Artikel von August 15th, 2006

Dramaqueen

Die letzte Zeit war es sehr ruhig. Was wahrscheinlich daran lag, daß ich eine ruhige Kugelschiebe und mich damit abgefunden habe wie es im Moment ist. Ich hab diese Ruhe gesucht, denn wann war mein Leben schon mal wirklich ruhig. Ich dümpel rum, treffe mich mit bekannten und lese für die Uni. Die meiste Zeit dümpel ich aber nur. Bis nächsten Montag, dann geht für mich der Ernst wieder los. Aber es kommt doch immer anders. Ich bin im Moment nicht gerade eine Frohnatur, aber weiß was ich möchte, was ich tue und was ich nicht will. Ich will im Moment eben nicht feiern gehen. Ich will gemütlich etwas zu Hause machen. Ich will im Moment viele Menschen nicht sehen, weil mir an ihnen etwas nicht gefällt und einige nicht sehen, obwohl sie nichts dafür können. Ich war mein Leben immer da und jetzt brauche ich Zeit für mich, so wie ich es möchte, so wie ich es brauche und nicht so, wie ihr zwei denkt, daß es gut wäre. Ich danke jedem für seine Hilfe, aber wenn ich stop sage, dann ist Ende und das nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil die Art von Hilfe in Wirklichkeit Schaden anrichtet. Ob das verständlich ist oder nicht ist doch eine Nebensache, da es vorallem darum geht etwas zu verändern. Leere Ratschläge haben keine Basis und damit kommt man nicht weiter. Dann hilft es auch nicht eine Szene zu machen, in der auf eine sehr drastische Art und Weise, eigentlich nur die Unzufriedenheit imt der Gesamtsituation dargestellt wird. Aber das Leben ist weder ein Theater noch ein Ponyhof, obwohl ich mir manchmal vorkomme wie im Streichelzoo für gehörnte Paarhufer. Warum bekomme ich gerade ein ehrliches und nicht stilistisch verwendetes Deja Vu beim schreiben dieses Beitrags? Wie dem auch sei, dann bin ich halt eine Dramaqueen. Komischerweise aber nur, wenn ich in eurem Theater nicht die angewiesene Rolle spiele. Meinetwegen könnten wir das Theater ja ganz lassen, aber ich bin nun mal eine Nebenrolle im eurem Selbstfindungsepos. Ich für meinen Teilüberlebe schon, jedenfalls bis zum letzten Akt. Ich weiß nicht, ob alles gut wird. Warum sollte es auch? Wo ist denn das Naturgesetz, das einem Glück verspricht. Besonders wenn Menschen mit Anderen und anschienend noch viel weniger mit sich selbst klarkommen. Wo bitte steht, daß man fröhlich wird und immer nach schlechten Zeiten auch gute kommen. Woher weiß man, daß es uns morgen...

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