache wäre dann ich, die Sonne meines Lebens, der Mittelpunkt meines Universums ;-). Ich bin damit beschäfftigt alle Bereiche, Erinnerungen und Gefühle meines Lebens in ihrem Orbit zu halten. Das funktioniert leider nicht, weil ich höchstens der Mittelpunkt meines Lebens bin, aber niemals der Mittelpunkt des Lebens.
Ich bin sauer und frustriert, daß ich nicht aufs Gildentreffen kann, ohne selbst etwas verbockt zu haben. Andere haben es mir versaut und Machtüber mein heiliges Leben ausgeübt. Aber so ist auch das. Im Leben ist nichts heilig, nichts unberührbar, nichts sicher – auch nicht das Leben selbst.
Im Moment gewinne ich wieder viel meiner alten Kraft zurück. Mit jedem Level, das ich in WoW mache, mit jedem Tag, indem ich mich mit mir und anderen auseinandersetze und mit jedem einzelnen Atemzug, den ich gegen alle Widrigkeiten tätige, steigt meine Kraft wieder an. Es bringt mich zwar einiges runter, aber es gibt nicht viel was meine Existenz bedrohen kann.
Ich habe jemandem gesagt, daß ich nicht kämpfen werde, weil ich es dieses Mal nicht kann. Ich habe mich wohl geirrt. Der Tag an dem ich nicht Kämpfen kann war noch nicht da und wird noch lange nicht kommen. Aber gelegentlich kommt die Melancholie. Gelegentlich? Öfter als ich zugeben will! Das bin eben ich. „Ja das ist wieder einer dieser Abende, wo ich sie vermisse…“ mit diesen Gedanken ging ich ins Schlafzimmer staubsaugen. So ist das eben: Vergangene Liebe und Hausarbeit. Das eine führt manchmal zu dem anderen. (Nein das ergibt keinen tieferen Sinn, außer für Ebi&Regen, die jetzt bestimmt daran denken ihre Freundinnen als Putzfrauen zu benutzen). Obwohl putzende Frauen natürlich etwas für sich haben.. 😉 Äh Themenwechsel bevor ich 80% meiner Leserschafft verliere, nachdem ich schon die Grammatikfetischisten mit mangelnder Rechtschreibung zum Nervenzusammenbruch getrieben habe.
Wie dem auch sei bewegte ich meinen „süßen Arsch“ (die Urheberin dieses Zitates will unbekannt bleiben. Oder ich habe mir das ausgedacht.) Richtung PC, um beim Studiverzeichnis rein, um ein Geburtsdatum nachzuschauen. Wonk! Da traf mich ein Hammer. Anstatt kleiner Sterne schwirrten Erinnerungen im fröhlichen Veitztanz um mich herum. Als ich wieder klar sehen konnte, bekam ich den zweiten Hammerschlag ab. Klassisches Doppel. Zwischen die Augen und in die Eier. Zum Glück habe ich einen ziemlichen Dickschädel und Eier aus Stahl. (Ich habe mindestens 1,5 Promille, ignoriert mich). Nunja was mich traf war die geballte Frauenpower. Nein, nicht die Spice Girls, sondern gute und schlechte Erinnerungen wie sie wirklich niemand sonst auslösen kann. Als erstes sah ich Becci, die sich meine Seite angeguckt hat und als zweites sah ich Nayna. Zum Glück fehlte der letzte Teil des infernalischen Trios bittersüßer Erinnerungen. Zwei der Top drei Menschen, die mich zu dem gemacht haben was ich heute bin, schauten noch mal auf eine Visite in mein Leben vorbei. Nur am Rande, als wäre es eine Art Erinnerung daran warum ich bin was ich bin. Nayna habe ich angeschrieben.. Becci hab ich unter den Tisch fallen lassen. Mal sehen was passiert.
Sonja war zum Glück da, zum besten Zeitpunkt wie immer. Ich wurde erinnert an was ich bin. Was bin ich? Stark. Ich bin jemand geworden der seinen Weg geht, auch wenn das manchmal so aussieht, als wäre ich eine kleine, weinende Socke. Wer sich dem Gedanken hingibt weiß nichtsüber mich. Ich wachse an jeder Konfrontation, lerne aus Fehlern und gehe weiter, um es besser zu machen. Das ist genau was ich immer tun werde. Meinen Weg gehen und auf ihm wachsen. Auch, wenn ich im Moment vielleicht eher Traurig bin und mich solche Hammer wie vorhin treffen und durchaus zum Nachdenken bringen. Aber so bin ich, so und nicht anders und nur weil andere Menschen von traurigen Erinnerungen schwach und verletzt werden, ist es bei mir noch lange nicht so. Diese Erinnerungen gehören genau wie jede gute zu dem was ich heute bin.
Ich denke gerne an alte Zeiten, vermisse sie, wünsche mich in sie zurück, aber wenn ich wählen sollte, würde ich niemals von hier fortgehen. Hier ist wo ich sein soll und von diesem Punkt aus, gehe ich weiter. Egal wie traurig, angeschlagen und sehnsüchtig ich vielleicht bin.
Geht doch ein Stück mit, ruht euch in meinem Kielwasser aus und laßt ich mit mir treiben. Ich breche die Wellen und trotze jedem Wind. Auch den alten Stürmen, dieüber frische Wunden fegen. Generation für Generation, Abzweigung für Abzweigung und Meter für Meter gehe ich weiter.

Doublefeature:

.: In Flames – Pacing Death’s Trail :.

.: In Extremo – Raue See :.

3 Kommentare

  1. hey babe,
    aufgrund meiner aktuellen positiven Stimmung,(trotz schmerzenden Rücken, Nacken etc.) interpretiere ich das hier mal als etwas positives… und dass es dir irgendwie besser geht..;-)
    bussy

  2. mir gehts so hin und hergerissen wie immer im moment, teufelchen 🙂

  3. na besser als gar nix und wenn du schmerz verspürst weißt du wenigstens, dass du am Leben bist..;-)

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